18.7.2016
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Radler im Test: Aufgezuckert

20 Radler - Mischgetränke aus Bier und Limonade - hat der Verein für Konsumenteninformation untersucht – und bis zu sieben Stück Würfelzucker pro Dose gefunden.

Mit und ohne Alkohol

Radler im VKI-Test © VKI

Das klassische Mischungsverhältnis liegt ursprünglich bei 50:50, also halb Bier, halb Limonade. Mittlerweile gibt es auch Radler, die weniger Bier und mehr Limo enthalten. Sie schmecken kaum bitter und enthalten weniger Alkohol, was bei vielen Kunden gut ankommt. Ebenfalls auf dem Markt sind alkoholfreie Radler. Aber: Auch alkoholfreie Radler enthalten etwas Alkohol, nämlich zwischen 0,1 und 0,3 Vol-%.

Aufreger Glyphosat

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft diese Substanz als erbgutschädigend und für Menschen als wahrscheinlich krebserregend ein. Deshalb wurde  untersucht, ob sich das Pestizid auch in Radlern findet. Erfreuliches Ergebnis: In 13 von 20 Produkten war Glyphosat nicht nachweisbar. In 7 Radlern wurden Spuren dieses Unkrautvernichters gefunden. Auch wenn die analysierten Mengen sehr gering sind und weit unter dem vorsorgeorientierten Grenzwert für Pestizide in Trinkwasser liegen (für Biermischgetränke existiert kein eigener Wert), hat dieser Stoff hier nichts verloren.

Zucker und Süßungsmittel

Obwohl Süßungsmittel nach Angaben der Hersteller wegen ihres oft unangenehmen Nachgeschmacks weniger eingesetzt werden, sind sie in den Radlern mit Alkohol von Karlskrone, Pittinger, Landgraf, Gletscher Bräu und Gambrinus enthalten. Das alkoholfreie Getränk von Kaiser enthält sowohl Süßungsmittel als auch Zucker.

Umgerechnet auf 100 Milliliter (ml) fanden wir mit 3,1 Gramm (g) den wenigsten Zucker im naturtrüben Zitronenradler von Nixe. Gleich 5,4 g Gesamtzucker sind es dagegen beim Ottakringer Citrusradler. Beide Getränke enthalten Alkohol. 

Bis zu 6,5 Stück Würfelzucker pro halber Liter

Noch mehr aufgezuckert sind die Radler ohne Alkohol. Drei von vier enthalten mehr als 6 g Gesamtzucker pro 100 ml. Mit 6,8 g/100 ml ist der Zitrone-Orangenblüteradler von Kühles Blondes der süßeste von allen.

Verkostung

Die Annahme, dass ein Getränk aus der Dose zuverlässig nach Blech schmeckt, bestätigte sich im Test nicht. Nur beim Zitronenradler von Karlskrone und dem Limettenradler von Zipfer war die Mehrheit der Tester sicher, dass es sich (richtigerweise) um einen Dosenradler handelte Die Verkoster konnten übrigens auch keine eindeutige Unterschiede zwischen alkoholfreien und Produkten mit Alkohol feststellen. Kein einziger Radler erhielt bei der Verkostung die Bestnote, manche Kommentare fielen sogar ziemlich heftig aus: „ schmeckt nach Spülmittel“ oder gar „riecht nach WC-.Spray“.

Zahlen und Fakten zum Radler

Die meisten Radler werden mit Lager-/Märzenbier, der in Österreich beliebtesten Biersorte hergestellt. Weizenbier kommt eher selten zum Einsatz. Bei den Geschmacksrichtungen liegt Zitrone an der Spitze. Ebenfalls ein Klassiker sind Mischungen mit Limette oder Kräutern. Um das Geschäft anzukurbeln, werden saisonal immer wieder neue Sorten angeboten, die aber meist schnell wieder aus den Regalen verschwinden. Versuche mit Himbeere oder Cola sind inzwischen Geschichte.

Radler gibt es nicht nur fertig zu kaufen, er wird in vielen Gasthäusern auch offen und damit selbst gemischt angeboten. Vor allem im Westen Österreichs ist der saure Radler beliebt, ein frisch gezapftes Bier, das mit Sodawasser gespritzt wird.

Der Markt für Radler hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Nach bescheidenen Anfängen 1995 mit 70.000 Hektolitern (hl) hielten wir 2015 bei 510.000 hl. Radler haben damit einen Anteil von 6 Prozent am gesamten Bierkonsum. 105 Liter Bier werden pro Kopf und Jahr bei uns getrunken. 8,56 Millionen Hektoliter Gerstensaft kamen im Vorjahr aus den heimischen Brauereien. Da ist für den Radler noch viel Luft nach oben.

Detaillierte Testergebnisse (kostenpflichtig): www.konsument.at/radler062016

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