4.6.2014
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Vermögen: Frauen haben das Nachsehen

Analog zur Literatur bestätigt die Studie, dass – wie beim Einkommen – auch beim Vermögen eine substantielle Lücke zwischen den nach Geschlecht aufgeteilten Haushalten besteht. Die Ergebnisse im Detail: 

Mehr als 40 Prozent weniger Nettovermögen

Weibliche Single-Haushalte besitzen im Durchschnitt ein deutlich geringeres Nettovermögen als männliche Single-Haushalte. In absoluten Zahlen heißt das: Weibliche Single-Haushalte besitzen im Schnitt etwa 110.000 Euro während ihre männlichen Pendants über rund 194.000 Euro verfügen.

Im Vergleich dazu besitzen Paarhaushalte das höchste Vermögen – im Schnitt 380.000 Euro. Doch während männliche Single-Haushalte knapp mehr als einen halben Paarhaushalt auf sich vereinen können, liegen weibliche Single-Haushalte deutlich darunter (weniger als ein Drittel).

Über weite Bereiche der Haushalte – konkret zwischen dem 7. und dem 70. Perzentil – ist die Vermögensverteilung zwischen männlichen und weiblichen Single-Haushalten ähnlich. So liegen auch die entsprechenden Mediane nicht weit voneinander entfernt: rund 22.000 Euro bei Frauen, rund 23.000 Euro bei Männern.

Je vermögender, desto größer der Unterschied

Die großen Unterschiede finden sich dagegen sowohl am unteren als auch am oberen Rand der Verteilung: Männliche Single-Haushalte in den oberen Perzentilen besitzen ein deutlich höheres Nettovermögen als weibliche. So beträgt das Nettovermögen an der Grenze zu den obersten zehn Prozent rund 390.000 bei den männlichen Single-Haushalten. Bei den weiblichen sind es dagegen nur 276.000 Euro. Auf der anderen Seite ist die Verschuldung männlicher Single-Haushalte im untersten Dezil stärker als die weiblicher Single-Haushalte. Allerdings ist hier der Unterschied wesentlich geringer als am oberen Rand. Fazit: Je höher das Nettovermögen, desto größer der Abstand von Männern zu Frauen.

Fazit und Forderungen

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen in Österreich eine substantielle Lücke zwischen Vermögen von Haushalten nach Geschlecht auf. Weibliche Single-Haushalte besitzen demnach im Schnitt mehr als 40 Prozent weniger Nettovermögen als männliche. Auch müssen Frauen einen um eine Kategorie höheren Bildungsabschluss vorweisen, um im Durchschnitt ein vergleichbares Vermögensniveau wie Männer zu erreichen. Daraus ergeben sich folgende Forderungen:

Gleichberechtigung: ArbeitnehmerInnen muss der Vermögensaufbau durch ihre Arbeit erleichtert werden. Die Studie zeigt, dass Berufstätigkeit,  Einkommen und Vermögen vor allem für Frauen stark zusammenhängen. Maßnahmen zur Verringerung des Gender Pay Gap und durchgängige Vollzeitbeschäftigung wirken sich positiv auf den Vermögensaufbau aus. Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen durch Ausbau von Kinderbetreuung und ganztägige Schulformen wirkt hier unterstützend.

Verbesserung der Berufschancen: Frauen sind immer besser ausgebildet, aber häufiger unter ihrem Qualifikationsniveau beschäftigt. Die AK hat bereits hier ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das hier Fortschritte bringen kann. Dazu gehören Unterstützung beim Wiedereinstieg und leichterer Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen. Auch das wirkt positiv auf den Vermögensaufbau.

Vermögensbezogene Steuern: Vermögen verteilen sich nicht gleich auf Männer und Frauen. Weibliche Single-Haushalte besitzen deutlich weniger Vermögen als männliche Single-Haushalte. Zu einem geschlechtergerechten Steuersystem gehört daher eine stärkere Besteuerung von Vermögen. Generell müssen bei der Steuerstrukturreform Genderaspekte berücksichtigt werden, wie auch die Staatszielbestimmung zu Gender Budgeting vorsieht.

Erbschaftssteuer: Erbschaften sind stark konzentriert. Gerade große Erbschaften gehen eher an Männer. Eine Erbschaftssteuer auf große Vermögen hat daher positive Genderaspekte. Daher fordert die AK mehr Chancengerechtigkeit für Frauen durch vermögensbezogene Steuern.

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