Kinderwagen-Test: Die besten Windelferraris 

Die Hersteller haben ihre Produkte in vielen Punkten verbessert. So richtig bequem sind sie für die Kleinen aber immer noch nicht. 

Gleich sechs Kombi-Kinderwagen sind mit dem Testurteil „gut“ empfehlenswert. Zwei weitere schrammen nur ganz knapp am „gut“ vorbei. Außerdem sehr erfreulich: Der Saturn R Duoset von Hauck ist mit 430 Euro einer der bislang günstigsten Testsieger. Der Moov von Kinderkraft ist mit 270 Euro sogar noch billiger und auch „gut“.

Schadstoffe

Also alles eitel Wonne? Leider nein. Denn es wurde immer noch ein  „Schadstoffsünder“ entlarvt. Im B.O. StartKlar T-Light, den BabyOne exklusiv verkauft, wurde in den Griffen für Kind und Eltern ein erhöhter Gehalt eines polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffs festgestellt, der in Verdacht steht, erbgutverändernd zu sein. Da gibt es nur eine mögliche Bewertung: „nicht zufriedenstellend“. Die gute Nachricht: BabyOne hat reagiert und den Sitz zurückgerufen.

Sitzkomfort 

Ein weiteres Problem ist der Sitzkomfort. Keiner der getesteten Sitze lässt sich in eine ebene Liegefläche verwandeln. Aber auch ältere Kinder sollten rückenschonend, also im Liegen, ruhen können müssen. Zudem fehlen in den meisten Fällen mitwachsende Fußstützen, die beim Sitzen Druck aus den Kniekehlen nehmen. Nur der Joolz Day3 ist damit ausgestattet. Allerdings hat dieses Modell andere Komfort-Mankos.

Geschwisterwagen 

Auch Geschwisterwagen wurden getestet. Die sollen Eltern mit Zwillingen bzw. zwei Kindern mit geringem Altersabstand Erleichterung im Alltag bringen. Überzeugen konnten die drei getesteten Modelle allerdings nicht. Der Versuch, diese Kinderwagen kompakt zu bauen, endet mit Komforteinbußen für Kinder und Eltern.

Die Testsieger

1 | Hauck Saturn R Duoset | 430 € | gut

Hauck Saturn R Duoset © Stiftung Warentest

Der günstige Testsieger bietet Kindern eine durchgängige ergonomische Nutzung und besten Sitzkomfort (wenn auch nur durchschnittlich). Er ist leicht, kompakt und schnell zu montieren. Der Korb ist leider schlecht zugänglich und erlaubt nur drei Kilo Beladung. Andere Wagen ließen sich besser schieben. Ärgerlich: Es gibt keinen auf dieses Modell zugeschnittenen Regenschutz. Eltern müssen auf einen Universalregenschutz zurückgreifen. 

2 | ABC Design Salsa 4 | 700 € | gut

ABC Design Salsa 4  © Stiftung Warentest

Erlaubt eine lange Nutzung für bis zu 25 Kilo schwere Kinder – dafür ist der Sitz jedoch nicht groß genug. Die Handhabung überzeugte uns. Montage, Auf- und Zusammenklappen und das Verstellen sind einfach und intuitiv. Sehr guter Sonnenschutz. Gut tragen und transportieren lässt er sich aber nicht, da er bis zu 13 Kilo auf die Waage bringt und weniger kompakt ist als andere Modelle im Test.  

3 | Bugaboo Fox | 1.149 € | gut

Bugaboo Fox  © Stiftung Warentest

Bietet beste Schrittfreiheit und eine praktische Bremse. Einkaufskorb sehr geräumig. Verdeck lässt sich sehr weit schließen – schützt so sehr gut vor Sonne. Zusammenklappen deutlich einfacher als Aufrichten. Problem: Wird den Babys die Wanne zu klein, ist ihnen der Sitz des Fox oft noch zu groß. Das bedeutet bis zu zwei Monate lang Komfort-Einbußen. 

4 | Joolz Day3 | 1.100 € | gut

Joolz Day3  © Stiftung Warentest

Die Wanne des Day3 bietet auch großen Babys viel Platz und der Sitz den Kindern sehr gute Sichtverhältnisse. Als einziger mit mitwachsenden Fußstützen. Der Sitz stützt Kinderrücken jedoch nicht optimal ab. Sitz lässt sich nur beidhändig und im Ganzen neigen – eine ebene Ruheposition ist so nicht möglich. Transportsicherung fehlt. 

5 | Joolz Geo2 | 1.050 € | gut

Joolz Geo2  © Stiftung Warentest

Zum Geschwisterwagen erweiterbar, aber nur als Mono-Wagen gut. In der Handhabung zeigte er eigentlich keine Schwächen. Praktischer Korb, der sich sehr gut beladen lässt. Durchgängige, ergonomische Nutzung von Wanne und Sitz oft nur knapp möglich. Sitz stützt den Rücken nicht gut, lässt sich nur im Ganzen kippen. In der Ruheposition liegen Beine höher als der Rumpf. Verstellen nur beidhändig möglich. 

6 | Kinderkraft Moov | 270 € | gut

Kinderkraft Moov  © Stiftung Warentest

Bietet eine große Wanne mit viel Bewegungsspielraum. Besonders: Der Moov hat keinen separaten Sitz. Die Wanne lässt sich durch das Lösen und Verstellen von Gurten zum Sitz umbauen. Der Sitzkomfort darin ist aber nur weniger zufriedenstellend. Die Handhabung des Wagens insgesamt ist durchschnittlich. Die Schieberhöhe lässt sich (auch für große Eltern) recht variabel einstellen.

 

Hinweis

Detaillierte Testergebnisse: www.konsument.at/kinderwagen082019 (kostenpflichtig).

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