Werbungskosten © lordn, stock.adobe.com
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Steuertipps fürs Homeoffice

Rund 40 Prozent der Beschäftigten haben im Zuge der Corona-Pandemie im Homeoffice gearbeitet. Das Arbeiten von Zuhause aus, hat höhere Kosten für Strom, Heizung, Internet und ähnliches zur Folge, manche haben sich auch extra einen Laptop oder Büromöbel gekauft.

Wie können diese Kosten bei der Ar­beit­nehmer:­innen­veranlagung am besten abgesetzt werden? 2021 hat sich hier einiges geändert. So machen Sie aus Steuersicht das Beste aus dem Homeoffice.

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Müssen Österreichs ArbeitnehmerInnen Homeoffice machen, wenn sie in Quarantäne sind? AK-Sozialexpertin Silvia Hruška-Frank beantwortet die wichtigsten Fragen. Hier geht's zum Video

3 Euro pro Homeoffice-Tag

Haben Sie im Homeoffice gearbeitet und dafür keine Kostenersätze bekommen? Dann erhalten Sie ab 2021 für bis zu 100 Homeoffice-Tage automatisch 3 Euro pro Tag, somit maximal 300 Euro im Jahr, als Homeoffice Pauschale anerkannt.

Hat Ihnen die Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber zwar Kostenersätze bezahlt, aber weniger als 3 Euro pro Homeoffice-Tag, dann erhalten Sie die Differenz bei der Veranlagung anerkannt.

Sind Ihre Kosten für digitale Arbeitsmittel wie Computer und Internet höher als das zustehende Homeoffice-Pauschale oder allfällige steuerfreie Kostenersätze, dann können Sie den tatsächlichen Betrag geltend machen. Der übersteigende Betrag wirkt sich zusätzlich aus.

Wie komm ich an das Geld?

Es gibt zwei Varianten, wie das Homeoffice-Pauschale berücksichtigt werden kann:

  • Über die Arbeitnehmer:innenveranlagung (ANV) als pauschale Werbungskosten: Das Homeoffice-Pauschale reduziert in diesem Fall nur die Bemessungsgrundlage für die Steuerberechnung und wirkt sich daher nur entsprechend Ihrem Steuersatz steuermindernd aus.

  • Über die Gehaltsabrechnung durch den Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin: Auf diesem Weg können bis zu 300 Euro pro Jahr sozialversicherungs- und steuerfrei durch den Betrieb zusätzlich zum laufenden Gehalt ausbezahlt werden.

Tipp

Über die Arbeitgeberin bzw. den Arbeitgeber verrechnen lassen! 

Wenn Sie die Möglichkeit haben, versuchen Sie mit Ihrer Arbeitgeberin bzw. Ihrem Arbeitgeber die Auszahlung des Homeoffice-Pauschale zu vereinbaren! Nur so können Sie das Homeoffice-Pauschale in voller Höhe netto erhalten!

Finden Sie hier einen Musterbrief, um Ihre Ansprüche einfordern zu können!

Eine Abrechnung über die Arbeitgeberin bzw. den Arbeitgeber ist auch rückwirkend möglich!

Die Abrechnung der Homeoffice-Tage und Auszahlung des Homeoffice-Pauschale über die Arbeitgeberin oder den Arbeitgeber ist auch rückwirkend am Jahresende möglich. Denn Ihre Arbeitgeberin bzw. Ihr Arbeitgeber ist ohnehin dazu verpflichtet, die von Ihnen geleisteten Homeoffice-Tage im Jahreslohnzettel ans Finanzamt zu melden.

Kosten für Schreibtisch und Bürosessel

Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, die Kosten für ergonomische Büromöbel, das sind insbesondere der Schreibtisch, Bürosessel und Beleuchtung, steuerlich bis zu 300 Euro im Jahr geltend zu machen. Voraussetzung ist, dass Sie an mindestens 26 Tagen im Jahr im Homeoffice gearbeitet haben.

Sind die Anschaffungskosten der Möbel höher als 300 Euro, wird der übersteigende Betrag ins Folgejahr mitgenommen. In diesem Fall werden Ihnen im darauffolgenden Jahr wieder bis zu 300 Euro als Werbungskosten anerkannt, wenn Sie auch im Folgejahr an mindestens 26 Tagen im Homeoffice gearbeitet haben

Die 300 Euro für ergonomische Büromöbel stehen Ihnen zusätzlich zum Homeoffice-Pauschale oder anderen Werbungskosten zu. In Summe sind daher bis zu 600 Euro pro Jahr als Werbungskosten für das Homeoffice möglich.

Wie ist das mit dem Arbeitszimmer?

Ein Arbeitszimmer, das Teil Ihrer Wohnung ist, können Sie nur dann bei der Ar­beit­nehmer:­innen­ver­an­lag­ung geltend machen, wenn es den Mittelpunkt Ihrer beruflichen Tätigkeit bildet, und Sie es nahezu ausschließlich beruflich nutzen. 

Tipp

Nähere Infos finden Sie hier 

Steht mir das Pendlerpauschale während Homeoffice zu?

Haben Sie bereits vor dem coronabedingten Homeoffice Anspruch auf ein Pendlerpauschale gehabt, dann haben Sie das auch weiterhin, und zwar bis 30.06.2021.

Ebenso steht Ihnen für November und Dezember 2021 das reguläre Pendlerpauschale zu, auch wenn Sie im Homeoffice oder auf Kurzarbeit sind.

Für die Monate Juli bis Oktober 2021 und ab Jänner 2022 muss tatsächlich im entsprechenden Ausmaß gependelt werden. Das volle Pendlerpauschale steht also nur dann zu, wenn Sie an mindestens 11 Tagen im Monat pendeln.

Tipp

Nähere Informationen zum Pendlerpauschale finden Sie hier

Was gilt für die Arbeitnehmer:innenveranlagung bis 2020?

Das Homeoffice-Pauschale und die Absetzbarkeit von Büromöbel gilt erst ab der Arbeitnehmer:innenveranlagung (ANV) 2021. Bis 2020 gilt bei Homeoffice folgendes:

Kosten für ein Arbeitszimmer 

Für die ANV 2020 gilt nur die Arbeitszimmerregelung. Anteilige Strom- und andere Betriebskosten können Sie nur dann geltend machen, wenn Sie ein steuerliches Arbeitszimmer haben. Haben Sie grundsätzlich ein Büro bei der Arbeitgeberin bzw. beim Arbeitgeber und arbeiten nur wegen Corona von zuhause aus, sind diese Kosten nicht absetzbar.

Kosten für digitale Arbeitsmittel

Müssen Sie Ihren privaten PC oder Ihr privates Telefon nutzen, dann können Sie die Kosten dafür anteilig absetzen. Auch Internetkosten können im Ausmaß der beruflichen Nutzung geltend gemacht werden.

Tipp

Nähere Informationen dazu finden Sie unter Werbungskosten

Kosten für Schreibtisch und Bürosessel

Büromöbel sind grundsätzlich nur für ein steuerliches Arbeitszimmer absetzbar. Allerdings umfasst die Neuregelung betreffend die Absetzbarkeit ergonomischer Büromöbel auch Anschaffungen im Jahr 2020. 

Bei der ANV 2020 können bis zu 150 Euro an Werbungskosten für ergonomisches Büromobiliar (wie zum Beispiel Schreibtisch, Schreibtischsessel und Tischlampe) ohne Anrechnung auf das Werbungskostenpauschale geltend gemacht werden. Jedoch müssen zumindest 26 Tage im Jahr ausschließlich im Homeoffice gearbeitet worden sein.

Insgesamt können für die Jahre 2020 und 2021 300 Euro geltend gemacht werden. Machen Sie mit der ANV 2020 bereits 150 Euro für Büromöbel geltend, können Sie 2021 ebenfalls nur 150 Euro absetzen. Haben Sie 2020 jedoch noch keine Möbel gekauft, sondern erst 2021, bleibt ihnen für die ANV 2021 der volle absetzbare Betrag von 300 Euro.

Sind die Anschaffungskosten höher als der maximal absetzbare Betrag, können Sie den übersteigenden Betrag in das Folgejahr mitnehmen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie auch im Folgejahr zumindest 26 Tage ausschließlich im Homeoffice verbracht haben.

Beispiel

Vanessa M. hat im Jahr 2020 einen Bürostuhl um 400 Euro gekauft.
150 Euro davon kann sie 2020 absetzen.
150 Euro kann sie 2021 absetzen.
Die verbleibenden 100 Euro werden im Jahr 2022 berücksichtigt.
Voraussetzung ist, dass sie in allen Jahren zumindest 26 Tage im Homeoffice gearbeitet hat. 

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Steuerrecht
Tel. : 050 477-3000
E-Mail: steuer@akktn.at

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