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Kundenkarten

Wer kennt das nicht – fast jedes Unternehmen bietet seine Kundenkarte an und verspricht den Konsumenten finanzielle Vorteile. Weil in Zeiten wie diesen jeder ein bisschen Geld einsparen möchte, quillt das Geldbörserl über wegen der vielen Kundenkarten. Aber ein Test der Arbeiterkammer zeigt: Nicht immer hat der Kunde sofort einen Vorteil. Oft gibt es etwa Rabatte erst bei weiteren Einkäufen. Manche Karten sind sogar kostenpflichtig.

Datensammlung und -weitergabe

Mit der Kundenkarte sammelt das Unternehmen auch Kundendaten, um Kundenprofile anzulegen oder für eigene Werbezwecke, etwa Post-, Mail- oder Telefonwerbung. In mehr als einem Drittel der untersuchten Fälle geben die Anbieter an, die Daten an Dritte weiterzugeben. Das sind meist Dienstleister, die für den Kartenanbieter tätig werden. In einzelnen Fällen übermitteln die Kartenanbieter die Daten für Werbezwecke an Dritte – an wen genau, bleibt mitunter im Verborgenen. Die Konsumentenschützer fordern, dass konkret genannt werden muss, an wen die Daten weitergegeben werden. Ein bloßer Hinweis auf Partner- oder Konzernunternehmen reicht nicht. Sie kritisieren, dass die Transparenz zu wünschen übrig lässt. Denn die Zustimmung des Kunden ist nur dann wirksam, wenn er weiß, welche Firma seine Daten für Werbezwecke erhält.

Wohnungsgröße und Namen der Kinder

Einige Anbieter fragen mehr Daten ab als nötig. Neben Stammdaten (Name, Anschrift, oft auch Geburtsdatum) werden in der Regel weitere Kontaktdaten (Rufnummer, Mail) abverlangt. In einigen Anträgen werden persönliche Daten abgefragt, die nichts damit zu tun haben, ob Unternehmen eine Kundenkarte ausstellen können oder nicht, etwa Wohnungsgröße, Wohnsituation, Vornamen der Kinder oder berufliche Tätigkeit.
Oft ist für Konsumenten unklar, welche persönlichen Daten im schriftlichen Antragsformular verpflichtend angegeben werden müssen und welche freiwillig sind. Die verpflichtend auszufüllenden Datenfelder sind oft nicht ausreichend gekennzeichnet. Wer im Internet eine Kundenkarte anfordert, hat gekennzeichnete Pflichtfelder.

Vorteile weg

Der AK-Test zeigt: Die Angaben können zwar jederzeit widerrufen werden, doch oft gehen dann auch die Vorteile der Karte verloren. Nur einige wenige Anbieter betonen, dass die versprochenen Vorteile nicht verloren gehen, wenn die Zustimmung zu Werbemails oder Werbeanrufen zurückgezogen wird.

TIPP
  • Achten Sie, ob die Kundenkarte etwas kostet und wägen Sie Kosten und Nutzen ab. 
  • Klären Sie unverständliche Geschäftsklauseln mit den MitarbeiterInnen ab.
  • Hinterfragen Sie, ob Ihnen die Kartenvorteile so viel wert sind, dass Sie dafür auch etwa Mails oder Werbeanrufe in Kauf nehmen wollen.
  • Sie wollen keine Werbemails oder Werbeanrufe? Klären Sie ab, ob Sie die Zustimmung zu solcher Werbung verweigern können, ohne dass die versprochenen Vorteile wegfallen.
  • Werden Bonus- oder Rabattpunkte, Gutscheine oder Gutschriften oft nicht rechtzeitig eingelöst, verfallen sie. Ein Beispiel: Die in einem Kalenderjahr gesammelten Punkte müssen bis zum 30. Juni des Folgejahres eingelöst werden.
  • Beim Einkauf mit der Kundenkarte werden Punkte oder Rabatte nicht in jedem Fall in der versprochenen Höhe gutgeschrieben. Zwei Beispiele: Punkte werden oft nicht auf preisreduzierte Ware gewährt. Wer mit Kreditkarte zahlt, dem wird nur die Hälfte der normalerweise verrechneten Punkte gutgeschrieben.


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