30.5.2023

AK-Nachhilfestudie 2023: Kärntner Eltern kostet Nachhilfeunterricht rund 710 Euro 

Die Ergebnisse einer von der AK in Auftrag gegebenen IFES-Studie zeigen: In Kärnten haben Eltern insgesamt etwa 5,6 Millionen Euro für Nachhilfe ausgegeben (bundesweit: 121,6 Mio.) „Finanziell schwächer gestellte Haushalte dürfen nicht benachteiligt werden, denn es geht um die Zukunft unserer Kinder“, sagt AK-Präsident Günther Goach.

Jedes achte Schulkind, also 13 Prozent, nahm im Schuljahr 2022/2023 und Sommer 2022 eine bezahlte Nachhilfe oder Lernhilfe in Anspruch. Dieser Anteil ist im Vergleich zu 2020 zwar um fünf Prozent gesunken, der Bedarf an Nachhilfe bleibt jedoch: „Bei der bezahlten wie auch unbezahlten Nachhilfe in Kärnten gibt es einen hochgerechneten Gesamtbedarf für rund 17.000 Schülerinnen und Schüler. Was laut Studie etwa drei von zehn Schülern entspricht“, erklärt Peter Reichmann, Leiter der Bildungsabteilung in der AK Kärnten.

Nachhilfekosten leicht gestiegen

Die durchschnittlichen Kosten für Nachhilfe in Kärnten belaufen sich pro Schüler auf rund 710 Euro, während der österreichweite Durchschnitt bei 720 Euro liegt. 2020 wurden noch 480 Euro ausgegeben, wohingegen im Österreich-Schnitt für 2020 die Kosten bei 700 Euro lagen. Knapp die Hälfte der befragten Eltern (49 Prozent) ist durch die bezahlte Nachhilfe finanziell spürbar bis sehr stark belastet. Die Gesamtausgaben für Nach- und Lernhilfestunden für Eltern in Kärnten belaufen sich auf rund 5,6 Millionen Euro (österreichweit: 121,6 Millionen Euro; Kärnten Schuljahr 2020: 5,4 Millionen Euro). „Schule produziert einen Nachhilfemarkt, in den Eltern mit den nötigen finanziellen Mitteln investieren können“, sagt Goach und spricht sich für den Ausbau von kostenloser Nachhilfe an Schulen aus, um für mehr Chancengleichheit zu sorgen.

Bezahlte Nachhilfe

Etwa 8.000 Schüler haben in Kärnten eine bezahlte Nachhilfe in Anspruch genommen. Die Eltern von weiteren rund 11.000 Schülern hätten gerne bezahlte Nachhilfe erhalten, jedoch war diese häufig zu teuer oder es konnte kein passendes Angebot gefunden werden. „Bezahlte Nachhilfe wird zu ähnlichen Teilen von Studierenden (28 Prozent), Lehrkräften (26 Prozent) oder von Nachhilfeinstituten (24 Prozent) durchgeführt.

Kostenlose Nachhilfe

In Kärnten konnten darüber hinaus 3.000 Schüler kostenlose schulische Lernhilfeangebote nutzen, die vor allem in der Nachmittagsbetreuung angeboten werden. Ein Drittel der Schüler in Kärnten besuchte eine externe Nachmittagsbetreuung. Zusätzlich nutzen 29 Prozent der Schüler in Kärnten (bundesweit: 34 Prozent) an ihrer Schule einen Förderunterricht.

Nachhilfe wurde insbesondere in Mathematik (66 Prozent, drei Prozentpunkte weniger als noch 2020), in Deutsch (22 Prozent; plus drei Prozentpunkte) und in Fremdsprachen (23 Prozent, vier Prozentpunkte weniger als 2020) in Anspruch genommen. Als Hauptgründe für Nachhilfe wurden in der Studie die Verbesserung von Noten und die Vermeidung von negativen Noten angegeben.

Mit dem AK-Lerncoaching der Arbeiterkammer Kärnten steht für Schüler ein weiteres kostenloses Nachhilfeangebote in Kärnten bereit und hilft Schülern, Versäumtes in Mathematik, Deutsch und Englisch nachzuholen und zugleich Eltern finanziell zu entlasten. Durch dieses Angebot ist es möglich – ohne Druck und vor allem mit Spaß – das Versäumte nachzuholen und Lernlücken zu schließen. 

Eltern lernen zuhause mit Kindern

Sieben von zehn Kindern in Kärnten werden zu Hause zumindest hin und wieder beim Aufgaben machen und beim Lernen und Üben beaufsichtigt. 32 Prozent der Eltern lernen sogar so gut wie täglich mit ihren Kindern. Immerhin vier von fünf Eltern, die ihren Kindern bei Schulaufgaben helfen, sind mehr oder weniger spürbar zeitlich belastet.

Zur Erhebung:

Zeitraum der Erhebung: von Mitte Februar bis Mitte April 2023 wurden telefonische und Online-Interviews mit Eltern von Schulkindern durchgeführt (ausgenommen: Berufsschulen, Akademien, Schulen im Gesundheitswesen). Die Stichprobe für Kärnten umfasste 666 Schulkinder in 423 Haushalten, während bundesweit 4.893 Schulkinder in 3.213 Haushalten befragt wurden.


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