25.2.2021

Steuerausgleich zahlt sich aus!

Dass sich ein Steuerausgleich auszahlt, zeigen folgende Beispiele aus der Beratung:

Arbeiter: verheiratet, drei Kinder unter 18 Jahre; Gattin hat kein eigenes Einkommen;  Krankenversicherungsbeiträge für die ganze Familie; Mehrkindzuschlag für drittes Kind.

Steuerlich berücksichtigt: Alleinverdienerabsetzbetrag (AVAB), 3 x Familienbonus Plus hat sich nicht zur Gänze ausgewirkt, daher auch SV-Rückerstattung und Erstattung des AVAB („Negativsteuer“).

Die Arbeitnehmerveranlagung für 2019 ergab eine Gutschrift von 5.186 Euro.

Studentin: arbeitet ganzjährig in Teilzeit neben Studium; monatliches Gehalt brutto 800 Euro – zahlt daher keine Lohnsteuer; bezahlte Sozialversicherungsbeiträge 2019 1.677,44 Euro. Studentin hat selbst keine Veranlagung beantragt – es kam zur antragslosen ANV.

Steuerlich berücksichtigt: Nichts! Wegen niedrigem Einkommen Sozialversicherungs­rückerstattung (Negativsteuer): 50 Prozent der Sozialversicherung = 629,04, jedoch maximal 400 Euro.

Gutschrift vom Finanzamt: 400 Euro. Beim Beratungstermin in der AK wurde Anspruch auf Pendlerpauschale festgestellt. Die ANV 2019 wurde eingereicht. Auswirkung: Zusätzliche Gutschrift von 100 Euro.

Angestellter: verheiratet, keine Kinder; Frau hat selbst Einkommen, pendelt täglich 28 km zur Arbeit, Kirchenbeitrag;

Steuerlich berücksichtigt: Pendlerpauschale und Pendlereuro (laut Pendlerrechnerabfrage öffentliches Verkehrsmittel vorhanden und zumutbar), Sonderausgaben (Kirchenbeitrag).

Die Arbeitnehmerveranlagung ergab eine Gutschrift von 440 Euro.

Arbeitnehmerveranlagungen für 2020:

Angestellte: ledig, keine Kinder, Januar: 20 Tage Arbeitslosengeld (ALG); 21. Januar bis Ende März: erstes Dienstverhältnis, April wieder ALG, Mai bis November: zweites Dienstverhältnis, im Dezember nochmals ALG; keinerlei Steuerbegünstigungen.

Die Arbeitnehmerveranlagung für 2020 ergab eine Gutschrift von 1.148 Euro.

Ursachen für relativ hohe Gutschrift:

  • Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag (neu ab dem Jahr 2020) und damit höhere Negativsteuer (800 Euro)
  • Steuerreform (Senkung Steuersatz von 25 auf 20 Prozent) beim ersten Dienstverhältnis nicht berücksichtigt (69,01 Euro)

Arbeiter: von Januar bis März voller Lohn; von April bis Dezember Kurzarbeit; ohne Steuerbegünstigungen in der Arbeitnehmerveranlagung:

Die Arbeitnehmerveranlagung für 2020 ergibt eine Gutschrift von 3 Euro.

Hinweis: Die Bezüge während der Kurzarbeit verursachten – im Gegensatz zu anderslautenden Gerüchten – keine Steuernachforderung. Gleiche Ausgangslage, jedoch zusätzlich mit Pendlerpauschale/Pendlereuro sowie Familienbonus für ein Kind unter 18 Jahren;

Die Arbeitnehmerveranlagung für 2020 ergibt eine Gutschrift von 1.491 Euro. Ein Jahr zuvor erhielt der Arbeiter mit gleichen Steuerbegünstigungen 2.294 Euro vom Finanzamt zurück. Ursache: Durch die niedrigeren Kurzarbeitsbezüge und einem relativ hohen Pendlerpauschale sowie der Steuersenkung (20 statt 25 Prozent) hat sich der Familienbonus 2020 nur teilweise ausgewirkt – im Jahr 2019 noch voll.


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