AK und ÖGB Kärnten fordern Gesamtstrategie für Kärntens Arbeitnehmer

Ifes-Studie bestätigt, dass Unternehmen mit Betriebsräte besser durch die Krise kamen. Für die Zeit nach der Krise sind nun politische Entscheidungsträger unter Einbindung der Sozialpartner gefragt, wie es weitergeht.

„Auch ohne Corona-Krise fordern Demografie, Klimakrise und Digitalisierung Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer heraus“, sagte AK-Präsident Günther Goach im Rahmen des Pressegesprächs. Daher braucht es jetzt eine arbeitnehmer- wie wirtschaftspolitische Gesamtstrategie, die von der Politik und den Sozialpartnern gemeinsam getragen werden muss. Die Krise und der dadurch beschleunigte Strukturwandel erfordern eine langfristig gerechte und ökologische Perspektive, bei der Beschäftigungspolitik sowie Qualifizierungsprogramme, Unternehmensförderungen, Nachfragestärkung, öffentliche Investitionen, Jobgarantie und öffentliche Angebotsausweitung ineinandergreifen.

Die Arbeiterkammer und der ÖGB Kärnten fordern daher:

  • Eine weitere Aufstockung des AMS-Personals – um die Vermittlungstätigkeit in gute Jobs verbessern zu können
  • Qualifikationsmaßnahmen – um Arbeitslose etwa aus dem Bereich Tourismus in systemrelevante Branche wie Gesundheit und Pflege weiterqualifizieren zu können
  • Für Menschen im Alter über 50 Jahren, die länger als zwei Jahre arbeitslos waren, sollen langfristig gemeinnützige und kommunale Arbeitsplätze geschaffen werden
  • Investitionen in zukunfts- und systemrelevante Wirtschaftsbereiche wie Gesundheit und Pflege, Kinderbetreuung und Schulen, Umwelt und Klima etc. zur Schaffung krisensicherer Arbeitsplätze
  • Digitalisierung im Bildungsbereich vorantreiben
  • Weiterentwicklung der überbetrieblichen Ausbildung
  • Verstärkte Förderung der Erwachsenenbildung
  • Ausbau der Arbeitsstiftungen, um Wiedereingliederungen zu ermöglichen
  • Kurzarbeit verlängern mit folgenden Eckpunkten: deutlich verbindlichere Begründung der wirtschaftlichen Notwendigkeit, Beteiligung der Unternehmen an den Kosten, Beibehaltung hoher Nettoersatzraten; wirksame Anreize für Unternehmen, berufsbezogene Aus- und Weiterbildung anzubieten
  • Arbeitslosengeld auf 70 Prozent erhöhen
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