Wie sicher sind Sprachassistenten wie Siri, Alexa & Co?

Musik starten, das Wetter abfragen oder das Licht einschalten – Sprachassistenten machen vieles bequem. Gleichzeitig sammeln sie zahlreiche Daten und können die Privatsphäre beeinträchtigen. Worauf Sie achten sollten.

Sprachassistenten sind ständig bereit

Sprachassistenten wie Alexa, Siri, Google Assistant oder Cortana reagieren auf Sprachbefehle. Damit sie das Aktivierungswort erkennen, befinden sie sich dauerhaft in Bereitschaft.

Kommt es zu einer Fehlaktivierung, können auch Gespräche aufgezeichnet werden, die gar nicht für den Sprachassistenten bestimmt waren. Solche Sprachaufnahmen werden an den Anbieter übermittelt und verarbeitet.

Welche Daten werden gesammelt?

Neben den gesprochenen Befehlen erfassen Sprachassistenten weitere Informationen, zum Beispiel:

  • Sprachaufnahmen
  • Zeitpunkt und Dauer der Nutzung
  • Standortdaten
  • Suchanfragen
  • Informationen über das Nutzungsverhalten
  • je nach Gerät auch Kontakte, Kalender oder Sensordaten

Aus diesen Daten lassen sich Rückschlüsse auf Gewohnheiten, Interessen und den Alltag der Nutzer ziehen.

Datenschutz bleibt oft unklar

Die AK hat gemeinsam mit dem Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften untersucht, wie Sprachassistenten mit personenbezogenen Daten umgehen.

Das Ergebnis: Viele Datenschutzerklärungen sind schwer verständlich. Oft bleibt unklar,

  • welche Daten genau verarbeitet werden,
  • wie lange sie gespeichert bleiben,
  • wofür sie verwendet werden und
  • an wen sie weitergegeben werden.

Hinzu kommt, dass Daten regelmäßig auch außerhalb der Europäischen Union verarbeitet werden.

Komfort hat seinen Preis

Sprachassistenten erleichtern den Alltag. Gleichzeitig bergen sie Risiken:

  • Private Gespräche können versehentlich aufgezeichnet werden.
  • Umfangreiche Nutzerprofile entstehen durch die Auswertung von Sprach- und Nutzungsdaten.
  • Sprachbefehle können missbräuchlich verwendet werden, etwa für Bestellungen.
  • Die Auswahl von Antworten oder Produktempfehlungen kann durch wirtschaftliche Interessen beeinflusst sein.

Je mehr Dienste miteinander verknüpft sind, desto mehr Informationen fallen über die Nutzer an.

Viele Konsument sind skeptisch

Datenschutz zählt zu den häufigsten Gründen, warum Menschen auf Sprachassistenten verzichten.

Zu den größten Bedenken gehören:

  • ungewolltes Mithören,
  • umfangreiche Datensammlung,
  • Speicherung der eigenen Stimme und
  • mangelnde Transparenz über die Datenverarbeitung.

So schützen Sie Ihre Privatsphäre

Wer einen Sprachassistenten nutzt, sollte die Datenschutzfunktionen möglichst konsequent einsetzen.

Vor dem Kauf überlegen
Brauchen Sie den Sprachassistenten wirklich? Überwiegt der Nutzen die möglichen Nachteile für Ihre Privatsphäre?

Datenschutzeinstellungen anpassen
Prüfen Sie nach der Einrichtung alle Datenschutzoptionen und wählen Sie möglichst datensparsame Einstellungen.

Sprachaufnahmen regelmäßig löschen
Viele Anbieter bieten die Möglichkeit, gespeicherte Sprachaufnahmen anzuhören und zu löschen. Nutzen Sie diese Funktion regelmäßig.

Nur notwendige Berechtigungen erteilen
Geben Sie Kontakte, Kalender, Standort oder Mikrofon nur frei, wenn dies für die gewünschte Funktion erforderlich ist.

Unterschiede zwischen den Anbietern

Die Möglichkeiten zum Schutz der Privatsphäre unterscheiden sich je nach Anbieter:

  • Siri: Sprachanfragen werden pseudonym verarbeitet. Wer das nicht möchte, muss auf die Nutzung verzichten.
  • Google Assistant: Die Speicherung von Sprachaufnahmen und Suchverlauf kann deaktiviert werden. Dadurch stehen jedoch manche Funktionen nur eingeschränkt zur Verfügung.
  • Alexa: Sprachaufnahmen werden gespeichert. Sie können nachträglich angehört und gelöscht werden, eine vollständige Verhinderung der Speicherung ist jedoch nicht möglich.

Fazit

Sprachassistenten bieten viel Komfort, sammeln aber gleichzeitig umfangreiche personenbezogene Daten. Wer sie nutzt, sollte sich bewusst mit den Datenschutz-Einstellungen auseinandersetzen und regelmäßig gespeicherte Sprachdaten löschen. Gleichzeitig sind die Anbieter gefordert, transparenter über die Verarbeitung personenbezogener Daten zu informieren und den Schutz der Privatsphäre zu verbessern.

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