10 Tipps für Ferial­jobber­Inn­en

Über 100.000 SchülerInnen verdienen sich Geld in den Ferien oder sammeln als PraktikantInnen erste Berufserfahrungen.

Die Erfahrungen sind leider nicht immer die besten, wie Beschwerden bei der AK zeigen. Doch ein Ferienjob ist ein richtiges Arbeitsverhältnis mit allen Rechten. Wir haben Tipps zusammengestellt, damit der Ferienjob kein Flop wird:

Tipp 1: Schriftlichen Arbeitsvertrag abschließen

Ein Arbeitsvertrag ist eine Vereinbarung zwischen FerialarbeiterIn und Arbeit­geb­er­In. Er legt die Tätigkeit, Beginn und Ende der Beschäftigung, Arbeitszeit sowie die Bezahlung fest. Der Arbeitsvertrag kann zwar schriftlich oder münd­lich abgeschlossen werden, die AK empfiehlt jedoch, sich mit einem Vertrag Schwarz auf Weiß abzusichern. Jedenfalls müssen ArbeitgeberInnen den Ferial­jobber­Inn­en sofort nach Aufnahme der Tätigkeit einen Dienstzettel geben: Darauf ist kurz zusammengefasst, was mündlich vereinbart wurde, zum Beispiel die Arbeitsstunden pro Woche und das Entgelt. Der Dienstzettel sollte unbedingt aufbewahrt werden!

Tipp 2: Arbeitszeiten und Pausen

Jugendliche unter 18 dürfen höchstens acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich arbeiten. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Woch­en­arbeits­zeit auch anders verteilt werden – insbesondere im Gastgewerbe. Die tägliche Arbeitszeit darf maximal 9 Stunden betragen, die wöchentliche höch­stens 45 Stunden. Jugendliche haben Anspruch auf eine Ruhepause von min­des­tens einer halben Stunde, sofern die Gesamtdauer der täglichen Arbeitszeit mehr als 4,5 Stunden beträgt. FerialjobberInnen über 18 müssen spätestens nach 6 Stunden eine Pause einlegen.

Tipp 3: Arbeitszeit-Aufzeichnungen führen

So ist man im Streitfall gewappnet: Regelmäßig Aufzeichnungen über Beginn und Ende der Arbeitszeit und der Pausen sowie die genauen Tätigkeiten führ­en und aufbewahren. Unrichtige Arbeitszeitaufzeichnungen nicht unter­schreib­en! Die AK bietet eine Vorlage zur Arbeitszeit-Aufzeichnung zum Down­load an. Technikaffine können per Computer oder Smartphone den AK-Zeitspeicher nutzen.

Tipp 4: Wie viel bekomme ich für meine Arbeit?

Arbeiten für ein Taschengeld – das war einmal! Der Ferienjob muss min­des­tens nach Kollektivvertrag bezahlt werden. Gibt es für eine Branche keinen, bildet das ortsübliche Entgelt die Grundnorm. 700 bis 1.000 Euro brutto sollte der Ferialjob also auf jeden Fall bringen! Wie viel vom Bruttolohn übrigbleibt nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen, lässt sich mit dem Brutto-Netto-Rechner herausfinden.

Tipp 5: Urlaubszuschuss und Weihnachtsgeld

Ob FerialarbeiterInnen anteilig Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhalten, hängt vom Kollektivvertrag der jeweiligen Branche ab.

Tipp 6: Urlaubsanspruch & Urlaubsersatzleistung

Selbst wenn nur für ein paar Wochen gearbeitet wird: FerialarbeiterInnen haben einen anteiligen Urlaubsanspruch, je nach geleisteter Dienstzeit. Nach ein­em Monat sind das 2,5 Werktage. Wer die bezahlte Freizeit nicht kon­sum­iert, kriegt am Ende Bares – in Form der Urlaubsersatzleistung. Ausnahme: Das Dienstverhältnis wurde vorzeitig ohne wichtigem Grund durch die Ferial­arbeit­er­in, den Ferialarbeiter beendet.

Tipp 7: Checken Sie Ihre Lohnabrechnung!

Ein Gehaltszettel ist auch für FerialarbeiterInnen Pflicht! Ein Check, ob alles abgerechnet wurde, kann nie schaden. Bei Unklarheiten ist Nachfragen ein Muss. Wenn zustehendes Entgelt nicht ausbezahlt wurde (z.B. Lohn oder Urlaubs­er­satz­leist­ung), sollte die Arbeitgeberin, der Arbeitgeber sofort per Einschreiben zur Nachzahlung aufgefordert werden. Achtung: Wer zu lange wartet, kann aufgrund von Verfallsbestimmungen Geld verlieren!

Tipp 8: Korrekt sozialversichert?

Schon bevor FerialjobberInnen ihre Arbeit aufnehmen, muss sie ihr Arbeit­geb­er bei der Gebietskrankenkasse anmelden. Eine Kopie der Anmeldung geht so­fort an die FerialjobberInnen. Dies ist sehr wichtig, um bei Arbeitsunfall oder Krank­heit abgesichert zu sein. Und, auch wenn junge Leute noch nicht daran denken: Beim Ferialjob werden bereits ersten Ansprüche für die Pension er­worb­en! Nach Ende der Beschäftigung gibt es noch eine Abmeldungskopie von der Sozialversicherung.

Tipp 9: Keine Verzichtserklärung unterschreiben!

Achtung vor Kleingedrucktem: Dort sind mitunter Verzichtserklärungen zu find­en. Wer voreilig unterschreibt, könnte zum Beispiel um das Geld für ge­leist­et­e Überstunden umfallen.

Tipp 10: Zuckerl im Nachhinein: Der Lohnsteuerausgleich

Wer über das Jahr gerechnet weniger als 12.600 Euro verdient, ist nicht lohn­steu­er­pflichtig. Wurde dennoch Lohnsteuer abgezogen, können sich Ferial­arbeit­er­Inn­en diese mit der ArbeitnehmerInnenveranlagung ("Lohn­steuer­aus­gleich") innerhalb der nächsten fünf Jahre vom Finanzamt zurückholen. Wer unter 12.600 Euro verdient hat und Sozialversicherungsbeiträge vom Lohn ab­ge­zog­en wurden, kann sich die sogenannte Negativsteuer zurückholen (50% der eingezahlten Sozialversicherungsbeiträge bis zu 400 Euro bzw. bei An­spruch auf Pendlerpauschale bis zu 500 Euro).

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