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Wegen Krebs aus dem Job gedrängt

Damit hatte Herr P. nicht gerechnet: Diagnose Zungenkrebs und das Anfang 20. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Als der pharmazeutische Assistent seinem Arbeitgeber erklärte, dass er operieren gehen müsse und deswegen drei Wochen lang ausfalle, musste er sich auch noch um seinen Job Sorgen machen. Denn nun wollte ihn sein Chef loswerden, und das so schnell wie möglich.

„Kündigen Sie doch selbst!“

Erst schlug der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter vor, doch gleich selbst zu kündigen – immerhin stünde bei ihm ohnedies in wenigen Monaten der Zivildienst an. Als Herr P. sich weigerte, bot ihm sein Arbeitgeber eine einvernehmliche Lösung des Dienstverhältnisses an – plus einen Monatsgehalt als Draufgabe. Auch das kam für Herrn P nicht infrage: Nicht nur aus Angst vor den finanziellen Konsequenzen, sondern auch, weil er nicht am Ende ohne Krankenversicherung dastehen wollte. Kurz darauf ging er ins Krankenhaus. Noch im selben Monat meldete ihn sein Chef bei der Sozialversicherung ab, mit der Begründung, das Dienstverhältnis sei nur zeitlich befristet gewesen.

Kündigungsentschädigung erstritten

Herr P. wehrte sich mit Unterstützung der AK. Denn sein Ex-Arbeitgeber konnte die angebliche Befristung nicht beweisen und hatte sich nicht an die Kündigungsfrist gehalten. Die Arbeiterkammer konnte daher eine Kündigungsentschädigung in Höhe von fast 3.700 Euro brutto in zwei Instanzen erzielen.

Kranke ArbeitnehmerInnen zunehmend unter Druck

Immer öfter kommen ArbeitnehmerInnen in die AK Beratung, die aufgrund einer Erkrankung unter Druck geraten. Oft werden sie zu einer Selbstkündigung oder einer einvernehmlichen Lösung des Dienstverhältnisses gedrängt, was nicht nur unfair, sondern auch finanziell nachteilig ist: Bei Selbstkündigung können z.B. ArbeitnehmerInnen vier Wochen lang keine AMS-Leistungen beziehen. Bei einer einvernehmlichen Auflösung erhalten sie im Krankenstand keine Entgeltfortzahlung, sondern nur das deutlich niedrigere Krankengeld. Viele ArbeitnehmerInnen gehen auch krank in die Arbeit, weil sie Angst um ihren Job haben.

Forderung

Mehr Schutz für kranke ArbeitnehmerInnen!

  • Überrumplungsschutz bei einvernehmlichen Lösungen: Bei einvernehmlichen Lösungen soll der Betriebsrat verpflichtend beigezogen werden. Dieser soll eine Woche Zeit haben, um die Sach- und Rechtslage mit betroffenen ArbeitnehmerInnen zu beraten. In Betrieben ohne Betriebsrat sollen ArbeitnehmerInnen die Möglichkeit haben, binnen längstens einer Woche von der einvernehmlichen Lösung zurückzutreten.

  • Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers bei Krankheit und Unfall auch bei einvernehmlicher Auflösung: Kranke ArbeitnehmerInnen sollen nicht länger zur „Einvernehmlichen“ gedrängt werden können, damit sich ArbeitgeberInnen die Entgeltfortzahlung ersparen.

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