Pendler­pauschale

Eine Info vorneweg

Pendlerpauschale gibt es auch bei Kurzarbeit oder Homeoffice

Hatten Sie vor der Covid19-Pandemie Anspruch auf ein Pendlerpauschale, dann galt dieser Anspruch bis 30. Juni 2021. Und zwar auch dann, wenn Sie im Homeoffice gearbeitet haben bzw. in Kurzarbeit oder dienstfreigestellt waren.

Seit Juli 2021 gilt grundsätzlich wieder die allgemeine Regelung: Das Pendlerpauschale steht nur dann zu, wenn Sie im entsprechenden Ausmaß gependelt sind. Lediglich für November und Dezember 2021 können Tage, an denen wegen Kurzarbeit, Homeoffice oder einer Dienstfreistellung nicht gependelt wurde, für das Pendlerpauschale herangezogen werden.

Und so ist das Pendlerpauschale geregelt, wenn gerade keine Pandemie alles auf den Kopf stellt: 

Grundsätzlich sind die Fahrtkosten für den Arbeitsweg mit dem Verkehrsabsetzbetrag mit 400 Euro abgegolten, der bei der Lohnabrechnung automatisch berücksichtigt wird.

Zusätzlich können ArbeitnehmerInnen unter bestimmten Voraussetzungen aber auch das kleine oder das große Pendlerpauschale und einen "Pendlereuro" geltend machen. Dabei kommt es unter anderem auf die Entfernung des Wohnorts zur Arbeit und die verfügbaren Verkehrsmittel an.

Hinweis

Das Pendlerpauschale stellt einen Freibetrag dar. Das bedeutet, dass Sie dieses nicht 1:1 ausbezahlt bekommen. Es reduziert das Einkommen, von dem Sie Lohnsteuer bezahlen müssen. Der Pendlereuro hingegen ist ein Absetzbetrag. Der wird Ihnen tatsächlich in voller Höhe von der Lohnsteuer abgezogen.

Wie viel Ihnen das Pendlerpauschale und der Pendlereuro netto bringen, können Sie mit unserem Brutto-Netto-Rechner ermitteln. 

Ob Sie Anspruch auf ein Pendlerpauschale oder den Pendlereuro haben hängt allein vom Ergebnis des Pendlerrechners des Finanzministeriums ab. Dessen Ergebnis ist rechtsverbindlich.

Das kleine Pendler­pau­schale

Das kleine Pendlerpauschale steht jenen zu, bei denen der Arbeitsplatz ohne Rundung min­des­tens 20 km von der Wohnung entfernt liegt, und die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels auf zumindest dem halben Arbeitsweg möglich und zumutbar ist. Die Wegstrecke bemisst sich nach Streckenkilometern des Massen­beförder­ungs­mittels und allfälliger zusätzlicher Straßenkilometer und Gehwege. Hierbei ist die schnellste Verbindung mit dem öffentlichen Verkehrsmittel und eine optimale Kombination mit dem Individualverkehr (z. B.: Park and Ride) zu unter­stellen. Es ist jedoch nicht von Bedeutung, ob Sie tatsächlich einen PKW zur Verfügung haben oder Sie die schnellste Verbindung nutzen. 

So hoch ist das kleine Pendlerpauschale

Es beträgt bei einer einfachen Fahrtstrecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte:

Kilometer monatlich jährlich
mindestens 20 km 58 € 696 €
mehr als 40 km 113 € 1.356 €
mehr als 60 km 168 € 2.016 €

Dazu kommt der Pendlereuro: Ein Euro pro Kilometer für den Hin- und Retourweg einmal jährlich.

Beispiel

Bei einem 30 Kilometer langen Arbeitsweg be­kommt man 60 € über den Pendlereuro und 696 € werden von der Steuerbemessungsgrundlage als kleine Pendlerpauschale abgezogen.

Das große Pendler­pau­schale

Das große Pendlerpauschale steht jenen zu, bei denen der Arbeitsplatz ohne Rundung zumindest 2 km von der Wohnung entfernt liegt und die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln überwiegend unzumutbar ist.

Das ist dann der Fall,

  • wenn es entweder für mehr als die Hälfte des Arbeitsweges kein öffentliches Verkehrsmittel gibt.

  • wenn eine Gehbehinderung, Blindheit oder dauernde Gesundheitsschädigung vorliegt. Die ge­sund­heitliche Beeinträchtigung ist nachzuweisen mit einem Ausweis nach § 29b Straßen­ver­kehrs­ordnung, einer Befreiung von der KFZ-Steuer wegen Behinderung oder der Eintragung der Unzumutbarkeit des öffentlichen Verkehrsmittels im Behindertenpass.

  • wenn die Fahrtdauer mit dem öffentlichen Verkehrsmittel mehr als 120 Minuten beträgt.

  • wenn man für eine Wegstrecke zwar weniger als 120 Minuten benötigt, aber mehr als 60 Minuten, dann ist die entfernungsabhängige Höchstdauer zu berechnen. Diese beträgt 60 Minuten plus eine Minute pro Kilometer der Wegstrecke. 

Beispiel

Der Weg beträgt 40 Kilometer in einfache Richtung. Mit dem öffentlichen Verkehrsmittel be­trägt die Wegzeit 90 Minuten. Es werden also weniger als 120 Minuten, aber mehr als 60 Minuten benötigt. Folglich ist für die Beurteilung, ob das öffentliche Verkehrsmittel zu­mut­bar ist, die ent­fern­ungs­ab­hängige Höchstdauer zu ermitteln. Diese beträgt hier 60 Minuten + 40 (je eine Minute pro Kilometer der Wegstrecke) = 100 Minuten. Da die tatsächliche Fahrt­dauer von 90 Minuten unter der ent­fern­ungs­abhängigen Höchstdauer von 100 Minuten liegt, ist die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels zumutbar.

Achtung!

Die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels ist auf jeden Fall zumutbar, wenn die Weg­zeit für die einfache Wegstrecke nicht mehr als 60 Minuten beträgt.

So hoch ist das große Pendlerpauschale 

Für die Wegstrecke ist die schnellste Straßenverbindung heranzuziehen. Das große Pendler­pau­schale beträgt bei einer einfachen Fahrtstrecke von der Wohnung zur Arbeits­stätte:

Kilometer monatlich jährlich
mindestens 2 km 31 € 372 €
mehr als 20 bis 40 km 123 € 1.476 €
mehr als 40 bis 60 km 214 € 2.568 €
mehr als 60 km 306 € 3.672 €

Auch hier gibt es den Pendlereuro, d.h. einmal im Jahr einen Euro pro Kilometer für den Hin-  und Retourweg.

Die Fahrtdauer ist die Summe aus: 

  • Wegzeit von der Wohnung bis zur Einstiegstelle des öffentlichen Verkehrsmittels
  • Fahrtdauer des öffentlichen Verkehrsmittels (es ist vom schnellsten Verkehrsmittel auszugehen, z.B. U-Bahn statt Bus)
  • Wartezeiten beim Umsteigen
  • Wegzeit von der Ausstiegstelle zum Arbeitsplatz
  • Wartezeit auf den Arbeitsbeginn. 
  • Bei der Heimfahrt wird in umgekehrter Reihenfolge gerechnet. 

Drittelregelung

Auch ArbeitnehmerInnen, die nicht jeden Tag in die Arbeit pendeln, z.B. Teilzeitbeschäftigte oder wenn nur an einzelnen Tagen im Betrieb gearbeitet wird, können ab vier Arbeitstagen pro Monat das Pendlerpauschale sowie den Pendlereuro geltend machen. Gleiches gilt für WochenpendlerInnen, die nur einmal wöchentlich zum Arbeitsplatz pendeln.

  • Für das volle Pendlerpauschale, bzw. den vollen Pendlereuro müssen die Voraus­setzungen wie bisher an mehr als der Hälfte der möglichen Arbeitstage eines Monats, also zumindest an 11 von 20 Arbeitstagen, gegeben sein.

  • Zwei Drittel können Sie absetzen, wenn Sie diese Voraussetzungen zwischen acht und zehn Tagen in einem Kalendermonat erfüllen.

  • Ein Drittel gibt es, wenn diese Voraussetzungen zumindest an vier, höchstens an sieben Tagen des Monats erfüllt sind.

Beispiele

Beispiel 1:
Eine Arbeiterin arbeitet 20 Tage im Monat und muss an jedem Arbeitstag 65 Kilometer mit dem Auto von zu Hause zur Arbeit und wieder zurück fahren. Sie ist gehbehindert, Bus, Zug und Fußwege dazwischen sind für sie also nicht zumutbar. In diesem Fall werden 3.672 € Pendlerpauschale von der jährlichen Steuerbemessungsgrundlage abgezogen. Der Pendler­euro reduziert die Lohnsteuer zusätzlich um 130 €. 

Beispiel 2:
Der Weg von der Wohnung zur Arbeit beträgt für jemanden, der zwei Mal in der Woche zur Arbeit fährt, 30 Kilometer und für die ersten 20 Kilometer gibt es kein öffentliches Ver­kehrs­mittel. Damit erhält er für die acht Arbeitstage im Monat zwei Drittel der großen Pendler­pau­schale, das sind 984 € jährlich, die von der Steuerbemessungsgrundlage abgezogen werden. Zusätzlich erhält er zwei Drittel des Pendlereuro (2/3 von 60 €), also 40 €, für den Hin- und Retourweg.

Erhöhte Negativsteuer

Wer die Voraussetzungen für Pendlerpauschale und Pendlereuro erfüllt, aber keine Lohnsteuer zahlt, erhält einen Pendlerzuschlag. Die Negativsteuer kann daher betragen:

  • bis 2019: bis zu 500 €
  • ab 2020: bis zu 900 €
  • ab 2022: bis zu 1.050 € 

Die Negativsteuer wird vom Finanzamt über die Arbeit­nehmer­Innen­veranlagung ausbezahlt.

Kein Pendlerpauschale bei Dienstfahrzeugen

Stellen ArbeitgeberInnen ein Dienstfahrzeug zur Verfügung, das auch privat genutzt werden kann (Sachbezug), gibt es kein Pendlerpauschale und keinen Pendlereuro.

Das "Jobticket"

Mit dem „Jobticket“ können ArbeitgeberInnen die Benützung der öffent­lich­en Verkehrsmittel ihrer MitarbeiterInnen fördern: Sie können den Beschäftigten steuerfrei eine Streckenkarte für die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz kaufen und diese den Beschäftigten zur Verfügung stellen. Eine Netzkarte  ist dann zulässig, wenn keine Streckenkarte angeboten wird oder die Netzkarte nicht mehr als die Streckenkarte kostet.

Das Jobticket kann auch ArbeitnehmerInnen, die keinen Anspruch auf das Pendlerpauschale haben, zur Verfügung gestellt werden.

Kostenersatz der Firma für das Öffi-Ticket 

Alternativ können für Wochen-, Monats- oder Jahreskarten, zB das neue Klimaticket, von der Firma die Kosten steuerfrei ersetzt werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Gültigkeitsbereich der Karte entweder den Wohnort oder den Arbeitsort abdeckt und die Karte ab dem 01. Juli 2021 gekauft oder verlängert wurde.  

Achtung!

Erhalten Sie von der Firma ein Jobticket oder einen steuerfreien Kostenersatz für das Öffi-Ticket, dann steht für die Strecke, die vom Gültigkeitsbereich der Karte umfasst ist, kein Pendlerpauschale zu.

Das gilt auch dann, wenn Sie nicht die gesamten Kosten ersetzt bekommen oder Kostenbeiträge für das Jobticket leisten müssen.

Ist jedoch nicht die gesamte Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz vom Gültigkeitsbereich umfasst, dann können Sie bis zur erstmöglichen Einstiegshaltestelle ein Pendlerpauschale geltend machen, sofern Sie dafür die üblichen Voraussetzungen erfüllen.

Das Pendlerpauschale für die Teilstrecke darf aber nicht höher sein, als das Pendlerpauschale, die für die Gesamtstrecke zustehen würde, wenn es kein Jobticket gäbe. 

Was sonst noch gilt:

  • Kein Pendlerpauschale gibt es, wenn der Arbeitsweg weniger als 20 Kilometer beträgt und die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln für mehr als die Hälfte des Arbeitsweges zumutbar ist oder der Arbeitsweg mit einem Werkverkehr (z.B. Firmenbus) bewältigt wird.
  • Feier-, Urlaubs- oder Krankenstandstage vermindern das Pendlerpauschale nicht.

So kommen Sie zu Ihrem Pendler­pau­schale

  • Mit dem Ausdruck des Pendlerrechners beantragen Sie das Pendlerpauschale und den Pendler­euro bei Ihrem Arbeitgeber oder Ihrer Arbeitgeberin.

  • Wenn der Pendlerrechner aus technischen Gründen kein Ergebnis liefert oder Ihr Wohnsitz außerhalb Österreichs liegt, dann verwenden Sie das Formular L33. Dann können das Pendler­pau­schale und der Pendlereuro gleich bei der monatlichen Lohnabrechnung berücksichtigt werden.

  • Wenn das Pauschale noch nicht bei der Lohnverrechnung berücksichtigt wurde, machen Sie das Pendlerpauschale im Rahmen der Werbungskosten bei der Arbeit­nehmer­Innen­veranlagung geltend!

Pendlerrechner

Ob Sie Anspruch auf ein Pendlerpauschale und den Pendlereuro haben, und wenn ja, in welcher Höhe, das liegt allein am Ergebnis des Pendlerrechners des Finanzministeriums. Diese Er­geb­nis ist rechtsverbindlich.

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Kontakt

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Steuerrecht
Tel. : 050 477-3000
E-Mail: steuer@akktn.at

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