28.2.2018
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Ein gerechtes Steuersystem: Das fordert die AK!

Digitale Konzerne tun sich leicht, ihre Gewinne und somit Steuern zu minimieren. Damit muss Schluss sein! Löhne müssen weiter steuerlich entlastet und die Erbschafts- und Vermögenssteuer eingeführt werden. Besonders für Familien und Geringverdiener muss noch mehr getan werden. „Wir schauen uns an, was die neue Regierung aus ihren Vorhaben umsetzt und für Arbeitnehmer tut. Gegen Verschlechterungen werden wir entschieden ankämpfen!“, so AK-Präsident Günther Goach.

Die Steuer- und Abgabenquote soll, laut Regierungsprogramm, in Richtung 40 Prozent des Bruttoinlandsproduktes reduziert werden. Wie diese Steuersenkungen gegenfinanziert werden sollen, bleibt unklar. Zu befürchten sind Ausgabenkürzungen, die vor allem die Ärmeren treffen werden, welche besonders auf die Leistungen des Staates angewiesen sind. Entgegen internationalen Empfehlungen für Steuerumschichtungen, weg von Arbeit hin zu Vermögen, soll nur die Einkommens- und Lohnsteuerstruktur reformiert werden. Positiv sind angekündigte Maßnahmen zur Bekämpfung des Steuerbetrugs. Unternehmerinteressen wird viel Verständnis entgegengebracht, Arbeitnehmerinteressen werden oft ausgeblendet.

Familien gerechter entlasten

Familien sollen ab 2019 mit dem „Familienbonus plus“, mit 1.500 Euro pro Kind und Jahr, entlastet werden. Jedoch gilt das nur für jene Eltern, die auch Lohn- bzw. Einkommenssteuer zahlen. Den Grundsatz, wonach jedes Kind dem Staat gleich viel wert sein muss, kann der von der Bundesregierung geplante Kinderbonus aber nicht erfüllen. "Wer monatlich netto weniger als 1.065 Euro verdient, erhält für sein Kind keinerlei steuerliche Erleichterung", weiß AK-Steuerexperte Bernhard Sapetschnig. Schon bisher konnten geringverdienende Eltern steuerlich nicht profitieren. "Eine halbe Million Kinder ginge beim Familienbonus leer aus. Fairer wäre eine höhere Familienbeihilfe", so AK-Präsident Günther Goach.

Die AK macht deshalb den Vorschlag, die geplanten Mehrkosten des Kinderbonus in der Höhe von jährlich 1,2 Milliarden Euro auf eine andere Art zu verteilen. Über eine Erhöhung der Kinderbeihilfe würden alle Kinder profitieren. Aufgeteilt auf alle Kinder mit Anspruch auf Kinderbeihilfe würde das 800 Euro jährlich ausmachen.

Weitere wichtige Punkte zur Entlastung von Familien sind die Ausweitung der Kinderbetreuung und familienfreundliche Arbeitszeiten anstatt des 12-Stunden-Arbeitstages.

1.500 Euro steuerfrei

„Eine unserer zentralen Forderungen ist es, dass es einen Mindestlohn von 1.500 Euro brutto gibt, der steuerfrei bleiben muss!“, betont Goach. Dieser kommt vor allem Beschäftigten in Niedriglohnbranchen wie dem Handel zugute.

Abschaffung der kalten Progression

Aufgrund der Nichtanpassung der Steuerstufen an die Inflation, fallen Steuerzahler in eine höhere Steuerstufe. „Die kalte Progression ist eine heimliche Steuererhöhung, die abgeschafft werden muss“, so Goach. „Es ist an der Zeit, dass die Steuerstufen automatisch an die Teuerungsrate (Inflation) angepasst werden.“

Löhne weiter entlasten

Die Lohnsteuerentlastung die AK und ÖGB durchgesetzt haben, war ein wichtiger Schritt. Weitere müssen jedoch folgen. „Denn gerade Kleinverdiener investieren mehr frei verfügbares Einkommen sofort wieder. So wird der private Konsum belebt, der eine wichtige Stütze für die österreichische Konjunktur darstellt“, hebt Goach hervor. Große Vermögen ab einer Million sollen besteuert werden. Es gehe darum, dass Superreiche ihren gerechten Beitrag leisten müssen.

Steueroasen schließen

Konzerne wie Google, McDonalds oder Amazon zahlen in Österreich, aufgrund steuerlicher Schlupflöcher, so gut wie keine Steuern, obwohl sie beträchtliche Gewinne abschöpfen. Das ist gegenüber heimischen Betrieben schlichtweg unfair und dem Staat entgehen Milliarden. Diese fehlen wiederum für wichtige Aufgaben des Staates wie Kinderbetreuung, Pflege, sozialer Wohnbau usw. Die AK erwartet sich, dass die von der neuen Regierung angekündigten Steuerpläne umgesetzt werden!

6 Millionen Euro für Kärntner Arbeitnehmer

Die AK-Steuerexperten haben im Vorjahr über 21.000 Beratungen durchgeführt, wodurch sich die Arbeitnehmer 6,032 Millionen Euro erspart haben.

AK will gerechtes Steuersystem

Löhne müssen weiter steuerlich entlastet und die Erbschafts- und Vermögenssteuer eingeführt werden.

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