23.3.2016
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Türsicherungen: Leichtes Spiel für Einbrecher

Riegel, Schlösser und Bandsicherungen sollen Wohnungstüren sicherer machen. Bei etlichen Modellen haben Einbrecher leichtes Spiel. 

Der Schock ist groß. Die Wohnungstür ist aufgebrochen, die Räume sind durchwühlt, etliches wurde gestohlen, und nicht zuletzt wurde auch die Privatsphäre massiv verletzt. Der daraus resultierende Verlust des Sicherheitsgefühls in den eigenen vier Wänden ist oft nur schwer zu verkraften und kann Betroffenen mehr zu schaffen machen als erlittener materieller Schaden.

Sicherheitstüren. Wohnungstüren werden in der Regel mit einfachen Werkzeugen aufgehebelt. Je schwieriger das ist und je länger es dauert, desto höher ist das Risiko, erwischt zu werden. Sicherheitstüren bzw. erkennbar gesicherte Türen schrecken Einbrecher oft schon von vornherein ab.

Normgerechte Sicherheitstüren bieten guten Schutz. Sicherheitstüren mit Widerstandsklasse 3 gelten für Privatwohnungen als ausreichend; sie müssen einem Angriff mit einem Kuhfuß fünf Minuten standhalten. Eine einflügelige Sicherheitstür kommt auf etwa 2.500 Euro bis 3.500 Euro, eine zweiflügelige Sicherheitstür auf rund 5.000 Euro.

Kostengünstiger als eine Sicherheitstür. Als kostengünstigere Alternative bieten sich Riegel und Schlösser zum nachträglichen Sichern der Eingangstür an: Querriegelschlösser, die eine Tür über die gesamte Breite absperren, Vertikalstangenschlösser zum Verriegeln der Tür von oben nach unten, Kastenzusatzschlösser als Zusatzriegel für die Schlossseite und Bandsicherungen, mit denen die Scharniere vor dem Aushebeln gesichert werden sollen.

Praxistest. Drei Minuten sollten die Sicherungen fingierten Einbruchversuchen standhalten.

Von den 14 Türsicherungen waren 8 rasch (meistens nach weniger als einer Minute) geknackt. Egal ob Querriegelschloss, Vertikalstangenschloss oder Bandsicherung – bei jedem System gab es zumindest ein nicht zufriedenstellendes Modell; die Kastenzusatzschlösser fielen im Test sogar samt und sonders durch. Doch es gibt auch etliche gute und sehr gute Türsicherungen.

Zusatzsicherung muss passen. Beim Nachrüsten von Türen ist es wichtig, Türelemente und Zusatzsicherung aufeinander abzustimmen. Nicht jede Zusatzsicherung passt zu jeder Tür. Ob ein gutes zusätzliches Schloss eine Wohnung tatsächlich sicherer macht, hängt von den Gegebenheiten vor Ort ab (Tür, Türstock, Mauerwerk). So lässt sich beispielsweise eine leichte Röhrenspantür durch einen noch so guten Riegel nicht sicherer machen. Ein kräftiger Tritt, und man ist in der Wohnung drin. In solchen Fällen gilt es, auch für ein stärkeres Türblatt zu sorgen.

Querriegelschloss. Solide Wohnungstüren lassen sich meistens mit einem guten, in Hüfthöhe eingebauten Querriegelschloss ausreichend sichern. Alle Modelle im Test haben eine Zylinderabdeckung, die den Schließzylinder gegen Ziehen oder Aufbohren schützt. Abus und Ikon sind mit einem Sperrbügel ausgestattet; die verschlossene Tür kann dadurch von innen einen Spaltbreit geöffnet werden.

Stangenschloss. Bei zweiflügeligen Türen funktionieren Querriegel nicht. Hier ist ein Vertikalstangenschloss, das die Tür senkrecht von oben nach unten verriegelt, erste Wahl. Stangenschlösser sichern allerdings nur die Schlossseite. Die Scharnierseite ist daher zusätzlich mit Bandsicherungen zu schützen.

Kastenzusatzschloss. Kastenzusatzschlösser sollen die Schlossseite der Tür mit einem zusätzlichen Riegel sichern. Die getesteten Modelle sind bei manchen Systemen auch in Kombination mit Stangenschlössern erhältlich. Damit auch die Scharnierseite der Tür gesichert ist, sollten Kastenschlösser immer mit Bandsicherungen kombiniert werden. Im Test erwies sich allerdings kein einziges Kastenschloss als einbruchhemmend.

Bandsicherungen. Die Bandseite einer Tür ist oft nur durch Scharniere stabilisiert. Bandsicherungen sind Stifte aus Metall im Türband, die sich beim Schließen der Tür in entsprechende Löcher im Türrahmen versenken und auf diese Weise mehr Schutz gegen das Aufhebeln bieten. Bandsicherungen gibt es im Türfalz und zum Aufschrauben aufs Türblatt. Sie sollten am besten an mehreren Stellen angebracht und mit Schwerlastdübeln im Mauerwerk verankert werden.

TIPPS
  • Nachträgliche Sicherung: Solide Wohnungstüren können mit Riegeln und Schlössern nachträglich gesichert werden – die Komponenten müssen aber aufeinander abgestimmt sein. Bei einflügeligen Türen reicht meistens ein Querriegel. Zweiflügelige Türen sind mit einem Vertikalstangenschloss nachrüstbar; hier sind zusätzlich Bandsicherungen zu empfehlen.
  • Top und Flop: Viele Türsicherungen erfüllen ihre Funktion nicht. Mehr als jede zweite war im Test rasch geknackt. Von den Kastenzusatzschlössern war kein einziges einbruchhemmend. Aber unter den Querriegelschlössern, Vertikalstangenschlössern und Bandsicherungen fanden sich einige sehr gute und gute Modelle.
  • Beraten lassen: Bei den Landeskriminalämtern, Assistenzbereich Kriminalprävention, kann man sich individuell und kostenlos beraten lassen. Sie sind unter Tel. 05 91 33 erreichbar (mit der Kriminalprävention des gewünschten Bundeslandes verbinden lassen). In Wien kann man sich auch an das Kriminalpolizeiliche Beratungszentrum wenden (Tel. 0800 21 63 46).
  • Informationen im Netz: Auf der Homepage des Innenministeriums unter www.bmi.gv.at/praevention oder beispielsweise auch bei www.sicherdaheim.at, der Sicherheitsplattform der Wirtschaftskammer Wien werden weitere Informationen bereitgestellt.

Detaillierte Infos (kostenpflichtig): http://www.konsument.at/testtuersicherungen032016

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