AK fordert gerechte Bildungspolitik
AK-Präsident Goach fordert gezielte Investitionen, starke Schulen und Entlastung für Familien, um Bildungsungleichheiten nachhaltig abzubauen.
Bildung ist der Schlüssel zu Chancengerechtigkeit, sozialer Teilhabe und beruflicher Sicherheit. Anlässlich des Internationalen Tages der Bildung am 24. Jänner rückt die Arbeiterkammer Kärnten ihr vielfältiges Bildungsengagement in den Mittelpunkt und zieht eine inhaltliche Bilanz über das Jahr 2025 – verbunden mit einem Ausblick auf 2026. „Bildung ist kein Privileg, sondern ein Grundrecht und sie darf nicht davon abhängen, wie viel Geld die Eltern verdienen oder wo jemand aufgewachsen ist“, betont AK-Präsident Günther Goach.
Die Bildungsarbeit der Arbeiterkammer Kärnten ist fest im gesetzlichen Auftrag verankert – und zugleich Ausdruck ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung gegenüber mehr als 200.000 AK-Mitgliedern im Bundesland. Zwei Leitlinien prägen dieses Engagement: der Einsatz für Chancengerechtigkeit und die konkrete Unterstützung beim Zugang zu Bildung. „Studien zeigen seit Jahren, dass Bildungswege in Österreich stark von sozialer Herkunft beeinflusst sind. Die AK Kärnten setzt sich daher für eine gerechte und bedarfsorientierte Verteilung öffentlicher Mittel ein – vom frühen Bildungsbereich bis zur Erwachsenenbildung. Mit Förderungen, kostenlosen Weiterbildungsangeboten, Beratungsleistungen und bildungspolitischen Initiativen begleiten wir unsere Mitglieder und deren Familien“, so Goach.
Daniel Weidlitsch, Leiter der Abteilung Bildungspolitik, Jugend und Kultur: „Ein zentrales Instrument dafür ist die AK-Akademie als Weiterbildungsplattform. Sie ermöglicht Mitgliedern den kostenlosen Erwerb von Zukunftskompetenzen, insbesondere im Bereich Digitalisierung.“ 2025 wurden über die AK-Akademie über 1.000 Kurse angeboten. Heuer stehen bereits 750 Kurse fest, im Laufe des Jahres soll vor allem das e-Learning-Angebot mit Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) erweitert werden.
Seit 25 Jahren bildet zudem der AK-Bildungsgutschein das Rückgrat der Bildungsförderung für Erwachsene. In diesem Zeitraum wurden über 10 Millionen Euro aufgewendet, 2025 waren es mehr als 500.000 Euro. Mit dem Gutschein unterstützt die AK Kärnten ihre Mitglieder sowie Lehrlinge und ältere Arbeitnehmer:innen finanziell bei der Teilnahme individueller Weiterbildung, die von den Bildungspartnern bfi und VHS Kärnten angeboten werden.
Ein besonderer Schwerpunkt der AK Kärnten liegt auf der Unterstützung von Beschäftigten in den Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufen. Hohe Belastung, Personalmangel und der rasche Wandel der Arbeitsanforderungen machen kontinuierliche Weiterbildung unerlässlich. Mit einem umfassenden, kostenlosen Fortbildungsprogramm bietet die AK Kärnten gezielte Unterstützung – von digitalen Kompetenzen über pflegerische Fachthemen bis hin zu gesundheits- und persönlichkeitsbildenden Angeboten. Goach: „Unser Fortbildungsprogramm ist ein direktes Investment in die Arbeitsfähigkeit der Berufsangehörigen und damit in die Zukunftsfähigkeit der Pflege in Kärnten.“ Umgesetzt wird das Angebot gemeinsam mit bfi und VHS Kärnten. Insgesamt stehen heuer 130 Termine zur Auswahl, pro Mitglied können jährlich zwei Kurse bzw. bis zu 16 Unterrichtseinheiten kostenlos besucht werden. 2025 wurden rund 3.000 Buchungen von etwa 1.500 Personen verzeichnet, 270.000 Euro wurden für das Programm ausgegeben. Seit Start des Programms im Jahr 2019 wurden rund 1,8 Millionen Euro investiert.
Mit den AK-Bibliotheken in Klagenfurt und Villach betreibt die Arbeiterkammer Kärnten die größten öffentlichen Bibliotheken des Landes. Mit über 90.000 physischen Medien sowie mehr als 110.000 e-Medien sind sie Lernorte, Treffpunkte und niederschwellige Zugänge zu Wissen, Information und Medienkompetenz für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Knapp 615.000 Entlehnungen wurden im Jahr 2025 verzeichnet. Bei einem durchschnittlichen Medienpreis von 19,50 Euro haben sich die Leser:innen damit rund zwölf Millionen Euro erspart. „Wir verstehen uns als Bildungspartner für das ganze Land. Deshalb ist unser umfangreiches Angebot für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich, nicht nur für AK-Mitglieder“, betont Weidlitsch.
Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt die regelmäßig von der AK durchgeführte Nachhilfestudie: 2024 nahm in Kärnten jedes sechste Schulkind private Nachhilfe in Anspruch. Pro Kind gaben Eltern rund 850 Euro für die zusätzlichen Lerneinheiten aus. Insgesamt flossen fast zehn Millionen Euro in private Nachhilfe. Als Antwort darauf hat die AK Kärnten ihre Lernunterstützung unter dem Titel „Lernchancen“ weiterentwickelt und auch auf Lehrlinge ausgeweitet. Ergänzend dazu wurde mit „Bildungswege entdecken“ ein neues Beratungsformat geschaffen, das Eltern und Jugendlichen Orientierung im komplexen Bildungs- und Ausbildungssystem bietet.
Ein weiterer Fokus liegt auf Jugendlichen und Lehrlingen. Goach: „Die Lehre ist und bleibt ein zentraler Ausbildungsweg und ein wesentlicher Faktor für die Fachkräftesicherung in Kärnten. Gleichzeitig steht sie durch demografische Entwicklungen, strukturelle Ungleichgewichte und den Wettbewerb mit schulischen Ausbildungswegen unter Druck.“ Die AK Kärnten ist hier mit ihrer Jugendmarke AK Young zentrale Anlaufstelle für Beratung, rechtliche Unterstützung und Qualitätssicherung. Sie setzt sich dafür ein, dass Jugendliche in geeigneten Betrieben ausgebildet werden und ihre Rechte gewahrt bleiben, unter anderem durch die gesetzlich verankerte Mitwirkung bei der Überprüfung von Ausbildungsbetrieben. Im Jahr 2025 wurden 519 Überprüfungen und 3.200 Beratungen durchgeführt bzw. Jugendliche arbeitsrechtlich vertreten. 4.200 Schüler:innen wurden mittels Workshops wie „Cybermobbing“, Bewerbungstrainings und Ausstellungen erreicht.
Im Jahr 2026 setzt die Arbeiterkammer Kärnten gezielt weitere Schwerpunkte in ihrer Bildungsarbeit. Aufbauend auf den Ergebnissen der derzeit laufenden Kärntner Jugendstudie sollen die Angebote unter der Jugendmarke AK Young weiterentwickelt und noch stärker an den Lebensrealitäten, Sorgen und Erwartungen junger Menschen ausgerichtet werden. Gleichzeitig wird das Bildungsangebot inhaltlich vertieft und ausgebaut, insbesondere im Bereich des E-Learnings mit einem Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz sowie in der politischen Bildung. Geplant sind zusätzliche Workshops, Dialogformate und Ausstellungen, um Wissen zu vermitteln, kritisches Denken zu fördern und demokratische Kompetenzen nachhaltig zu stärken. „Bildung ist kein kurzfristiges Projekt, sondern eine Daueraufgabe. Als AK Kärnten werden wir auch künftig dort ansetzen, wo Chancen ungleich verteilt sind – und Bildung für alle zugänglich machen“, sind sich AK-Direktorin Susanne Kißlinger und AK-Direktorin-Stellvertreterin Irene Hochstetter-Lackner einig.
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