27.2.2019

Rechtsschutzbilanz 2018: 81.915 Kärntner beraten – 47,6 Millionen Euro erstritten

Die Kernkompetenz der AK, der kostenlose Rechtsschutz für Kärntner Arbeitnehmer, erstritt vor Gericht 11,2 Millionen Euro im Arbeits- und 30,5 Millionen Euro im Sozialrecht. 5,9 Millionen Euro wurden durch die Vertretung im Insolvenzfall erstritten. Stärkster Beratungsschwerpunkt war die Auflösung des Arbeitsverhältnisses. „Die gewaltige Summe von 47,6 Millionen Euro zeigt, wie wichtig der kostenlose Rechtsschutz für unsere Mitglieder ist“, sagte AK-Präsident Günther Goach. 

Kontakt

Arbeits- und Sozialrecht
Tel.: 050 477-1000
E-Mail: arbeitsrecht@akktn.at
E-Mail: sozialrecht@akktn.at

Broschüren

Infos & Tipps zum Nachlesen

Ob versteckte Klauseln im Arbeitsvertrag, inkorrekte Lohnabrechnungen oder Informationen zum Kinderbetreuungsgeld – 81.915 Kärntner Arbeitnehmer suchten im Jahr 2018 den Rat und die Unterstützung des Arbeits- und Sozialrechts der AK Kärnten. Das sind um 3.200 Anfragen mehr als noch vor zwei Jahren. 57.192 Mal standen 28 AK-Experten dabei den Kärntnern telefonisch beratend zur Seite, 22.075 Mal wurden persönliche Beratungsgespräche in der AK in Klagenfurt sowie in den weiteren sechs AK-Bezirksstellen durchgeführt. 2.648 Anfragen kamen per Brief, Mail, über soziale Medien oder in seltenen Fällen via Fax.

Arbeitsrecht: 11,2 Millionen Euro erstritten

3.078 Neuvertretungen gab es im Jahr 2018, dabei wurde bei 2.370 interveniert und bei 708 Personen der Klagsweg beschritten. 2.869 arbeitsrechtliche Fälle wurden im vergangenen Jahr abgeschlossen – mit positivem Ergebnis: „Wir haben 2.090 abgeschlossene Interventionsfälle mit einem Streitwert von 2,2 Millionen Euro. 779 Mal musste der Klagsweg beschritten werden, wobei 9 Millionen Euro erstritten wurden“, erklärte Susanne Kißlinger, Leiterin des Arbeits- und Sozialrechts in der AK Kärnten. 4,8 Millionen Euro sind davon auf den ausgearbeiteten Sozialplan nach Schließung der Firma Modine zurückzuführen. 146 Arbeitnehmer waren damals von der Schließung betroffen.

„Ohne Einschreiten der Expertinnen und Experten der Arbeiterkammer wären insgesamt 11,2 Millionen Euro für Betroffene verloren gewesen“, bekräftigte AK-Präsident Günther Goach und verwies nochmals auf die Standortschließung der Firma Modine im Gailtal: „Durch den Einsatz der AK-Experten und des ausverhandelten Sozialplans wurde die Situation zwar sozial abgefedert, dennoch war die Hälfte der Betroffenen über 50 Jahre alt, die es, wie der Arbeitsmarkt zeigt, schwerer hatten eine neue Stelle zu finden“. Goach kritisierte damit die Abschaffung der „Aktion 20.000“ für Ältere und Langzeitarbeitslose.

30,5 Millionen Euro im Sozialrecht erstritten

Im Sozialrecht unter der Leitung des Sozialrechtsexperten Peter Wenig wurden im vergangenen Jahr 1.135 Fälle neu vertreten und 969 Fälle abgeschlossen. 501 Gerichtsakten wurden positiv erledigt und 30,5 Millionen Euro für Betroffene vor Gericht erstritten. 468 Gerichtsfälle wurden zurückgezogen, ruhend gelegt oder negativ beurteilt. „Der Großteil der Vertretungen betraf die Themen Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension, gefolgt von falsch berechneten Pflegegeldansprüchen sowie die Themen Rehageld und Schwerarbeitszeiten“, so AK-Sozialrechtsexperte Peter Wenig.

Zahl der Firmeninsolvenzen bleibt eklatant hoch

Mit 317 Firmeninsolvenzen – drei weniger als noch vor zwei Jahren – wurde der Insolvenzschutzverband für ArbeitnehmerInnen (ISA) 2018 konfrontiert. 5,9 Millionen Euro wurden für die Pleiteopfer im Vorjahr erstritten. Der ISA machte ausstehende Ansprüche für 846 Vertretungsfälle beim Insolvenz-Entgelt-Fonds geltend. Die größte Insolvenz betraf im Vorjahr die MapTec Personalconsulting mit 124 Mitarbeitern.

„Wenn ein Unternehmen zahlungsunfähig ist, steht der ISA mit seinem Know-how als Insolvenzberater sofort zur Verfügung. Aufgrund des Insolvenzverfahrens warten Pleiteopfer oft monatelang auf ihre ausstehenden Ansprüche“, so Goach und hob die Bedeutung des AK-Insolvenz-Soforthilfefonds für Pleiteopfer hervor: „Die 2017 ins Leben gerufene ‚AK-Insolvenz-Soforthilfe‘, half bereits über 350 Insolvenzopfern als Überbrückung für bevorstehende monatliche Zahlungen – 602.000 Euro wurden als Hilfe zur Verfügung gestellt.“ Von der ausbezahlten Überbrückungssumme wurden den 165 Mitarbeitern des Traditionsbetriebes Zoppoth im Gailtal im Dezember 2018 rund 314.000 Euro als Weihnachtssoforthilfe zur Verfügung gestellt.

Der ISA in Klagenfurt ist Anlaufstelle für alle Opfer von Firmenkonkursen. Er hat die Stellung eines bevorrechteten Gläubigerschutzverbandes. Der ISA errechnet im Konkursfall offene Lohn- und Gehaltsansprüche der Mitarbeiter und bringt die Forderungsanmeldungen beim Insolvenz-Entgelt-Fonds ein.

„Seit 27 Jahren kämpfen die AK-Arbeitsrechtsexperten für die Rechte der Arbeitnehmer. Mit dem kostenlosen Rechtsschutz wurden insgesamt 372,1 Millionen Euro für Betroffene erstritten, aber mit dem erstrittenen Wert im vorigen Jahr von 47,6 Millionen wurde alles übertroffen“, erklärte AK-Präsident Günther Goach.

Top Themen der persönlichen Beratungen 2018

Spitzenreiter bei den persönlichen Beratungen durch die AK-Experten war das Thema „Auflösung des Arbeitsverhältnisses“ – 5.609 Mal standen die Rechtsexperten mit Rat und Tat zur Seite. Bei den Beratungsthemen „Entgelt, Einstufung und Abrechnung“ wurde 4.861 Mal eine Auskunft gegeben. 1.661 Mal wurde zu „Karenz und Kinderbetreuungsgeld“ beraten. 832 Mal wurden die AK-Sozialrechtsexperten zu Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension kontaktiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Mann wurde gekündigt © Viacheslav Iakobchuk, stock.adobe.com

Schwarze Liste im Arbeitsrecht

Trotz gesetzlicher Bestimmungen, Regelungen in Kollektivverträgen und Betriebsvereinbarungen sind Verfehlungen von Arbeitgebern keine Seltenheit.

AK-Präsident Günther Goach © Helge Bauer, AK

Schief­lage ge­gen­über Ar­beit­neh­mern nimmt zu

AK-Präsident Goach: „Die AK steht für sozialen Zusammenhalt und kämpft für die Interessen der Arbeitnehmer.“

Baugewerbe - Beschäftigte klagen © pictonaut, fotolia.com

Kostenloser Rechtsschutz

Die AK un­ter­stützt bei ar­beits- und so­zi­al­recht­li­chen Kon­flik­ten.

  • © 2019 AK Kärnten | Bahnhofplatz 3 9021 Klagenfurt am Wörthersee, +43 50 477

  • Datenschutz
  • Impressum