12.6.2014
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Und Action! Actionkameras im Test

Zehn verschiedene Actionkameras zwischen 80 und 430 Euro hat KONSUMENT dem Praxistest unterzogen.

Hochschaubahn und Hallenbad

Auf einer Hochschaubahn mussten die Testmodelle ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, bei hoher Geschwindigkeit scharfe und ruckelfreie Auf­nahmen zu liefern und rasch auf wechselnde Lichtverhältnisse tagsüber sowie am Abend zu reagieren. Danach ging das KONSUMENT-Team damit im Hallenbad auf Tauchstation. Was freilich nicht bedeutet, dass die Kameras selbst wasserdicht sind oder dass es sich grundsätzlich um besonders robuste Outdoor-Modelle handelt (Ausnahmen: Die JVC kann ohne Gehäuse bis 5 m Tiefe für 30 Minuten unter Wasser, die ION ist bis zu 10 m wasserdicht). Die meisten Hersteller liefern wasserdichte Gehäuse mit bzw. verkaufen diese als Zubehör. Nichts davon war bei Medion der Fall sowie bei den Kameras von Liquid Image und Hyundai, die aufgrund ihrer Bauform (Ski-bzw. Sonnenbrille) für Tauchgänge ausscheiden. 

Befestigung

Zum Teil mitgeliefert, zum Teil gegen Aufpreis erhältlich sind Feder-und Schraubklemmen (z.B. für den Fahrradlenker), Kopf- und Brustgurte, Montageplatten für das Gummiband von Ski-bzw. Taucherbrille, Stative mit Saugnapf bzw. Klebepad etc. Die verfügbaren Lösungen sind nicht nur vielfältig, sondern auch mehr oder weniger durchdacht. So macht es einen Unterschied, ob eine Kamerahalterung lediglich mit einer Kunst­stoffschlaufe (Midland) bzw. mit einfachen Kunststoffschellen (JVC, Medion, Sony) am Lenker befestigt wird, die bei Erschütterungen verrutschen können, oder ob die Halterung mit einer Klemme versehen ist, die mithilfe von zwei Schrauben auch an kleinere Rohrdurchmesser individuell angepasst werden kann.  

Bedienung per App

Angesichts der Kompaktheit stehen alle Hersteller vor dem Problem, die Bedienelemente und Einstellungsmöglichkeiten sinnvoll unterzubringen. Die gängigste Lösung ist eine Minimalausstattung der Kamera selbst und die Auslagerung aller weiteren Menüpunkte in eine Smartphone-App.

Der Vorteil ist, dass es am Gerät selbst kaum Verwechslungsmöglichkeiten gibt. Selbst wenn man die Kamera auf dem Kopf montiert hat, ertastet man den (manchmal auch als Schiebetaste ausgeführten) Startknopf blind.

Der Nachteil der puristischen Ausstattung ist die Mehrfachbelegung von Tasten und Statusanzeigen, die – in Verbindung mit oft kryptischen Bedienungsanleitungen – den Be­nutzer z.B. bei ION rätseln lassen, ob etwa das grün blinkende Lämpchen auf einen schwa­chen Akku oder auf eine volle Speicherkarte hinweist.  

Displays sind die Ausnahme

Als Sucher nutzbare Displays sucht man bei den meisten Actionkameras vergeblich. Rollei liefert einen abnehmbaren Bildschirm mit. Bei GoPro ist ein solcher als Zubehör erhältlich. JVC verfügt über ein integriertes Display. Relativ einfach ist es bei den beiden Brillen. Hier wird (ungefähr) das aufgenommen, was man beim Geradeausschauen sieht. Damit man bei den restlichen displaylosen Modellen nicht ins Blaue hinein zielt, sondern den Bildausschnitt festlegen kann, gibt es für viele davon kostenlose Smartphone-Apps.  

Tonprobleme

Einen Teil der Action  macht ja auch der Originalton aus. Hier sollte man sich von den Kameras nicht zu viel erwarten. Bei der Mehrzahl ist er sehr leise, teils auch gedämpft durch die zwingend zu verwendenden Gehäuse. 

Kompromissbehaftet

Keine Actionkamera ist rundum gut. Selbst bei den vorne gereihten Modellen muss man hinsichtlich Bildqualität, Handhabung und Akkulaufzeit kompromissbereit sein.

Preis und Zubehör

Ein hoher Preis bedeutet nicht automatisch ein Mehr an Zubehör. Was bei dem einen Hersteller zum Standard gehört, ist bei einem anderen aufpreispflichtig. Das erhältliche Zubehör beeinflusst den Preis und die Einsatzmöglichkeiten der Kamera.

Vertraut machen

Bevor man sich ins Abenteuer stürzt, sollte man ausreichend Probeaufnahmen machen und sich mit dem Kameraverhalten in unterschiedlichen Situationen vertraut machen.

 

Detaillierte Testergebnisse: www.konsument.at/actionkameras042014 (kostenpflichtig)

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