20.3.2015
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Kaske für Bonus-Malus-System: Ältere brauchen mehr Beschäftigungsmöglichkeiten

Vor allem zwei Gründe sind es, die für die rasche Einführung des lange geforderten Bonus-Malus-Systems sprechen, sagt AK Präsident Rudi Kaske: die Lage auf dem Arbeitsmarkt und das Beschäftigungsverhalten der Unternehmen in Österreich. „Wir müssen diesen Entwicklungen gegensteuern. Es ist auch klar, was ein Bonus-Malus-System bewirken muss: Es muss älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mehr Chancen auf einen Arbeitsplatz bringen.“ Im Regierungsprogramm ist das Ansteigen des faktischen Pensionsalters auf 60,1 Jahre festgelegt. Das bedeutet, dass der Anteil der über 55-Jährigen an den Beschäftigten in den Unternehmen von 11 auf 14 Prozent steigen muss. „Wer solche Quotenziele erreichen will, braucht ein System, das neben allen Förderungen für Unternehmen auch einen wirksamen Anreiz schafft, mehr Ältere zu beschäftigen. Nur Kündigungen mit einem Malus zu bestrafen ist zu wenig. Mehr Ältere im Betrieb muss das Ziel sein, dafür müssen alle Betriebe etwas beitragen. Klar muss sein: Werden die Beschäftigungsquoten Älterer im Sinne des Regierungsprogramms nicht umgesetzt, ist auch das Ziel der Erreichung einer Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters äußerst gefährdet.“  

Arbeitslosigkeit bei Älteren unerträglich hoch

Zwar steigt bei den über 55-Jährigen die Beschäftigung, aber die Arbeitslosigkeit steigt noch viel schneller. Laut Sozialministerium stieg die Beschäftigungsquote bei den 55-Jährigen 2014 um knapp 8 Prozent gegenüber 2013. Die Arbeitslosenquote bei den 55-59-Jährigen lag aber bei rund 10 und bei über 60-Jährigen sogar bei rund 13 Prozent. Zum Vergleich: Über alle Altersgruppen gerechnet, lag die Arbeitslosenquote 2014 bei etwas mehr als acht Prozent. 

Beschäftigungsverhalten vieler Unternehmen muss sich ändern

Aus heutiger Sicht müssen zur Erfüllung der Beschäftigtenquote in den Betrieben insgesamt 80.000 ältere ArbeitnehmerInnen mehr beschäftigt werden. 

In Österreich gibt es rund 15.500 Unternehmen, die 25 oder mehr ArbeitnehmerInnen beschäftigen. Hinsichtlich der Beschäftigung Älterer (55 plus) zeigt sich hier ein sehr unterschiedliches Bild:

  • nur rund 5.000 Unternehmen erfüllen die Quote
  • bei 9.000 fehlen zwischen einem und zehn Ältere (in Summe rund 30.000)
  • in rund 1.400 Unternehmen fehlen zwischen zehn und 50 Ältere (in Summe 25.000)
  • in etwas mehr als 110 fehlen zwischen 50 und 100 ältere ArbeitnehmerInnen (in Summe 7.500)
  • in 85 Großunternehmen fehlen mehr als 100 Ältere (in Summe 19.000)
Forderung

Diese Fakten zeigen für Kaske, wie dringend ein quotenbezogenes Bonus-Malus-System erforderlich ist. Ein Modell, das nur Kündigungen straft, greift in jedem Fall zu kurz. Die Unternehmen brauchen neben allen Förderungen offensichtlich auch einen Anreiz, um ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung zur Beschäftigung Älterer endlich nachzukommen.

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