Kärntner Gespräche beleuchteten die Herausforderungen unserer Zeit
Angesichts zunehmender internationaler Spannungen, geopolitischer Konflikte und gesellschaftlicher Polarisierung diskutierten Expert:innen und interessierte Besucher:innen gestern bei den 15. „Kärntner Gesprächen zur demokratiepolitischen Bildung“ der Arbeiterkammer Kärnten über aktuelle Herausforderungen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Unter dem Titel „Neue Welt(un)ordnung“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie demokratische Gesellschaften auf globale Krisen reagieren können.
Die „Kärntner Gespräche“ widmeten sich der Frage, wie demokratische Institutionen und rechtsstaatliche Prinzipien in Zeiten wachsender Unsicherheit gestärkt und geschützt werden können. Dabei wurde deutlich, dass internationale Konflikte und geopolitische Spannungen nicht nur fernes Weltgeschehen sind, sondern unmittelbare Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben. AK-Präsident Günther Goach betonte die enge Verknüpfung globaler Entwicklungen mit der Lebensrealität der Bevölkerung: „Das zeigt sich insbesondere in Lieferkrisen, steigenden Lebenshaltungskosten sowie im Druck auf die soziale Sicherheit und die Gesundheitsvorsorge. Wir können internationale Entwicklungen nicht unmittelbar gestalten. Aber wir können entscheiden, wie wir als Gesellschaft damit umgehen, unsere demokratischen Institutionen stärken, für sozialen Ausgleich sorgen und Beteiligung ermöglichen.“
Rechtswissenschaftler Johannes Tropper zeigte auf, wie geopolitische Machtverschiebungen und der Druck auf internationale Institutionen die bestehende Völkerrechtsordnung herausfordern. Gleichzeitig verwies er auf positive Entwicklungen wie neue internationale Abkommen und die stärkere Einbindung des Globalen Südens. Demokratie- und Konfliktforscherin Daniela Ingruber warnte vor demokratischen Rückschritten, zunehmender Polarisierung und populistischen Tendenzen. Demokratie sei kein statisches System, sondern müsse laufend gestärkt und weiterentwickelt werden. Politische Bildung, eine lebendige Streitkultur und eine aktive Zivilgesellschaft seien dabei zentrale Voraussetzungen. Schriftstellerin Birgit Birnbacher richtete den Blick auf die Auswirkungen globaler Umbrüche auf die Lebensrealität der Menschen und ergänzte damit die Debatte um eine gesellschaftliche Perspektive.
Die Diskussionen und Fragen machten deutlich, dass Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeiten sind. Umso wichtiger sind Räume für Austausch, kritisches Denken und politische Bildung, wie sie die Kärntner Gespräche bieten. Daniel Weidlitsch, Abteilungsleiter Bildungspolitik, Jugend & Kultur betont abschließend: „Die Kärntner Gespräche leisten einen wesentlichen Beitrag zur politischen Bildungsarbeit der AK Kärnten, indem sie gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen und einen fundierten Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit ermöglichen.“
Wer die Kärntner Gespräche 2026 verpasst hat, kann die gesamte Veranstaltung online nachschauen: kaernten.arbeiterkammer.at