26.2.2016
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Pensionen: Klares Bekenntnis zum österreichischen System!

„Österreich hat eine starke öffentliche Alterssicherung und das ist gut so. Das ist das kostengünstigste und sicherste System und zwar nicht nur für die aktuellen PensionistInnen, sondern auch für die heute Jüngeren“, erklärt AK Präsident Rudi Kaske und stellt sich gegen die immer wieder unternommenen Angriffe auf dieses gut funktionierende System. Welche Beweggründe auch immer hinter Forderungen wie dem Einfrieren des Bundesbeitrages oder der automatischen Berücksichtigung der Lebenserwartung stehen mögen, sie lassen sich so übersetzen: „Wir sorgen nicht für alternsgerechte Arbeitsplätze, sondern wir kürzen eure Pensionen.“   

„Nach umfassenden Pensionsreformen, deren volle Wirkung erst Schritt für Schritt zum Tragen kommt,  ist es nun die zentrale Aufgabe, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen und die erforderlichen Arbeitsplätze sowohl für die Jüngeren als auch für die Älteren zu schaffen. Auch die Unternehmen müssen ihre Einstellung gegenüber Älteren ändern und Verantwortung übernehmen. Der bevorstehende Gipfel muss sich vor allem dieser Herausforderung stellen“, fordert Kaske. Statt weiterer Kürzungen bei den Pensionen in den Raum zu stellen und die Menschen unnötig zu verunsichern sind Investitionen in Wirtschaftswachstum, Bildung, Arbeitsmarkt und bessere Arbeitsbedingungen notwendig.

Wann wenn nicht jetzt sollen erforderliche Zukunftsinvestitionen getätigt und dringend notwendige Beschäftigungsimpulse gesetzt werden? Das ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Reduktion der viel zu hohen Arbeitslosigkeit, sondern nützt auch der nachhaltigen Budgetkonsolidierung. Denn eines ist für Kaske klar: „Die Pensionen werden nicht sicherer, wenn die Menschen weniger bekommen.“ Vehement fordert Kaske einen umfangreicheren Beitrag der Wirtschaft ein. Die Betriebe müssen z.B. mehr für die gesundheitliche Prävention tun und sie sind bei der Rehabilitation stärker in die Pflicht zu nehmen. Hier ist auch eine Ausdehnung des Kündigungsschutzes ins Auge zu fassen.

Der österreichische Weg erweist sich als richtig!

Österreich ist nicht auf den Privatisierungszug aufgesprungen und hat sich sein starkes öffentliches System bewahrt. Die Pensionspolitik hat besonnen gehandelt und ist nicht  der Euphorie der Finanzmärkte auf den Leim gegangen. Nach den ruinösen Erfahrungen der Finanz- und Wirtschaftskrise gibt es erst recht keinen Grund in die  Privatisierungsfalle zu tappen. Pensionen müssen zuverlässig bleiben und dürfen nicht zum Lotteriespiel werden. Auch die Jungen haben ein Recht auf gute, faire und zuverlässige Pensionen.

Österreich bietet auch den Jüngeren eine solide öffentliche Alterssicherung. Eine aktuelle OECD-Studie („Pensions at a Glance“) zeigt, dass in Österreich auch junge Menschen mit guten, lebensstandardsichernden Pensionen rechnen können. In vielen anderen Ländern ist das nicht mehr der Fall. Nach deutlichen Kürzungen in den öffentlichen Systemen und den ernüchternden Erfahrungen mit der kapitalgedeckten Zusatzvorsorge ist eine angemessene Alterssicherung oft nicht mehr gewährleistet. Altersarmut wird damit in vielen anderen Ländern wieder zum realen Bedrohungsszenario. 

Österreich hat einen abgestuften Pensionszugang, der auf die Belastungen der Arbeitswelt Rücksicht nimmt. Menschen, die 45 Jahre – und davon lange schwer –gearbeitet haben, können ab dem 60. Lebensjahr mit moderaten Abschlägen in Pension gehen. Das ist fair und gerecht, nicht zuletzt deswegen weil Schwerarbeiter typischerweisemit einer kürzeren Lebenserwartung konfrontiert sind. Was fehlt, ist, dass auch Unternehmen hierzu ihren Beitrag leisten und zumindest einen Teil der durch Schwerarbeit verursachten Kosten tragen. Ab dem 62. Lebensjahr können Langzeitversicherte mit zumindest 40 Versicherungsjahren mit versicherungsmathematischen Abschlägen ihre Pension antreten. Das Regelpensionsalter ist mit 65 Jahren ein gut gewählter Referenzwert, der sich an realistischen Leistungsverminderungen im Arbeitsleben orientiert und gewährleistet, dass nach einem oft sehr langen Arbeitsleben ein abschlagfreier Pensionsanspruch gebührt. Eine Anhebung etwa auf 67 Jahre, die manche Länder vorgenommen haben, ist sowohl unsozial als auch wirklichkeitsfremd. Denn viele Tätigkeiten können nicht annähernd bis zu diesem Alter ausgeübt werden. Nicht übersehen werden darf in diesem Zusammenhang auch, dass gut 20 Prozent der Männer vor Erreichung des 70.Lebensjahres sterben.   

Österreich hat starke Anreize gesetzt, den Pensionsantritt aufzuschieben. Das Pensionskonto ist transparent und gewährleistet für jeden Monat eines späteren Pensionsantritts eine höhere Pension. Auch wer über das Regelpensionsalter hinaus arbeiten will (und dazu die Möglichkeit hat), kann das tun und wird bis zum 68. Lebensjahr mit einem kräftigen Bonus belohnt. In Summe wird die Pension bei Weiterarbeit nach dem Regelpensionsalter jährlich um bis zu 10 Prozent erhöht. Unverständlich ist, dass in Anbetracht derartiger Effekte von manchen  noch immer mehr Anreize für einen späteren Pensionsantritt gefordert werden. Was fehlt sind nicht ausreichende Anreize für einen späteren Pensionsantritt, sondern oft einfach die Möglichkeit länger arbeiten zu können.

Österreich hat die Pensionssysteme im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft vereinheitlicht mit klaren Leistungszusagen, auf die sich die Menschen verlassen können. Österreich hat sich für ein generell geltendes Pensionskonto mit klar definiertem Leistungsanspruch entschieden. Das neue Recht gilt – wenngleich mit relativ langen Übergangsfristen –  auch für Beamte. Mit dem Pensionskonto wurde ein transparentes und faires Berechnungssystem geschaffen. Die bereits erworbenen Ansprüche sind jederzeit einsehbar und der spätere Pensionsanspruch lässt sich, z.B. mit Hilfe des AK-Pensionsrechners – je nach angenommenem weiterem Karriereverlauf – leicht ausrechnen. Andere Länder haben Systeme, bei denen die Pensionshöhe von komplizierten Verrentungsformeln abhängt. Da ist die Pensionshöhe kaum abschätzbar, oft werden damit künftige Kürzungen kaschiert. 

Die öffentlichen Pensionsausgaben steigen laut aktuellen Langfristberechnungen (Europ. Kommission 2015) bis 2060 mit 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes nur äußerst moderat und das obwohl die Zahl der Älteren bis dahin um gut 80 Prozent steigen wird. Der nur sehr moderate Zuwachs öffentlicher Pensionsausgaben trotz der auch künftig guten Sicherungsniveaus im öffentlichen System resultiert vor allem aus der Anpassung der Leistungszusagen – relativ gute Pensionen bei späterem Pensionsantritt – und der schrittweisen Angleichung der Leistungen der großzügigeren  Systeme der Beamten an jene der Pensionsversicherung.

Zu diesem Anstieg bekennen wir uns, denn eine gute Absicherung im Alter ist uns das jedenfalls wert. Wer die Pensionsausgaben demgegenüber trotz massiv steigender Zahl Älterer kürzen will, soll dies klipp und klar sagen. Wir sind für einen solchen Irrweg, der voll zu Lasten der heute Jüngeren gehen würde, nicht zu haben.

Die zentrale pensionspolitische Zielsetzung ist die Sicherstellung angemessener Alterseinkommen auch unter sich deutlich verändernden demografischen Rahmenbedingungen. Das setzt voraus, dass auch die langfristige Ausgabenentwicklung im Auge behalten wird. Wie die offiziellen Langzeitrechnungen belegen, wird dieser Zielsetzung mit der österreichischen Reformstrategie im hohen Maß entsprochen.

Diesen erfolgreichen Weg will Kaske weitergehen: „Dafür brauchen wir keine wie auch immer genannten Automatismen, die die Bedürfnisse der Menschen ignorieren und lediglich auf weitere Pensionskürzungen hinauslaufen. Automatismen führen zu Unsicherheit, Unzufriedenheit und zu Ungerechtigkeit. Wir brauchen eine zuverlässige Politik, die für alle nachvollziehbar macht, wann und mit wie viel jemand in Pension gehen kann.“

Forderung
  • Orientierung an den zentralen Zielsetzungen im Regierungsprogramm - die geplante Anhebung des faktischen Pensionsalters ist auf gutem Weg (Ziel erreicht) - weitere Anstrengung ist erforderlich zur Erreichung der Beschäftigungsziele bei den Älteren (und generell zur Schaffung alternsgerechter Arbeitsplätze) - offen ist die Ausweitung des Mandats der Pensionskommission (insbesondere Einbeziehung auch der Beamtenpensionen)

  • Weiterentwicklung des Konzepts „Rehab vor Pension“ (bessere Abstimmung zwischen Kranken-, Pensionsversicherungund AMS; mehr Prävention in den Betrieben; Verbot der Kündigung im Krankenstand)

  • Ausweitung öffentlicher Investitionen (Schulen, Kinderbetreuung, Infrastruktur, etc) zur Ankurbelung der Wirtschaft

  • Mehr Transparenz beim Finanzierungsbeitrag des Bundes (Offenlegung der mittel- bis langfristig erwarteten Entwicklung aller öffentlichen Pensionskosten inkl Beamtenpensionen; transparentere Aufgliederung der einschlägigen Budgetkapitel)

  • Gleiche Beitragssätze für gleiche Leistungen (Angleichung der Beiträge der Gewerbetreibenden und der Bauern an die Beiträge bei ASVG-Versicherten)

  • Krankenstandsmonitoring, Forcierung der Betriebsberatung durch Fit2work und finanzielle Förderung des Umstiegs von ArbeitnehmerInnen auf leichtere Tätigkeiten - wie in der Einigung von Bad Ischl 2011 vorgesehen.

  • Entgeltfortzahlung im Krankenstand über das Ende des Arbeitsverhältnisses hinaus bei einvernehmlicher Auflösung (analog zur Arbeitgeberkündigung), wie im Regierungsprogramm vorgesehen.

  • Schwerarbeitsbeitrag der Arbeitgeber, die von der Schwerarbeit ihrer ArbeitnehmerInnen profitieren (wichtiger Beitrag zur Kosteninternalisierung und zur Schaffung ökonomischer Anreize für gesündere Arbeitsbedingungen)

  • Förderung von Betriebs- und Privatpensionen nur wenn Qualitätskriterien (Sicherheit und Transparenz) erfüllt werden, wie im Regierungsprogramm vorgesehen.

Keine Panikmache bei Pensionen

Pessimismus für die Zukunft des Pensionssystems ist unangebracht - die oft beschworene Kostenexplosion in den nächsten Jahrzehnten wird ausbleiben.

Pensionen - die Welt der Altersvorsorge

Eine Falter-Beilage, die gut ist gegen die Angst vor dem Alter: Geschichte der Altersvorsorge, Argumente, Kontroversen, Ländervergleiche...

Pensionssystem auf gutem Wege

Aktuelle Zahlen des Sozialministeriums zeigen, dass bei den Pensionen die Trendumkehr gelungen ist.

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen
Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK