28.08.2017
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Direktbanken haben bei Gehaltskonto-Kosten mit Kreditkarte die Nase vorn!

Im Schnitt mit rund 123 Euro muss ein Normalnutzer für ein neues Gehaltskonto mit Kreditkarte ohne Versicherungsschutz rechnen. Auf dem Gehaltskonto gibt es im Durchschnitt gerade mal 0,01 Prozent Guthabenzinsen, die Überziehungszinsen zeigen eine beachtliche Bandbreite von 5,25 bis 12,75 Prozent. Das zeigt eine aktuelle AK Analyse bei 20 Banken.

TIPP

Die AK hat ein neues, zusätzliches Service beim AK Bankenrechner: ein Girokonto-Ranking mit und ohne Kreditkarte. Überdies kann man bei der Kreditkarte wählen, ob mit oder ohne Versicherungsschutz.

Konkret zeigt die AK Analyse bei 40 Girokonten mit Kreditkarte (ohne Versicherungsschutz) bei 20 Banken: Ein neues Gehaltskonto mit Kreditkarte ohne Versicherungsschutz kostet von null bis 239,62 Euro – im Schnitt 122,64 Euro im Jahr. Bei 19 von 40 Kontoprodukten ist eine Kreditkarte im Kontopaket (Kontoführung) schon inkludiert – bei manchen sogar noch mit Versicherungsschutz. Die Kosten für nicht im Kontopaket inkludierte Kreditkarten betragen 19,20 bis 25,78 Euro pro Jahr.

Die Top Ten-Gehaltskonten mit Kreditkarte ohne Versicherungsschutz

Bank   Produkt        Gesamtkosten/Jahr inkl. Karte
easybank  easy gratis      0,00 €, easy Kreditkarte 
DADAT    Gehaltskonto 0,00 €, Visa Classic
ING-DiBa            Girokonto   0,00 €, Visa Classic
Anadi Bank          A1-Konto        29,24 €, Classic Card
Hello bank! Girokonto 48,00 €**), Classic Card*)
Anadi Bank          Onlinekonto 62,66 €, Classic Card ***)
easybank   easy konto      64,92 €, easy Kreditkarte
Sparda Bank         Basis 88,30 €, Classic Card   
Raiffeisen NÖ-Wien  Klassik Konto   91,80 €, Classic Card
Hypo Tirol Bank     Konto Kompakt   94,08 €, Paylife Gold*)****)

Quelle: AK Bankenrechner: Reihung nach Kosten/Jahr, danach Höhe der Haben- u. Überziehungszinsen; *) Karte mit Versicherungsschutz;**) gratis in Kombination mit Investmentplan; ***) Jahresumsatz 3.000 €; ****) Karte gratis ab Jahresumsatz 4.000 €

Auffallend: Bei den Gehaltskonten bzw. Kartengebühren gibt es einige Nebenbedingungen, zum Beispiel Gratis-Konto nur in Kombination mit Investmentplan (Hello bank!) oder eine Gratis-Kreditkarte, wenn ein Mindestjahresumsatz erreicht wird (Hypo Tirol).

Wichtig ist auch ein Blick auf die Zinsen: Die Habenzinsen sind bei Dadat, Hello bank! und ING-DiBa null Prozent. Die Sparda bietet 0,05 Prozent, easybank, Anadi Bank, RLB und Hypo Tirol 0,01 Prozent (vor KESt). Vor allem die Zinsen für Kontoüberziehung der Top-Angebote sind höchst unterschiedlich: Dadat verlangt 6,625 Prozent, die Raiffeisen NÖ Wien (Klassik Konto) 12,5 Prozent pro Jahr.

Keine Verschlechterungen für BankkundInnen!

Aufgrund des Girokontokosten-Tests verlangt die AK: Es darf zu keinem Rückschritt für BankkundInnen im Zahlungsverkehr kommen. Grund dafür ist die bis 13. Jänner 2018 in Österreich umzusetzende Zahlungsdienste-Richtlinie. Die geänderte Zahlungsdienste-Richtlinie ist aus Sicht der AK ein guter Anlass für konsumentenfreundliche Neureglungen.

Konkret verlangt die AK:   

  • Keine extra Bankomatgebühr: Das Geldabheben am Bankomat muss ohne neue Zusatzgebühren (Bankomatgebühren) erhalten bleiben. Den Preis für das Abheben zahlen KundInnen nämlich schon mit dem Kontoentgelt oder Kartenpreis.

  • Keine Gebühr für Post-Papierrechnung: Immer häufiger verrechnen Banken und Kreditkartenfirmen Gebühren für die Zusendung einer Papierrechnung. Dafür darf nichts verlangt werden, fordert die AK – so wie bei Telekomverträgen – eine gesetzliche Regelung.

  • Keine Zahlscheingebühr von Händler & Co: Die Zahlscheingebühr, die von Zahlungsempfängern wie Händlern, Handyfirmen oder Versicherungen früher verlangt wurde, muss weiterhin verboten bleiben. Der EuGH bestätigte auch, dass kein Zusatzentgelt für die Verwendung eines bestimmten Zahlungsinstruments verlangt werden darf.

  • Konsumentenfreundliche Judikatur muss bleiben: Durch die Neuformulierung des österreichischen Zahlungsdienstegesetzes darf die bisherige Judikatur der österreichischen Gerichte nicht in Frage gestellt werden. Es muss gesetzlich klargestellt werden, dass die konsumentenfreundliche Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes zu Zahlungsdiensten weiterhin uneingeschränkt maßgeblich bleibt und nicht durch neue Gesetzesformulierungen entwertet wird.

Welches Girokonto? – Tipps für KonsumentInnen

TIPP
  • AK Bankenrechner mit mehr Leistungen: Mit dem AK Bankenrechner finden Sie im Internet das Girokonto mit den besten Konditionen. Der AK Bankenrechner bietet jetzt ein neues, zusätzliches Service an: einen Girokonto-Vergleich mit und ohne Kreditkarte. Zusätzlich können Sie die Kreditkarte mit und ohne Versicherungsschutz auswählen. Was noch neu ist: Sie können für Ihr Girokonto ein eigenes Nutzerprofil erstellen. Den AK Bankenrechner finden Sie hier. Mehr ...

  • Pauschal ist nicht pauschal: Prüfen Sie bei Konten mit Pauschalverrechnung, ob alle oder nur ganz bestimmte Buchungen kostenlos sind.

  • Kreditkarten-Angebot prüfen: Das Angebot der Kreditkartenfirmen ist groß und sehr unterschiedlich, auch beim Umfang des Versicherungsschutzes. Prüfen Sie, welche Karte bzw. Leistungen Sie nutzen möchten.


Bankomatkarten-Inhaber dürfen PIN aufschreiben

Besitzer von Bankomatkarten dürfen den ihnen von den Banken zur Verfügung gestellten PIN-Code für die Bankomatkarte sehr wohl auch aufschreiben.

Für Girokontovertrag ist eine Spürnase nötig

Die Verträge sind unübersichtlich. Gliederung oder Inhaltsverzeichnis sucht man vergebens. Kontoeröffnungs-Verträge sind oft lückenhaft.

Bankkonto für Jedermann

VerbraucherInnen mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU haben das Recht auf ein Basiskonto bei einer österreichischen Bank.

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