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Bio-Limonaden versprechen zu viel Gutes

Bio-Limonaden sind "in" und gelten als gesund. Bereits 20 unterschiedliche Bio-Lifestyle-Getränke gibt es in Österreich zu kaufen. Doch können die Produkte auch halten, was sie versprechen? In einer Untersuchung der Arbeiterkammer OÖ, gemeinsam mit dem Studiengang Diätologie der FH Gesundheitsberufe OÖ (Christina Schierlinger-Brandmayr und Pia Wildfellner), wurden die Werbeaussagen der Hersteller einem Realitäts-Check unterzogen. Erschreckend dabei: Trinkt man eine Flasche, so hat man bei 10 von 20 Produkten bereits auch die Hälfte der empfohlenen Höchstmenge an Zucker konsumiert.

Zu viel Zucker ist nicht gesund

Bio wird wegen der Gesundheit gekauft, zeigt eine aktuelle AMA-Studie. Demnach ist das stärkste Motiv für den Kauf von Bio-Nahrungsmitteln eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise, gefolgt vom Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und der vielfach regionalen Herkunft von Bio-Produkten. Wenig überraschend also, dass 19 der 20 untersuchten Getränke das Bio-Siegel tragen. 45 Prozent tragen darüber hinaus das FAIRTRADE-Siegel.

Kaum Bio-Zutaten enthalten

Nüchtern betrachtet stecken in den Bio-Limonaden allerdings kaum Bio-Zutaten: Honig, Saftanteile oder Zucker machen nur einen sehr kleinen Anteil des Produktes aus. Die eigentliche Hauptzutat jedes Erfrischungsgetränks ist Wasser. Und das gibt es nicht in Bio-Qualität.

Bio-Limos wie Cola

Täglich sollten maximal 50 g Zucker konsumiert werden - so die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Das entspricht 12,5 Stück Würfelzucker. Dass Softdrinks viel Zucker enthalten weiß man, von Bio-Limonaden erwartet man allerdings eine zumindest zuckerarme Variante. Doch 2 Produkte im Test standen im Zuckergehalt der konventionellen Konkurrenz kaum nach. „Höllinger sprizz Lemon“ und „Pfanner Green Tea Mango“ enthalten mehr als 8 Stück Würfelzucker pro 500 ml. Beachtet man den Zuckergehalt in Gramm pro 100 ml, stellt sich die Ergebnisse leicht verändert dar. Die AK OÖ hat aber als Basis für die Bewertung eine Flasche eines Getränks in handelsüblicher Größe herangezogen, da diese in der Regel auch auf einmal konsumiert wird.

 
Gemessen an der WHO-Empfehlung sind auch Bio-Limonaden besser nur in Maßen zu genießen, denn nur das Getränk „Ohnly“ enthielt tatsächlich gar keinen Zucker. Eine Flasche der restlichen Getränke (meist 330 ml Inhalt) deckt den empfohlenen Tageszuckerbedarf zu rund einem bis zu drei Viertel ab. 

Keine Chemie in Biolimonaden

Dennoch stellen die getesteten Bio-Limonaden in anderer Hinsicht gute Alternativen zu den üblichen Softdrinks dar. Denn anstatt mit raffiniertem Industriezucker, wird häufig mit Malz oder sogar nur mit den enthaltenen Fruchtanteilen gesüßt. In konventioneller Limonade sind dagegen selten Früchte, dafür aber künstliche Aromen, Konservierungsmittel, Phosphate und Farbstoffe zu finden.

Zusätzlich verzichtet die Hälfte der Bio-Hersteller auf den Einsatz von tierischen Produkten, wie etwa Gelatine, beim Klären von Trübstoffen und deklariert ihre Getränke als vegan. 2 von 3 der untersuchten Bio-Getränkehersteller betonen in ihren Werbeaussagen, dass ihre trendigen Durstlöscher ohne Chemie hergestellt werden.

Positiver Gesundheitsaspekt zweifelhaft 

Fraglich bleibt, ob die Gesundheitsversprechen mit denen die Mehrzahl der Hersteller wirbt, auch wirklich eingelöst werden. Denn bei den geringen Mengen an pflanzlichen Inhaltsstoffen ist zweifelhaft, ob es überhaupt eine (positive) Wirkung auf den menschlichen Organismus gibt. 

Ohne Zweifel sind aber die positiven sozialen und ökologischen Aspekte in der Produktion der Bio- und FAIRTRADE-Getränke, sowie den zusätzlichen Mehrwert der etwa durch die Förderung von Sozialprojekten geschaffen wird.

AK-Ernährungs-Tipp

Die idealen Durstlöscher sind Wasser, Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees sowie gespritzte und gut verdünnte Fruchtsäfte. Um Übergewicht zu vermeiden, sollten Biolimonaden nur bewusst und in mäßigen Mengen genossen werden.  

    

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