Stecker und Euroscheine © vejaa, stock.adobe.com
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23.11.2022

FAQ zur Strom­preisbremse

AK und ÖGB begrüßen die „Strompreisbremse“ als wichtigen Schritt zur Entlastung der Haushalte von den hohen Energiepreisen, fordern aber, dass es eine ähnliche Förderung auch fürs Heizen gibt.


Was ist die „Strompreisbremse“?

Die „Strompreisbremse“ hat zum Ziel, die Stromrechnung der Haushalte zu einem gewissen Teil zu subventionieren. Gelten wird sie ab 1. Dezember 2022 bis 30. Juni 2024. Mitte Oktober ist der Stromkostenzuschuss im Nationalrat beschlossen worden.

Wie funktioniert die „Strompreisbremse“?

Der Strompreis soll durch einen Stromkostenzuschuss für einen Stromgrundverbrauch von 2.900 kWh mit zehn Cent pro kWh netto verrechnet und automatisch abgezogen werden.

Der darüberhinausgehende Verbrauch soll wieder marktüblich abgerechnet werden, abhängig davon welchen Energietarif Sie haben. Die Grenze von 2.900 kWh entspricht laut Regierung in etwa 80 Prozent des durchschnittlichen Stromverbrauchs in österreichischen Haushalten.

Der Zuschuss beträgt maximal 30 Cent pro kWh. Für größere Haushalte mit mehr als drei Personen gibt es eine zusätzliche Unterstützung (Zusatzkontingent). Wie und wo das Zusatzkontingent beantragt werden kann, ist derzeit noch gänzlich unklar, da keine gesetzliche Regelung dazu vorliegt.

Die Unterstützung durch die „Strompreisbremse“ wird direkt auf der Stromrechnung gutgeschrieben, und zwar bereits auf die monatlichen Teilzahlungsrechnungen. Das bedeutet, dass kein eigener Antrag dafür gestellt werden muss, sondern der Abzug automatisch erfolgt.

Beispiel

Haushalte, die 25 Cent pro kWh vom Versorger in Rechnung gestellt bekommen, erhalten für 2.900 kWh jeweils 15 Cent pro kWh vom Staat abgezogen. Wer 40 Cent pro kWh zahlen muss, erhält 30 Cent. Bei 45 Cent sind es ebenfalls 30 Cent, die abgezogen werden. In diesem Fall sind für die 2.900 kWh dann 15 Cent pro kWh zu zahlen.


Wer profitiert von der „Strompreisbremse“?

Vom Stromkostenzuschuss profitieren alle Privatpersonen, die einen Stromliefervertrag mit einem Energielieferanten haben. Bis zu 500 Euro soll die Deckelung laut Regierung abfangen.

Bei einkommensschwachen Haushalten wird es noch um die 200 Euro mehr werden, denn Menschen, die aufgrund ihres geringen Einkommens von den Erneuerbaren Förderkosten befreit sind, erhalten einen zusätzlichen Abschlag von 75 Prozent der Netzkosten. 

Haushalte, in denen mehr als drei Personen leben, können auf Antrag ein zusätzliches Kontingent beantragen, um mehr als die 2900 kWh gefördert zu bekommen. Wie und wo das Zusatzkontingent beantragt werden kann, ist derzeit noch gänzlich unklar, da keine gesetzliche Regelung dazu vorliegt.

Für die AK ist die „Strompreisbremse“ aber nur dann sozial gerecht, wenn die Gegenfinanzierung durch jene Energieunternehmen erfolgt, die derzeit aufgrund der hohen Energiepreise enorme Profite erzielen – die AK und ÖGB fordern die Übergewinnsteuer.  Denn ohne diese wird die „Strompreisbremse“ vor allem von den einfachen Steuerzahler:innen bezahlt.

Wie und wann komme ich zu meinem Geld?

Greifen wird die „Strompreisbremse“ ab 1. Dezember 2022 und ist bis 30. Juni 2024 gültig. Das entsprechende Gesetz wurde Mitte Oktober im Nationalrat beschlossen. Die Unterstützung durch die „Strompreisbremse“ wird direkt auf der Stromrechnung gutgeschrieben, und zwar bereits auf die monatlichen Teilzahlungsrechnungen. Das bedeutet, dass kein eigener Antrag dafür gestellt werden muss, sondern der Abzug automatisch erfolgt.

Gibt es eine „Strompreisbremse“ für Heizkosten?

Heizkosten werden durch die „Strompreisbremse“ nicht unterstützt. Gefördert wird nur ein Grundverbrauch an Strom in Höhe von 2.900 kWh pro Jahr. Die AK fordert aber auch eine Preisbremse für die Raumwärme. Die Bundesregierung hat aber angekündigt, darüber in einem nächsten Schritt zu entscheiden. 

Ich habe mehr als einen Stromzähler im Haushalt. Bekomme ich den Grundverbrauch pro Zähler?

Nein. Jeder Zähler bzw. Zählpunkt mit einem Lastprofil H0, HA oder HF sing zulässig. Dies ist meist der Hauptzähler. Somit sind bspw. für Warmwasserboiler oder Stromheizungen, welche mit einem separaten Zähler gemessen werden, nicht anspruchsberechtigt.  

Mein Stromverbrauch teilt sich auf mehrere Zähler auf. Werden die 2.900 kWh auf die Zähler aufgeteilt?

Nein. Nur der Hauptzähler ist meist anspruchsberechtigt. Das Grundverbrauchskontingent von 2.900 kWh reduziert sich, sollte der Jahresverbrauch am Hauptzähler entsprechend niedriger sein.

Wird die Strompreisbremse auch für Nebenwohnsitze gelten?

Ja. Denn ausschlaggebend ist, dass man einen eigenen Stromliefervertrag für einen Zählpunkt hat und nicht die Wohnform. Die zusätzliche Unterstützung für größere Haushaltegilt allerdings nur für den Hauptwohnsitz. 

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