AK-Goach: „Fernlehre darf nicht auf Kosten von Eltern und Schülern gehen und zu sozialem Problem werden!“

(AK/29) – „Nebenbei zu Hause Lehrer sein, das geht einfach nicht. Schon gar nicht, wenn man existenzielle Sorgen, Stressbelastungen und/oder Homeoffice zu bewältigen hat“, definiert AK-Präsident Goach Probleme, die jetzt in vielen Familien mit Schulkindern auftreten. „Das Bildungsministerium muss einheitliche Online-Tools, Service-Einrichtungen für Eltern, Schüler und Lehrer schaffen“, fordert Goach, der auch Direktorinnen und Direktoren in der Verantwortung sieht, klare Vorgaben an Lehrer zu erteilen. „Kinder und Jugendliche dürfen sich nicht aus dem Bildungssystem verabschieden, denn dann droht auch ein soziales Problem!“, so Goach.

In den Leitlinien vom Bildungsministerium zur Fernlehre heißt es einleitend: „In vielen Schulen ist die Überbrückungsphase der „Fernlehre“ und des „Fernlernens“ sehr erfolgreich angelaufen. Da und dort zeigen sich noch Umsetzungsschwierigkeiten, was den Umfang, die Koordination und organisatorische Fragen von Arbeitsaufträgen bzw. auch das Zuhause als „neues Klassenzimmer“ betrifft.

„Diese relativ positive Darstellung der aktuellen Situation wird seitens der AK Kärnten sehr kritisch gesehen“, weiß Isabella Penz, Leiterin der AK-Bildungsabteilung und konkretisiert: „Viele Eltern bzw. Kinder sind mit massiven Umsetzungsschwierigkeiten konfrontiert, die auch nicht als anfängliche Schwierigkeiten gesehen werden dürfen, sondern die durch die vielen Herausforderungen zu Hause zunehmend größer werden.“

„Der Auftrag des Bildungsministers Heinz Faßmann, Arbeitspakete zur Verfügung zu stellen, war der falsche. Viele Eltern haben das Gefühl, dass mit der Weitergabe der Lernpakete im wahrsten Sinne des Wortes auch jede pädagogische Verantwortung der Schule an die Eltern abgegeben wurde. Die Eltern erhalten ein Paket an Übungszetteln und Arbeitsaufträgen und es ist nun Aufgabe der Eltern und Kinder, dies zu strukturieren und zu erarbeiten“, zeigt sich Goach von der „schwachen Bildungsmaßnahme“ enttäuscht. „Die Bereitstellung von einfachen Tipps, wie man etwa den Schultag strukturiert, verharmlosen das Problem fast noch“, kritisiert AK-Bildungsexpertin Penz weiter.

Die Arbeiterkammer Kärnten fordert:

  • Direktoren und Klassenvorstände müssen wieder die Koordination des Lernalltages übernehmen, damit Eltern entlastet werden.
  • Das Bildungsministerium hat dafür zu sorgen, dass die Lehrer der Strukturierung des Unterrichtes nachkommen.
  • Fernlehre darf nicht zu einem sozialen Problem wird. Die aktive Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern ist der Schlüssel zum Lernerfolg. Lehrer dürfen diese Aufgabe nicht auf einseitige E-Mails und dergleichen reduzieren.
  • So wie es in der Schule einen Stundenplan gibt, kann es auch jetzt einen Stundenplan geben, der den Kontakt zwischen Lehrern und Schülern vorgibt. Direkter Kontakt und Verbindlichkeiten verhindern, dass sich die Kinder und Jugendliche von Woche zu Woche aus dem Bildungssystem verabschieden.

    „Wir fordern eine Form der Fernlehre, die einen regelmäßigen und strukturierten direkten Kontakt zwischen Lehrern und Schülern vorsieht sowie Maßnahmen, damit die Fernlehre nicht zu einem sozialen Problem wird“, betont Goach abschließend.  

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