In­vest­ment­fonds­pläne: Nicht von Per­form­ance-­Zahlen blenden lassen!

Banken bewerben Investmentfondspläne gerne als Alternative zum Spar­buch. Vorsicht, das sind keine Spareinlagen, sondern laufende In­ves­ti­ti­on­en in Investmentfonds. Ein AK Test bei 16 Banken zeigt: In­vest­ment­fonds­pläne können zur Spesenfalle werden.

Performance-Angaben sind mit Vorsicht zu genießen. Kosten wie Aus­gabe­auf­schläge und Spesen für das Wertpapierdepot sind in der Performance-Be­rech­nung nicht abgebildet. Performance ist nicht gleich Rendite.

Spesen können sich läppern

Bei den sogenannten Investmentfondsplänen werden Kleinbeträge in regel­mäßig­en Abständen in Investmentfonds (Anteile an Kapitalanlagefonds) in­ves­tiert. Es gibt keine festgelegte Laufzeit, sondern, je nach Fondstyp, wird eine Ver­an­lag­ungs­dauer empfohlen. Wie bei jedem Wertpapierkauf fallen unter­schied­liche Kosten an.

Die AK hat bei 16 Banken die Rahmenbedingungen und Kosten bei In­vest­ment­fonds­spar­plänen unter die Lupe genommen. „Je nach Anbieter kann in öster­reichische und ausländische Fonds investiert werden“, sagen die AK Ex­pert­Innen. „Angeboten werden je nach Bank 15 bis 3.000 Fonds“. Die Min­dest­ver­an­lag­ungs­summe beträgt meist zwischen 30 und 50 Euro je Veranlagung. Üblicher­weise wird monatlich investiert.

AK Test

Die Spesen bei den Investmentfondssparplänen können sich läppern. Der AK Test zeigt:

  • Spesen beim Ankauf: Der Ausgabeaufschlag beträgt 0,75 bis fünf Prozent (für die abgefragten Fondspläne). Je riskanter der Fonds­typ, desto höher die Ausgabespesen. Es ist eine Reduzierung des Aus­gabe­auf­schlags möglich: bei acht von 16 Banken gefunden.
     
  • Spesen beim Verkauf: Verkaufsspesen sind möglich. Die Be­rech­nung ist unterschiedlich. Die Spesen werden pauschal oder ab­häng­ig vom Fondswert verrechnet.
     
  • Spesen beim Switch: Wer den Fonds wechselt, muss ebenfalls mit Spesen rechnen.
     
  • Spesen beim Depot: Die Verrechnung der Wertpapierdepotspesen ist unterschiedlich und schwer vergleichbar. Achtung, einige Bank­en verlangen Mindestspesen. Bei der Veranlagung von Klein­be­träg­en auf die Spesenbelastung achten. Denn alleine die Kosten für De­pot und Wertpapier-Verrechnungskonto können sich läppern. Sie be­tragen im ersten Jahr null bis 107 Euro (Annahme Einmalerlag 3.000 Euro, elf Einzahlungen von 50 Euro).

Sehr oft werben Banken mit der guten Performance. „Performance-Angaben sind nur eingeschränkt aussagekräftig“, warnt die AK. „Sie beziehen sich auf die Vergangenheit. Die anfallen Kosten für den Ankauf, laufende Depotspesen und die Kapitalertragsteuer auf Zinserträge sind rechnerisch nicht be­rück­sicht­igt.“ Die Performance ist also nicht mit der individuellen Anleger-Rendite ident.

Die AK KonsumentenschützerInnen raten: „Fragen Sie Ihren Berater nach der An­legerendite und nach Kosten. Zudem muss der Kunde ein Kunden­in­for­ma­ti­ons­doku­ment erhalten, indem die Eckpunkte des Fonds aufzuschlüsseln sind.“

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