3.6.2015
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Lebensmittelverschwendung auf der einen Seite, Hunger auf der anderen

Resolution ÖAAB

1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel werden im Jahr weggeworfen oder sind Verluste entlang der Wertschöpfungskette. Das ist rund ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel. Industrieländer und Entwicklungsländer unterscheiden sich in der Summe der Verluste an Lebensmitteln nicht wesentlich. Sie liegen jeweils bei 670 beziehungsweise 630 Millionen Tonnen.

Österreichische Haushalte werfen bis zu 157.000 Tonnen an angebrochenen und original verpackten Lebensmitteln weg, obwohl diese bei rechtzeitigem Konsum genießbar gewesen wären. Die Entsorgung über die Restmüllbehälter stellt dabei nur eine der Schienen dar, über die Lebensmittel entsorgt werden. Werden noch die anderen Entsorgungswege berücksichtigt, wie zum Beispiel Eigenkompostierung, Sammlung über die Biotonne usw. ist von einem noch größeren Anteil an weggeworfenen originalen und angebrochenen Lebensmitteln auszugehen. Oftmals wäre das Wegwerfen von Lebensmitteln bei rechtzeitigem Verzehr, ordnungsgemäßer Lagerung oder durch verbessertes Haushaltsmanagement vermeidbar gewesen.

Aufklärung und Bewusstseinsbildung

Viele Bilder bleiben nachhaltig in Erinnerung und führen uns vor Augen, dass unser Umgang mit Lebensmitteln auch dramatische Folgen für Menschen in anderen Ländern der Welt hat. Weggeworfene Lebensmittel sind nicht nur ethisch und für die Gesellschaft ein Problem, sondern verursachen, angefangen von der Landwirtschaft über die Lebensmittelverarbeitung, den Handel bis hin zur Entsorgung durch die Konsumentinnen und Konsumenten, unterschiedliche Umweltauswirkungen. In Wien wird täglich jene Menge an Brot als Retourware vernichtet, mit der die zweitgrößte Stadt Österreichs, das ist Graz, versorgt werden kann.

Unverkaufte Nahrungsmittel müssen recycelt oder noch besser gespendet werden!

Mit einem Gesetz geht Frankreich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln vor. Künftig darf der Großhandel unverkaufte Nahrungsmittel nicht mehr wegwerfen, beschloss das französische Parlament. Frankreichs Supermärkte dürfen Lebensmittel nicht wegwerfen. Insbesondere wird es den Lebensmittelhändlern verboten, ihre unverkaufte Ware für den Konsum ungeeignet zu machen. Die beschlossenen Maßnahmen sehen vor, dass die Händler jegliche Verschwendung vermeiden müssen: Unverkaufte Ware soll gespendet, als Tiernahrung genutzt oder als Kompost für die Landwirtschaft verwendet werden. Supermärkte mit einer Fläche von mehr als 400 Quadratmetern werden verpflichtet, ein Abkommen mit einer karitativen  Organisation für Lebensmittelspenden zu schließen. An Schulen soll zudem Unterricht gegen die Verschwendung von Lebensmitteln in den Lehrplan aufgenommen werden.

Die Vollversammlung der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Kärnten fordert daher mir dieser Resolution die Bundesregierung auf, die Lebensmittelverschwendung in Österreich bis 2025 zu halbieren.

Einstimmige Annahme

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