13.5.2026

AK-Präsident Goach: „Es braucht soziale Symmetrie!“

Zwei gemeinsame Anträge, vier Resolutionen und 17 Anträge wurden in der heute, 13. Mai 2026, stattgefundenen Vollversammlung der Arbeiterkammer Kärnten beschlossen und an Bund und Land verabschiedet. Vor den 70 Kammerrät:innen thematisierte AK-Präsident Günther Goach die aktuelle wirtschaftliche Herausforderung für die Arbeitnehmer:innen. Seine zentrale Botschaft: „Ein Dach über dem Kopf, eine warme Wohnung und ein voller Kühlschrank sind Grundrechte und dafür setzen wir uns als AK ein!“

Laut den jüngsten Daten der Statistik Austria gelten in Kärnten rund 100.000 Personen, davon knapp 28.000 Kinder und junge Erwachsene, als armutsgefährdet. Die aktuellen Entwicklungen der Lebenshaltungskosten verschärfen die Lage. Die explodierenden Lebenshaltungskosten ziehen die Schlinge immer enger zu. Goach mahnte im Rahmen der Vollversammlung: „Wir sprechen hier nicht von Luxusgütern, sondern von existenziellen Grundrechten: Wohnen, Energie und Lebensmittel. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten, um sich das Leben gestalten zu können. Daher sind auch Kollektivverträge so wichtig. Sie sind Mindestnormen, auf die man sich verlassen kann! Es braucht soziale Symmetrie.“

Goach kam auch auf das Thema Energie zu sprechen. Kärntner Haushalte sollen bei den Stromnetzkosten nicht mehr überproportional belastet werden. Der AK-Präsident fordert ein Ende dieser regionalen Ungleichheiten: „Wir fordern einheitliche Netzkosten in Österreich, mit Nachdruck. Das trägt auch zur Entlastung der Kärntnerinnen und Kärntner bei.“ Auch am Wohnungsmarkt sei die Belastungsgrenze erreicht. Die aktuelle Wohnkostenstudie der AK zeigt, dass die Preise seit Jahren steigen. In den niedrigsten Einkommensgruppen müssen Haushalte teilweise mehr als die Hälfte ihres Einkommens fürs Wohnen aufwenden. Um diese Entwicklung zu dämpfen, setzt die Arbeiterkammer Kärnten auf die Stärkung des gemeinnützigen Wohnbaus. Konkret wird eine gesetzliche Quote gefordert: Bei jeder Neuwidmung von Bauflächen sollen künftig mindestens 30 Prozent für den sozialen Wohnbau reserviert werden. Goach erläutert: „Diese Flächen müssen den gemeinnützigen Bauvereinigungen deutlich unter dem Marktwert angeboten werden. Nur so können wir langfristig sicherstellen, dass Wohnen in Kärnten leistbar bleibt.“

Gegenfinanzierung FLAF muss gesichert sein

Kritisch beleuchtete Goach das Doppelbudget der Bundesregierung für 2027/2028. Sorge bereite ihm vor allem die geplante Senkung der Lohnnebenkosten. Der Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) soll von 3,7 Prozent auf 2,7 Prozent gesenkt werden. Heimische Unternehmen würden dadurch um rund zwei Milliarden Euro pro Jahr entlastet werden. „Die Gegenfinanzierung des FLAF muss gesichert sein“, fordert Goach, denn sonst könnte sich dies auf zentrale Leistungen wie die Familienbeihilfe und das Kinderbetreuungsgeld negativ auswirken. 

„Traumazentrum“ retten

Goach bezeichnete außerdem das Projekt des geplanten Traumazentrums am Areal des Klinikums Klagenfurt als „prioritäre Aufgabe“. Die AK fordert, dass die öffentliche Hand jene Finanzierung sicherstellt, welche die Eigenmittel der AUVA übersteigt, um das Traumazentrum zu realisieren. „Die Unfallversorgung der Kärntner Bevölkerung darf nicht zum Gegenstand von Budgetdebatten werden“, betonte der Präsident. Gleichzeitig sprach er sich entschieden gegen eine weitere Reduktion der Unfallversicherungsbeiträge – unter dem Deckmantel der Senkung der Lohnnebenkosten – aus.

pressefotos zum download

 Fotos: Gernot Gleiss/AK

Kontakt

Kontakt

Öffentlichkeitsarbeit
Tel. : 050 477-2402
E-Mail: oeffentlichkeitsarbeit@akktn.at

Das könnte Sie auch interessieren

Resolutionen und Anträge

Allianz für Pendler-Entlastung und Schutz von „Sternenmüttern“

  • © 2026 AK Kärnten | Bahnhofplatz 3, 9021 Klagenfurt am Wörthersee, +43 50 477

  • Datenschutz
  • Impressum