FAQs für Pauschalreisende

Was gilt generell für Pauschalreisende?

Wenn Sie eine Pauschalreise gebucht haben (z.B. eine Kombination von mehreren Reiseleistungen, meist Beförderung und Unterbringung), haben Sie das Recht, vor Antritt der Reise kostenlos vom Pauschalreisevertrag zurückzutreten, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Anreise erheblich beeinträchtigen. Außergewöhnliche Umstände sind beispielsweise Kriegshandlungen am Reiseziel, Naturkatastrophen oder der Ausbruch einer schweren Krankheit am Reiseziel. Wann außergewöhnliche Umstände vorliegen, muss jedoch anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls beurteilt werden.

Wann soll ich also stornieren?

Diese Frage können wir leider nicht pauschal beantworten. Es kommt immer auf den konkreten Einzelfall an.

Klar ist, dass eine kostenlose Stornierung dann möglich ist, wenn eine Reisewarnung für Ihren Urlaubsort zu Ihrem Abreisetag vorliegt. Außerdem kann kurz (ca eine Woche) vor Antritt der Reise kostenlos storniert werden, wenn die Gefahrensituation am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe außergewöhnlich hoch ist.

Wenn Sie nicht bis kurz vor Reiseantritt zuwarten möchten, können Sie jetzt auf eigene Kosten stornieren. Grundsätzlich gilt: Je früher eine Reise storniert wird, desto günstiger sind die Stornokosten.

Jeder Reisende muss letztlich selbst entscheiden, ob er schon zu einem frühen Zeitpunkt die Reise (kostengünstig) storniert oder noch zuwartet, wie sich die Lage entwickelt.

Wer noch zuwarten will, könnte aufgrund der späteren Entwicklungen die Möglichkeit bekommen, kostenlos zu stornieren. Nicht auszuschließen ist aber, dass aufgrund einer Entspannung der Lage zu einem späteren Zeitpunkt keine kostenlose Stornierung mehr möglich sein wird.

Der Reiseveranstalter will mir statt der Rückzahlung einen Gutschein oder eine Umbuchung anbieten. Muss ich mich damit zufriedengeben?  

Nein. Das Pauschalreisegesetz sieht bei einer Gefahr am Urlaubsort keine Umbuchung auf eine Alternativreise vor. Auch die Ausstellung eines Gutscheins anstelle einer Rückerstattung ist nur dann zulässig, wenn Sie dieser Lösung zustimmen. Sowohl der Reisende als auch der Reiseveranstalter können daher sofort eine Auflösung des Vertrages inklusive Rückerstattung des Reisepreises geltend machen.

Wenn Sie also einen Gutschein oder eine Umbuchung ablehnen, muss Ihnen das Unternehmen den Reisepreis erstatten. Einen Musterbrief dazu finden Sie hier.

Ich habe eine Pauschalreise gebucht und jetzt verlangt der Reiseveranstalter die Zahlung des Restbetrages von mir. Muss ich bezahlen?  

Vorab

Als Anzahlung darf der Reiseveranstalter maximal 20 % des Reisepreises verlangen. Grundsätzlich steht die Restzahlung dem Reiseveranstalter frühestens 20 Tage vor Reisebeginn und nur gegen Aushändigung der Reiseunterlagen zu.

Aufgrund der Corona-Krise dürfte die Reisebranche in starke Turbulenzen geraten. Viele KonsumentInnen befürchten, dass sie Zahlungen, die sie einmal an den Reiseveranstalter geleistet haben, nicht mehr (so schnell) zurückbekommen, auch wenn ein Recht auf kostenlosen Rücktritt vom Vertrag bestehen sollte. 

Wenn Ihr Reiseveranstalter jetzt den Restbetrag für Ihren Urlaub verlangt, wäre eine Möglichkeit, die Zahlung vorerst noch zurückzuhalten - wenn noch nicht sicher feststeht, dass die Reise stattfinden wird (sogenannte Unsicherheitseinrede nach § 1052 ABGB). Teilen Sie Ihrem Veranstalter mit, dass Sie am Vertrag festhalten würden, wenn sich die Lage entspannen und die Reise stattfinden sollte.

Achtung

Das gilt nicht für alle Online-Buchungen! Wenn Sie bei einem ausländischen Anbieter gebucht haben, der seine Geschäftstätigkeit nicht auf Österreich ausgerichtet hat, gilt in der Regel das Recht des Staates, in dem der Anbieter seinen Sitz hat.

Musterbrief

Hier finden Sie einen Muster­brief für die Un­sicher­heits­ein­rede.

Sollten Sie mit dem Reiseveranstalter die Zahlung per Einziehung oder die Abbuchung über Ihre Kreditkarte vereinbart haben, nehmen Sie zugleich Kontakt mit Ihrer Bank oder dem Kreditkartenunternehmen auf und untersagen Sie die Buchung, am besten per E-Mail und auch per Einschreiben mit Rückschein (Kopie des Schreibens und Rückschein aufheben).

Beachten Sie bitte, dass ein kostenloses Storno aber nur möglich ist, wenn der Urlaubsantritt und die Gefahrensituation zeitlich eng beieinanderliegen. Klar ist, dass eine kostenlose Stornierung möglich ist, wenn eine Reisewarnung für Ihren Urlaubsort zum geplanten Abreisetag vorliegt. Um zurückzutreten, muss eine solche aber nicht zwingend vorliegen! Außerdem kann kurz (ca eine Woche) vor Antritt der Reise kostenlos storniert werden, wenn die Gefahrensituation am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe außergewöhnlich hoch ist.

Das bedeutet: Wenn Sie eine kostenlose Stornierung anstreben, können Sie vorerst nur zuwarten und die weitere Entwicklung beobachten. Bezüglich der Restzahlung könnten Sie mit den oben angeführten Argumenten per Einschreiben mit Rückschein (Kopie des Schreibens und Rückschein aufheben) dem Unternehmen die „Unsicherheitsreinrede“ entgegenhalten.

Wichtig

Schreiben Sie zusätzlich zum eingeschriebenen Brief auch ein E-Mail an Ihren Vertragspartner.
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