2.12.2013
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Kaum Chancen für ältere Arbeitnehmer: AK fordert Einführung des Bonus-Malus-Systems

Die Einführung eines Bonus-Malus-Systems zur Unterstützung älterer und gesundheitlich beeinträchtigter Arbeitnehmer forderten heute Experten bei einer Enquete der Arbeiterkammer Kärnten. Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Gesucht: Jung, gesund, flexibel“. Dabei erörterten namhafte Referenten welche Arbeitsmarktchancen gesundheitlich Beeinträchtigte und ältere Menschen haben und wie man ihre Situation verbessern kann.

Aus einer Befragung der AK Kärnten unter älteren Arbeitnehmern geht hervor, dass nur knapp ein Drittel der Über-50-jährigen glauben, dass sie in ihrem Alter noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten. Bei den 56- bis 60-Jährigen ist es sogar nur noch ein Fünftel. Besonders schwer haben es Arbeitslose mit körperlichen Einschränkungen. 79 Prozent der Befragten bestätigten, dass Bewerbungsgespräche bei Erwartung von gesundheitlichen Problemen sofort beendet werden. Die Befragung wurde im Oktober 2013 durchgeführt – 221 Fragebögen wurden ausgewertet.

40 Prozent gehen krank in Pension

In Kärnten führen Krankheit bzw. Arbeitsunfähigkeit übrigens deutlich häufiger zum Ende des Erwerbslebens als in Restösterreich. Bei den 50- bis 69-Jährigen sind es in Kärnten 40,2 Prozent. Der österreichische Durchschnitt liegt bei 29,3 Prozent. Das geht aus dem Modul der Arbeitskräfteerhebung 2012 der Statistik Austria hervor.

Um älteren Arbeitslosen mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu geben, fordert die AK KÄRNTEN deshalb mit Nachdruck ein Bonus-Malus-System. Betriebe, die ältere Mitarbeiter beschäftigen, sollen belohnt werden. Jene, die die Vorgaben nicht erfüllen, sollen einen Malus zu entrichten haben. „Außerdem müssen Unternehmen Älteren geeignete Arbeitsplätze anbieten und auf die Gesundheitsvorsorge achten“, sagte Marlene Diethart, die die AK-Befragung durchgeführt hat.

Weitere Forderungen, die im Rahmen der Enquete gestellt wurden, sind:

  • Umsetzung der gesetzlich vorgesehenen Arbeitsplatzevaluierung unter Beziehung von Arbeitspsychologen. Empfehlungen sollen verpflichtend umzusetzen sein.
  • Der öffentliche Dienst muss seiner Verantwortung nachkommen. Ältere müssen mehr Perspektiven bekommen und nicht als Kostenfaktor gesehen werden.
  • Schulungen verbessern: Berufliche Neuorientierung muss es für alle geben. Die Mittel für Schulungen müssen aufgestockt werden.
  • Verstärktes Augenmerk ist auf den 2. Arbeitsmarkt (sozialökonomische Betriebe) zu legen, solange die Privatwirtschaft älteren Arbeitnehmern kaum noch Chancen gibt.

Fotos: Eggenberger

Arbeitslos: Was nun?

Was tun, wenn der Job weg ist? Die wichtigsten Infos über das richtige Vorgehen beim AMS, entscheidende Fristen und den Bezug des Arbeitslosengelds.

Pensionsvorschuss

Mit dem Pensionsvorschuss sind Sie finanziell abgesichert, während Sie einen Pensionsantrag stellen. Welche Voraussetzungen müssen Sie dafür erfüllen?

Übergangsgeld

Arbeitslose, die kurz vor der Pensionierung stehen, bekommen vom AMS Übergangsgeld. Wichtige Infos über Anspruchsberechtigung, Höhe und Bedingungen.

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Verwandte Links

Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK