AK fordert bundesweiten Masterplan für Pflege- und Gesundheitsbereich

Kärntens Arbeiterkammer-Präsident Günther Goach und Vizepräsidentin Uschi Heitzer präsentierten den neuen AK-Schwerpunktbereich Gesundheit und Pflege – für Beschäftigte, zu Pflegende und pflegende Arbeitnehmer. Die AK Kärnten investiert rund 500.000 Euro jährlich. Goach und Heitzer betonten: „Gesundheit und Pflege sind Zukunftsthemen, die wir jetzt angehen müssen.“

„Die Gesundheitsberufe müssen attraktiver werden“, hielten heute der Kärntner Arbeiterkammer-Präsident Günther Goach und Vizepräsidentin Ursula Heitzer im Rahmen einer Pressekonferenz zur Zukunft der Pflege fest. Davon würden alle – Berufsangehörige, zu Pflegende und pflegende Angehörige – profitieren, erklärte Goach, warum die AK mit dem Referat Gesundheit und Pflege einen Zukunftsschwerpunkt gesetzt hat: „Für die Berufsgruppe ist es unumgänglich, dass sie beste Arbeitsbedingungen vorfinden. Nur so können sie ihren schwierigen Job langfristig auf hohem Niveau bewerkstelligen – was den zu Gepflegten zu Gute kommt. Außerdem entlastet ein breites und qualitativ hochwertiges Pflegesystem auch pflegende Angehörige, oftmals Berufstätige“, bekräftigte Goach. Dies wurde von Vizepräsidentin Heitzer, auf Kärntner- wie auch Bundesebene für den Bereich Pflege und Gesundheit, unterstrichen: „Die Pflege von Angehörigen ist für Berufstätige eine besondere – emotionale, zeitliche und finanzielle – Mehrbelastung. Gerade Frauen müssen oftmals den Spagat zwischen Job, Familie und Pflege schaffen.“

Arbeitsbedingungen verbessern

Besonders scharf kritisierte Goach, dass es keine Maßnahmen der Bundesregierung gegen die anhaltende Personalknappheit – Experten sprechen von konstant 20 Prozent – in den Pflegeberufen gibt: „Es gibt keine einheitliche Personalbedarfsberechnung und unterschiedliche Entlohnungssysteme.“  Die Regierung setze falsche Zeichen, wie der aktuelle Novellierungsvorschlag zum Krankenanstalten-Arbeitsgesetz zeigt. „Der vorliegende Entwurf führt zu einer massiven Verschlechterung der Arbeits- und Rahmenbedingungen, zu weniger Planungssicherheit und damit zu familienfeindlichen Arbeitszeiten. Im schlimmsten Fall kann es auch zu Einkommensverlusten kommen – das lehnen wir als Arbeitnehmervertretung entschieden ab“, hält Goach fest.

AK-Zukunftsprogramm mit Schwerpunkt Pflege

Mit dem bereits 2018 präsentierten AK-Zukunftsprogramm legt die Arbeiterkammer, neben den Bereichen Digitalisierung, Bildung und leistbarem Wohnen, bewusst einen Schwerpunkt auf den Pflegebereich. Unterstützt werden Berufsangehörige und Arbeitnehmer, die Pflegefälle in der Familie betreuen. „Wir vertreten Arbeitnehmer über das aktive Arbeitsleben hinaus – ich setze mich dafür ein, dass Arbeitnehmer in Würde alt werden können. Dazu gehören das beste Pflege- und Gesundheitssystem und finanzielle Sicherheit.“ Goach beziffert die Ausgaben für das AK-Referat mit jährlich 500.000 Euro.

Gesundheit und Pflege in die öffentliche Hand

„Die Gesundheit von Menschen darf nicht der Gewinnorientierung privater Betreiber unterworfen werden. Die Bundesregierung muss sich klar zu einem staatlichen Pflege- und Gesundheitssystem bekennen“, wiederholte der Präsident seine langjährige Forderung, bei der Neuerrichtung von Pflegeheimen, den öffentlichen Sektor zu bevorzugen. Die konsequente und wiederkehrende Kontrolle der Arbeitnehmerschutzbestimmungen für Pflegepersonal müsse ebenso verstärkt werden, wie die Überprüfung der Qualitätskriterien durch die öffentlichen Behörden.

Als wichtigen Schritt in Kärnten bezeichnete Goach das Projekt der Pflegenahversorgung der Landesregierung: „Der Sozialkoordinator lotet den tatsächlichen Pflegebedarf aus, organisiert Hilfen, Fahrdienste und Unterstützungen – damit werden pflegende Angehörige entlastet. Ziel muss es sein, flächendeckend mobile Pflegedienste anzubieten, um so ein langes ein Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.“

Herausforderungen der Zukunft

Um in Zukunft flächendeckende, bedarfsorientierte und qualitätsvolle Pflege zu garantieren, brauche es einen bundesweiten Masterplan für den Bereich Pflege. „Bei der Registrierung für Gesundheitsberufe zeigt sich, dass ein Viertel der zu Registrierenden über 50 Jahre alt ist. Die Hälfte davon, also knapp 13 Prozent, sind bereits über 55 Jahre“, sprach Goach einen entscheidenden Faktor im Pflegebereich an: Es braucht bundesweit einen Bedarfsplan und zielgerichtete Ausbildungen.

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v.l.: Monika Hundsbichler, Günther Goach, Ursula Heitzer, Gerwin Müller © Gernot Gleiss, AK

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