So half die AK: Interventionsfälle aus der Praxis

Fehlerhafte Nutzflächenschlüssel, falsch verrechnete Heiz- und oder Warmwasserkosten, überwälzte Kosten: Die Liste der unrechtmäßigen Belastungen für heimische Mieter ist lang. „Beispiele aus der Beratungspraxis zeigen, wie wichtig eine unabhängige und kompetente Beratung ist, damit Mieter zu ihrem Recht kommen!“, betonte AK-Präsident Günther Goach.

1. Wasserkosten für Betrieb mitbezahlt

In der für 2018 gelegten Betriebskostenabrechnung wurde dem Mieter, verglichen mit den Vorjahren, eine immens hohe Wasserabrechnung angelastet. Da sich im selben Gebäude eine Putzerei und ein Blumengeschäft befinden, stellte sich die Frage, ob sich durch deren unternehmerische Tätigkeit der Gesamtverbrauch überdurchschnittlich erhöhte. Da es für die Betriebe bis dato keinen Subzähler gab, wurde deren Mehrverbrauch den Mietern über die Nutzfläche überwälzt. Aber: Wenn sich in einem Wohngebäude auch Geschäftsflächen befinden, müssen deren Verbrauchswerte abgegrenzt von den Mietwohnungen ermittelt werden. Dies geschah jedoch nicht. In Folge eines Einspruchs versprach man, Subzähler einzubauen und bot dem Mieter an, für 2019 nur 100 Kubikmeter Wasser zu verrechnen.

2. Privatmieter mehrfach belastet

Ein Privatmieter erhielt eine Jahresabrechnung, welche Aufzugskosten (Feuerwehreinsatz mit Personenbefreiung sowie Vollwartungspauschale) beinhaltete, die einem Mieter ohne vorherige schriftliche Vereinbarung nicht weiterverrechnet werden dürfen. Der Mieter bekam außerdem mehrere Heizkostenabrechnungen für unterschiedliche Nutzungszeiträume. Da er erst mit September 2018 die Wohnung bezogen hat, durfte ihm nur der jeweilige Nutzungszeitraum (September bis Dezember) verrechnet werden. Nach dem ersten schriftlichen Einspruch wurde seitens der Hausverwaltung die Aufzugskosten aus der Abrechnung entfernt und eine Korrektur der Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung vorgenommen. Erst aufgrund einer weiteren Intervention, wurde auch die bei Bezug der Wohnung vorgenommene Zwischenablesung berücksichtigt. Schlussendlich reduzierte sich für den Mieter die Nachzahlung von 377 auf 189 Euro.

3. Müllgebühr zu hoch

In einem Wohnhaus in Klagenfurt wurde seitens der Verwaltung die Aufstellung von Müllbehältern für den Müllanfall von bis zu 40 Personen veranlasst. Im betroffenen Wohnhaus waren 2018 jedoch nur 17 Personen gemeldet. Besonders auffällig dabei war, dass sich der Müllraum im Nachbargebäude befand und für dieses – flächenmäßig größere Gebäude – Müllgebühren in weitaus geringerem Ausmaß zur Vorschreibung gelangten. Ergebnis: Den fünf Mietern wurden verrechnete Kosten von über 1.150 Euro erstattet.

4. Versicherungsprämien – AK prüft weiter

In vielen BUWOG-Wohnungen kam es heuer zu hohen Betriebskostennachzahlungen. Grund dafür waren oftmals erhöhte Versicherungsprämien. In einer Wohnanlage stiegen die Kosten für die Versicherung im Vergleich zum Jahr 2017 um 7.600 Euro. Aufgrund eines Einspruchs der AK gab die BUWOG eine Stellungnahme ab. Begründet wurden die Mehrkosten mit der Tatsache, dass es zu einem neuen Versicherungsvertrag mit mehr Transparenz, kürzerer Bindung und besserer Deckung gekommen sei. Es wurden somit Versicherungen mit Konditionen über dem Branchendurchschnitt abgeschlossen. Da für die Mieter enorme Mehrkosten entstanden sind, ist die Frage der Zweck- und Wirtschaftlichkeit der neuen Verträge zu hinterfragen. Die vorliegenden Fälle werden von Experten noch näher geprüft und gegebenenfalls gerichtlich geklärt.

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