2.10.2017
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Betriebskosten-Check: 1.400 Kärntner nutzten die Aktion der AK und des Landes Kärnten

Erfolgreiche Bilanz ziehen Arbeiterkammer und Land Kärnten im Rahmen der Aktion „Betriebskosten – Wir blicken durch!“. Von 1. Mai bis 31. Juli 2017 berieten die AK-Experten verstärkt zum Thema Betriebs- und Heizkosten. Fast 1.400 Kärntner Mieter und Wohnungseigentümer nahmen das Service in Anspruch. In rund 400 Fällen musste bei Vermietern und Hausverwaltern von Seiten der AK interveniert werden.

Bereits zum vierten Mal wurde heuer die kostenlose Überprüfung der Betriebs- und Jahreskostenabrechnungen bei Miet- und Genossenschaftswohnungen sowie Eigentumswohnungen durch die AK-Konsumentenschützer durchgeführt. Die Aktion fand von 1. Mai bis 31. Juli 2017 statt. Hintergrund: Gemäß Mietrechtsgesetz müssen bis zum 30. Juni des Jahres die Betriebskosten für das vorherige Kalenderjahr dem Mieter oder Eigentümer übermittelt werden. Mitgetragen wurde das Projekt erneut vom Land Kärnten mit 20.000 Euro.

1.400 Beratungen in 3 Monaten

Insgesamt 1.394 Mieter ließen sich von den AK-Mietrechtsexperten beraten. Bei rund 1.000 Fällen konnte bereits im persönlichen Erstgespräch, insbesondere durch Aufklärung und Beratung, eine positive Erledigung erreicht werden.

In rund 400 Fällen (also fast 29 Prozent) hat die AK schriftlich Einspruch beim Vermieter bzw. Hausverwalter erhoben, um Einsicht in die Belegsammlung zu bekommen oder es wurde auf eine fehlerhafte Betriebskostenabrechnung hingewiesen. 40 Anfragen wurden durch weitergehende Interventionen der AK geregelt, da die Vermieter bzw. Hausverwalter auf den Einspruch gegen die Betriebskostenabrechnung unzureichend oder nicht reagierten. Diese Zahl steigt jedoch täglich, da weitere Beeinspruchungen anhängig sind.

Rechtmäßigkeit für Konsumenten

„Unser Ziel ist es, die Richtigkeit und Rechtmäßigkeit der Abrechnungen zu prüfen, Fehler aufzudecken und Einsprüche für hilfesuchende Konsumenten zu verfassen“, resümierte AK-Präsident Günther Goach und unterstrich die Wichtigkeit dieses Gemeinschaftsprojektes von AK und Land Kärnten. „Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Beratungen von 1.215 auf 1.394 – das ist eine Steigerung um 15 Prozent. Innerhalb von drei Monaten konnten wir heuer also 179 Menschen mehr helfen“, sagte Stephan Achernig, Leiter des AK-Konsumentenschutzes. 

„Viele Mieter erhielten neben der Betriebskostenabrechnung gleichzeitig ihre Heiz- und Warmwasserkostenabrechnungen, die hinsichtlich des Heizkostenabrechnungsgesetzes zu prüfen sind. Die Umstellung von Verdunster-Heizkostenverteilern auf elektronische Systeme sowie deren Messwert-Ablesung per Funk werfen für viele Wärmebezieher neue Fragen auf“, führte Michael Tschamer, AK-Mietrechtsexperte, weiter aus.

Wohnungseigentümer suchten Hilfe

Auch viele Wohnungseigentümer nahmen den Service in Anspruch, um ihre Abrechnungen prüfen zu lassen. Bei Wohnungseigentumsanlagen können jedoch sämtliche Aufwendungen für Gemeinschaftseigentum in die Abrechnungen aufgenommen werden. Diese Kosten sind jedoch im Verhältnis zu den Mietwohnungen schwer miteinander vergleichbar.

Hälfte des Einkommens fürs Wohnen

„Durch die jährliche Steigerung der Miet- und Betriebskosten bleibt das Mietthema eine Existenzfrage. Der Betriebskosten-Check bietet den Menschen die Möglichkeit, inkorrekte und oftmals unfaire Abrechnungen zu korrigieren und ihre Ausgaben zu senken. Die Miete macht in vielen Fällen bereits mehr als die Hälfte des Einkommens aus“, erklärte Goach. Die AK ist die einzige kostenlose Anlaufstelle in Kärnten, die allen Mietern in diesen Fragen Auskunft gibt. „Unsere Experten sind jährlich mit rund 10.000 Anfragen zum Miet- und Wohnrecht konfrontiert“, führte Goach die Beratungszahlen der AK weiter aus.

LHStv. Schaunig: Überarbeitung Mietrechtsgesetz

„Die jährlich steigende Zahl an Anfragen, die die AK bearbeitet, zeigt nicht nur, wie wichtig diese Aktion ist. Sie zeigt auch, dass einheitliche Vorgaben für Betriebskostenabrechnungen unbedingt erforderlich sind, da Mieter ihre Betriebskostenabrechnungen nicht ohne Fachleute überprüfen können“, sagte Wohnbaureferentin LHStv. Gaby Schaunig, die sich für eine entsprechende Überarbeitung des österreichischen Mietrechtsgesetzes ausspricht. 

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