24.2.2024

Steuerausgleich zahlt sich aus!

Dass sich ein Steuerausgleich auszahlt, zeigen folgende Beispiele aus der Beratung:

  • Facharbeiter, verheiratet, Alleinverdiener, vier Kinder: Bruttomonatslohn wegen Überstunden unterschiedlich hoch, durchschnittlich ca. 3.500 Euro: Bezahlte Lohnsteuer rund 7.100 Euro. Weder Alleinverdienerabsetzbetrag noch Familienboni wurden bei der Lohnverrechnung berücksichtig. Gutschrift bei der Arbeitnehmerveranlagung: 6.831 Euro. Zusätzlich gibt es für das dritte und vierte Kind den Mehrkindzuschlag von gesamt: 480 Euro.

    Der Mann erhielt vom Finanzamt insgesamt 7.311 Euro zurück.

Tipp der AK

In diesem Fall wäre es vielleicht besser, die Steuerbegünstigungen direkt beim Arbeitgeber berücksichtigen zu lassen. Monatlich 600 Euro mehr, statt über ein Jahr auf die Rückzahlung zu viel bezahlter Steuer zu warten.
 
  • Arbeiterin, ledig, keine Kinder, teilzeitbeschäftigt, steuerpflichtiges Gesamteinkommen im Jahr 2021 rund 7.800 Euro. Bezahlte Lohnsteuer ca. 450 Euro. Wegen des geringen Einkommens und dem Anspruch auf Pendlerpauschale kommt es zu einer Rückerstattung der Sozialversicherungsbeiträge (Negativsteuer) in Höhe von 860 Euro, zusätzlich wird die bereits bezahlte Lohnsteuer rückerstattet, also 450 Euro.

    Die Frau konnte sich über eine Rückzahlung von insgesamt 1.310 Euro freuen.

Tipp der AK

Hier wäre es auch möglich gewesen, auf die antragslose Veranlagung durch das Finanzamt zu warten. Durch die Eintragung des Pendlerpauschales hat sich jedoch die Negativsteuer um 100 Euro erhöht.
  • Angestellte, ledig, bereits erwachsene Kinder, vorerst voll beschäftigt, dann wegen einer COVID-19-Erkrankung samt Long Covid im Krankenstand. Wegen der Gesundheitsschädigungen (Lunge und Nieren) wurde vom Sozialministeriumservice eine Behinderung von 60 Prozent festgestellt und notwendige Diätverpflegung wegen Gallen-, Leber-, Nierenkrankheit (D2) bestätigt. Zusätzlich zu den pauschalierten Freibeträgen wegen 60 Prozent Behinderung (486 Euro) und der Diätverpflegung (612 Euro), konnten Kosten für Medikamente, Krankenhausaufenthalte sowie Fahrtkosten zu Ärzten, ins Krankenhaus und zu Therapien im Gesamtausmaß von 1.258 Euro geltend gemacht werden, die in unmittelbarem Zusammenhang mit den Behinderungen stehen.

    Die Frau erhielt vom Finanzamt insgesamt 825 Euro zurück.

Tipp der AK

Bei chronischen Erkrankungen sollte man immer mit dem Sozialministeriumservice Kontakt aufnehmen. Wenn eine Behinderung festgestellt wird, führt das zu Steuerermäßigungen – wie man an dem Beispiel sieht. Das gilt bereits ab einer Behinderung von 25 Prozent.


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