19.5.2017

Telefonieren und Surfen im EU-Urlaub

Auf und davon – endlich Urlaub! Achtung, wer vom EU-Urlaubsort aus tele­fon­ieren und surfen möchte, muss bei der Tarifwahl zunehmend auf­passen. Denn immer mehr Anbieter schränken ihre Roamingdienste ein oder bieten sie bei einzelnen aktuellen Tarifen gar nicht mehr an – das gilt vor allem für Wert­kart­en. Das zeigt eine AK Auswertung von 194 Mobil­funktarifen von 25 Anbietern.

"Roam like at Home" oder "Don't Roam?"

Seit 15. Juni 2017 gilt für Handytarife: Im EU-Urlaubsland ist nicht mehr zu zahl­en als zu Hause – „Roam like at home“. Eine AK Auswertung zeigt: Bei rund 15 Prozent – das sind 29 von 194 der aktuell angebotenen Tarife – gibt es Ein­schränk­ungen in Bezug aufs Roaming. Bei 165 Tarifangeboten ist Roaming un­ein­ge­schränkt möglich. Bei zwölf Tarifen kann man gar nicht mehr bei Aus­lands­urlauben telefonieren, SMS verschicken oder surfen. Bei 17 Tarifen ist „nur“ die Nutzung von Datenroaming nicht möglich.

Die Ergebnisse im Detail

  • „Abstriche“ beim Datenroaming: Anfang 2017 gab es gerade einen nicht-roamingfähigen Tarif, im Juni 2017 waren acht Wertkartentarife (der An­biet­er T-Mobile, tele.ring und S-Budget) am Markt, bei denen Datenroaming aus­ge­schlossen war. Heuer gibt es bereits 29 verschiedene Tarife, bei denen Kon­sum­entInnen keinen oder nur einen eingeschränkten Vorteil aus „Roam like at home“ ziehen, weil Roamingdienste in ihrem Tarif gar nicht oder nur teil­weise inkludiert sind. Sie können auch nicht als Zusatzoption dazugekauft wer­den. 

  • Meist Wertkarten ohne Roaming: 22 von insgesamt 60 untersuchten Wert­karten schränken Roaming ein. Oder anders gesagt: 22 der 29 Tarife mit Roam­ing­beschränkungen sind Wertkarten. Aber auch bei sieben Ver­trags­tarif­en gibt es keine Möglichkeit mehr, Roaming uneingeschränkt zu nutzen. 

  • Funkstille im Ausland: Etliche Anbieter haben sich zumindest in Bezug auf einige ihrer Tarife zu einem Ende fürs Roaming entschlossen: A1, T-Mobile, Drei, bob, yess, tele.ring, S-Budget, Ge org!, wowww!, eety, yooopi!. Bei man­chen Anbietern unterliegen alle Wertkarten-Tarife Roamingbeschränkungen: S-Budget, tele.ring und T-Mobile. Sie informieren darüber auf der Homepage und im Datenblatt.

Seit die Roamingkosten gefallen sind, wird mehr telefoniert und gesurft: Laut Telekomregulierungsbehörde RTR stieg die Datennutzung nach dem Auslaufen zusätzlicher Roamingkosten um 388 Prozent (3. Quartal 2016 zu 3. Quartal 2017). Es wurde auch mehr im EU–Ausland telefoniert – die Roamingminuten stiegen von 88 auf knapp 140 Millionen Minuten an (ein Plus von 58 Prozent).

Achtung, Kostenfallen!

Ein Foto vom Strand, ein Anruf, eine SMS, ein Restauranttipp gegoogelt … Immer mehr Handy-Anbieter schränken Roaming ein oder schließen es sogar aus. Das zeigt eine aktuelle AK Auswertung bei 25 Anbietern. Die AK gibt Tipps, worauf UrlauberInnen beim Telefonieren und Surfen im EU-Urlaubsland auf­passen sollen.

Tipp

Das sollten UrlauberInnen beim Telefonieren, Surfen und SMS ver­schick­en beachten:

  • Stopp Roaming: Handy-Anbieter dürfen Roamingdienste teilweise oder auch ganz ausschließen. Informieren Sie sich vor Ihrer Reise, ob Ihr Vertrag Roamingdienste enthält.
     
  • Infos und Sperre bei Kostenobergrenze: Die Betreiber müssen bei der Einreise automatisch über die Roaming-Preise informieren, etwa per SMS. Außerdem muss Ihnen eine Kost­en­be­grenz­ungs­funk­tion für die Datennutzung angeboten werden: Sobald 80 Pro­zent des vereinbarten Höchstbetrages ausgeschöpft sind, hat der Betreiber eine Info ans Handy zu senden. Ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung darf die Kostenobergrenze von monatlich rund 60 Euro nicht überschritten werden.
     
  • Pauschalpakete gelten auch im Urlaub: In den meisten Tarifen sind in einem Pauschalpaket schon eine bestimmte Menge an Min­uten-, SMS- oder Dateneinheiten enthalten. Auch bei Tarifen mit solchen inkludierten Einheiten muss die Nutzung in der EU zu den­selben Bedingungen möglich sein muss wie daheim. Das bedeutet: Beim Roaming werden verbrauchte Einheiten für Anrufe, SMS oder Surfen von dem Pauschale abgezogen.
     
  • Limit erreicht: Die im Ausland verfügbaren Pauschaleinheiten sind grundsätzlich dieselben wie im Inland. Bei manchen Daten­tarif­en gibt es Ausnahmen: Ihr Anbieter muss Ihnen das für Ihren Tarif geltende Datenlimit bei Grenzübertritt und bei den sonstigen Tarifinformationen mitteilen (Auskünfte an einer kostenlosen Hot­line, in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, auf der Webseite und in der „Kundenzone“). Im Zweifel fragen Sie vorsorglich bei Ihr­em Mobilfunkanbieter nach, ob und wenn ja, welche Limits bei Ihr­em Tarif gelten.
     
  • Fair Use: „Roam like at home“ gilt nur für vorübergehende Aus­lands­reis­en, nicht für Daueraufenthalte. Die Nutzung der Mobil­funk­dienste außerhalb Österreichs sollte die Nutzung im Inland nicht übersteigen. Bei Überschreiten der „fair-use“-Grenze dürfen Ihnen Aufschläge verrechnet werden.
     
  • Vorsicht: Die EU-Roamingregelung gilt nicht auf Schiffen und in Flugzeugen.
  • © 2018 AK Kärnten | Bahnhofplatz 3 9021 Klagenfurt am Wörthersee, +43 50 477

  • Datenschutz
  • Impressum