Altenpflegerin liest einem älteren Mann und einer älteren Frau aus einem Buch vor © Karin & Uwe Annas, stock.adobe.com
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Ich pflege einen Angehörigen

Zuhause Angehörige zu pflegen, das ist eine große Herausforderung. Nicht nur menschlich, sondern natürlich auch dann, wenn sich Job und Pflege nicht mehr vereinbaren lassen oder es finanziell eng wird. Wir haben deshalb alle Tipps gesammelt, die pflegenden Angehörigen das Leben ein kleines bisschen erleichtern können: Von der Pflegekarenz über die freiwillige Selbstversicherung bis hin zu Steuererleichterungen und Förderungen.

Pflegefreistellung für kurzfristige Pflege

Was tun, wenn Sie nur kurz als Pflegende einspringen müssen, zum Beispiel, wenn ihr Kind erkrankt, die chronische Erkrankung Ihres Partners aufflammt oder die Betreuungsperson Ihrer pflegebedürftigen Mutter ausfällt? In solchen Fällen haben Sie Anspruch auf grundsätzlich eine Woche bezahlte Pflegefreistellung pro Arbeitsjahr. Mehr zu den Voraussetzungen finden Sie hier.

Pflegekarenz und Pflegeteilzeit

Ein Familienmitglied ist plötzlich pflegebedürftig geworden? Die bisherige Betreuungsperson Ihres Angehörigen fällt aus? Der Pflegebedarf hat sich erhöht? Damit Sie in einer solchen Situation Zeit dazu haben, die Pflege anders zu organisieren oder sich selbst um die Betreuung zu kümmern, gibt es die Pflegekarenz bzw. Pflegeteilzeit. Alles über Voraussetzungen, Bedingungen und Antrag sehen Sie hier auf einen Blick.

Tipp/Hinweis/Achtung

Familienhospizkarenz

Die Familienhospizkarenz gibt Ihnen die Möglichkeit, sich für die Begleitung sterbender Angehöriger oder schwerstkranker Kinder bei aufrechtem Arbeitsverhältnis karenzieren zu lassen oder Ihre Arbeitszeit zu verändern. Hier finden Sie alle Infos dazu. 


Sozialversicherung für pflegende Angehörige

Sie können als Pflegende dauerhaft nicht arbeiten gehen und fallen deshalb aus der Pflichtversicherung? Diese Möglichkeiten haben Sie, um weiterhin sozialversichert zu bleiben:

Freiwillige Pensionsversicherung

Pflegende Angehörige können sich unter begünstigten Bedingungen freiwillig pensionsversichern, beitragsfrei. Welche Variante für Sie in Frage kommt, wie Sie den Antrag stellen und was dabei gilt, können Sie hier ganz genau nachlesen. 

Krankenversicherung

Damit Sie weiter krankenversichert sind, kommt entweder eine Mitversicherung oder eine Selbstversicherung in Frage. Zu den verschiedenen Varianten finden Sie hier einen guten Überblick. 

Steuertipps für pflegende Angehörige

Pflegekosten

Häusliche Pflege kostet Geld. Ausgaben für die Betreuung Ihres Angehörigen können Sie unter bestimmten Voraussetzungen als „außergewöhnliche Belastung“ von der Steuer absetzen. Nähere Infos dazu finden Sie hier.

Tipp

Auch, wenn Sie für die Pflege eines Angehörigen im Pflege- oder Altersheim (mit)bezahlen, können Sie die Ausgaben beim Lohnsteuerausgleich geltend machen.

Verdienstunterbrechung

Falls Sie in Pflegekarenz gehen, wird Ihre Steuer mit der ArbeitnehmerInnenveranlagung neu berechnet. Häufig erhalten Sie dann Lohnsteuer zurück!

Steuertipps für Eltern pflegebedürftiger Kinder

Ist Ihr Kind pflegebedürftig, dann können Sie neben den direkten Pflegekosten, die das Pflegegeld überschreiten, noch weitere Ausgaben von der Steuer absetzen:

Krankheitskosten für Ihre Kinder. Hier können Sie mehr dazu nachlesen.
Kosten für Ihre Unterkunft, wenn Sie Ihr Kind bei einem Krankenhausaufenthalt begleiten.

ERHÖHTE FAMILIENBEIHILFE

Für erheblich behinderte Kinder erhöht sich auch die Familienbeihilfe um monatlich 152,90 Euro. Details dazu finden Sie hier.

Pflegegeld

Wer pflegebedürftig ist, hat Anspruch auf Pflegegeld. Die Höhe hängt davon ab, wie hoch der Pflegeaufwand für die Person ist und ist in sieben Stufen gestaffelt. Details dazu finden Sie hier.

Förderung für 24-Stunden-Betreuung

Wenn Pflegebedürftige zuhause von einer „24-Stunden-Betreuuerin“ bzw. einem „24-Stunden-Betreuuer“ versorgt werden, können Sie für diese Kosten eine staatliche Förderung beantragen.

Voraussetzungen:

mindestens Pflegegeldstufe 3
24-Stunden-Betreuung muss notwendig sein
Das Einkommen der pflegebedürftigen Person darf 2.500 Euro netto im Monat nicht übersteigen (ohne Sonderzahlungen und Pflegegeld)

Mehr zu den Voraussetzungen und zur Höhe des Zuschusses finden Sie hier!

Die Seite des Sozialministeriums bietet für pflegende Angehörige Rechtsinformationen sowie zahlreiche Tipps und Serviceangebote wie das Angehörigengespräch. Hier geht’s zur Plattform für pflegende Angehörige und hier zum Sozialministeriumsservice! 
Der Großteil der hilfs- und pflegebedürftigen Menschen wird zuhause gepflegt und betreut. Die Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger setzt sich österreichweit für die Anliegen derjenigen ein, die diese Pflege leisten. Zu den Tipps und Angeboten…
Sie sind auf der Suche nach einem sozialen Dienst, der Sie bei der Pflege unterstützt? Das Infoservice des Sozialministeriums hat alle für Sie hilfreichen Einrichtungen, Organisationen, Vereine und Selbsthilfegruppen in Österreich gesammelt – hier finden Sie ein Angebot in Ihrer Nähe!
Der KOBV („Behindertenverband“) ist eine die kompetente Interessenvertretung für Menschen mit Behinderung und bietet Beratung, Vertretung, Hilfe bei Notlagen und viel mehr. Hier können Sie sich durch sein Angebot klicken! 

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