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FAQs zum Smart Meter

Bis 2019 sollen private Haushalte mit „intelligenten“ Stromzählern („Smart Meter“) ausgestattet werden. Die alten, analogen Stromzähler werden deshalb schrittweise ersetzt. KonsumentInnen haben aber die Möglichkeit, den Smart Meter abzulehnen („Opt-Out“).

Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Smart Meter zusammengefasst:

Was kann ein Smart Meter im Gegensatz zum alten Stromzähler?

Ein Smart Meter ist ein sogenannter „intelligenter“ Stromzähler. Im Gegensatz zum alten, analogen Ferraris-Stromzähler funktioniert er elektronisch und verfügt über eine Reihe neuer, „intelligenter“ Funktionen. Er misst alle 15 Minuten den Stromverbrauch und speichert diese Werte im Gerät.

Der Smart Meter ist über eine Kommunikationsanbindung mit dem jeweiligen Netzbetreiber verbunden. Der Stromverbrauch wird täglich an den Netzbetreiber übertragen. Netzbetreiber können dadurch mittels „Fernablesung“ – d.h. ohne Ablesung vor Ort – den Stromverbrauch feststellen. Außerdem haben sie die technische Möglichkeit, „aus der Ferne“ die Stromzufuhr zu begrenzen oder abzustellen („Leistungsbegrenzung“ bzw. „Fernabschaltung“).

Welche Funktionen hat ein Smart Meter?

Der „intelligente“ Stromzähler misst und speichert den Stromverbrauch alle 15 Minuten im Gerät. Diese Werte werden für jeden Tag zusammengerechnet. Dieser Strom-Tagesverbrauch wird automatisch an den Strom-Netzbetreiber übermittelt.

  • Diese Funktion ist dann auch bei Ihrem Gerät standardmäßig – ohne Ihr Zutun – automatisch aktiviert (Standard-Smart Meter). Wollen Sie sie deaktivieren, müssen Sie sich für ein "Opt-Out" entscheiden.
  • Wenn Sie das möchten, kann der Smart Meter aber auch mehr, nämlich die 15-Minuten-Stromverbrauchswerte automatisch an den Netzbetreiber übermitteln. Für diese Zusatzfunktion müssen Sie beim Netzbetreiber Ihre ausdrückliche Zustimmung beim Zähleraustausch bekannt geben („Opt-In“). Diese Zusatzfunktion können Sie aber auch zu jedem späteren Zeitpunkt anfordern bzw. widerrufen.

Warum bekomme ich einen Smart Meter?

Die rechtlichen Grundlagen zur Einführung des Smart Meter stammen aus einer EU-Richtlinie. Darin ist festgelegt, dass bis 2020 mindestens 80% der privaten Haushalte mit einem Smart Meter ausgestattet werden müssen.

Österreich hat diese Richtlinie im Rahmen einer Verordnung umgesetzt. In dieser Verordnung hat der Wirtschaftsminister die Netzbetreiber dazu verpflichtet, bis Ende 2019 insgesamt sogar 95% der privaten Haushalte mit neuen „intelligenten“ Stromzählern (Smart Meter) auszustatten.

AK FORDERUNG

Für die AK ist der Deckungsgrad von 95% bei privaten Haushalten bis 2019 überambitioniert. Wir setzen uns dafür ein, dass auch für Österreich das kleinere EU-Ziel gilt: 80% Smart-Meter-Abdeckung bei privaten Haushalten bis 2020.

Wann bekomme ich einen Smart Meter?

Es werden in den nächsten Jahren nach und nach die alten, analogen gegen die neuen, „intelligenten“ Stromzähler ausgetauscht. Der genaue Zeitpunkt ist je nach Bundesland unterschiedlich:

In Oberösterreich werden die Zähler bereits gewechselt, in den meisten anderen Bundesländern ist der Tausch in Vorbereitung und beginnt noch 2017. Einige große Netzbetreiber werden aber voraussichtlich erst 2018 mit dem Einbau der „intelligenten“ Stromzähler beginnen - so starten etwa die Wiener Netze im Juni 2018 in einem Feldversuch mit 30.000 neuen Zählern.

SIE MÜSSEN RECHTZEITIG INFORMIERT WERDEN!

Der jeweilige Netzbetreiber muss in jedem Fall die KonsumentInnen rechtzeitig über den Zählertausch informieren. In diesem Informationsschreiben werden die neuen Funktionen der Smart Meter erklärt sowie die Wahlmöglichkeiten, die Sie bezüglich der einzelnen Funktionen haben, erläutert.

Was kostet mich der Smart Meter?

Die Kosten der gesamten bundesweiten Umstellung auf Smart Meter werden auf 1,7 Mrd. Euro geschätzt. Ob und in welchem Ausmaß diese Kosten auf die KonsumentInnen überwälzt werden, ist derzeit noch unklar.
Die Regulierungsbehörde E-Control geht davon aus, dass die Kosten für die Smart Meter nicht zu wesentlichen Mehrbelastungen der KonsumentInnen führen werden, weil die Umstellung auch zu Kostenreduktionen für die Strom-Netzbetreibern führen soll.

AK FORDERUNG

Die AK lehnt weitere Kostensteigerungen für KonsumentInnen strikt ab. Es darf trotz flächendeckender Einführung von Smart Meter zu keiner Erhöhung der Messentgelte kommen!

Derzeit ist es so, dass alle Kosten, die beim Messen des Stromverbrauchs anfallen (z.B. Wartung, Instandhaltung, Ablesen des Zählers) in der Stromrechnung als "Entgelt für Messleistung" abgegolten werden. Für dieses Entgelt setzt die Regulierungsbehörde E-Control einen Höchstbeitrag fest.

Was passiert mit meinen Daten?

Mit dem "intelligenten" Stromzähler werden Ihre Strom-Verbrauchsdaten täglich und automatisch an den jeweiligen Strom-Netzbetreiber übermittelt. Der Strom-Netzbetreiber ist dazu verpflichtet, die im "intelligenten" Stromzähler gespeicherten Messwerte gegen den Zugriff Nicht-Berechtigter abzusichern.

Der Strom-Netzbetreiber übermittelt außerdem monatlich die Strom-Verbrauchsdaten an den Stromlieferanten. Bedenken Sie: der Strom-Netzbetreiber ist nicht Ihr Stromlieferant.

Der Stromlieferant erstellt dann auf Basis der Tageswerte, oder – soweit es der Stromliefervertrag erfordert – auf Basis der 15-Minuten-Werte, eine monatliche Verbrauchsinformation und die Stromkostenrechnung. Ob Sie wegen Ihres speziellen Tarifes (z.B. zeitabhängiger Tarif) auch die 15-Minuten-Werte an den Lieferanten übermitteln müssen, finden Sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und/oder in den Strom-Tarif Bedingungen Ihres Stromlieferanten.

Was bringt ein Smart Meter?

Derzeit wird Ihr Stromverbrauch vom Netzbetreiber errechnet bzw. geschätzt und nur alle drei Jahre vor Ort abgelesen. Auf Basis dieser Schätzungen werden die Teilzahlungsbeträge festgesetzt, die oft - mehr oder weniger deutlich - vom tatsächlichen Stromverbrauch abweichen. Das schlägt sich natürlich auch in den Kosten nieder. Häufig kommt es deshalb zu unerwarteten Nachzahlungen.

Intelligente Stromzähler erfassen und speichern dagegen täglich den Stromverbrauch. Der tägliche Stromverbrauch wird automatisch an den Netzbetreiber übermittelt.
Dadurch ...

  • ... erübrigt sich sowohl die Strom-Ablesung vor Ort als auch die Selbstablesung durch KonsumentInnen
  • ... wird die Strom-Abrechnung präziser und ist stichtagsgenau, da sie auf dem tatsächlichen Verbrauchswert basiert.
  • ... können hohe Nachzahlungen vermieden werden - eine große Erleichterung vor allem für einkommensschwache Haushalte.
  • ... können Sie monatliche Stromverbrauchsinformationen und Rechnungen bekommen.
  • ... gibt es eine klare Abgrenzung des Stromverbrauchs, etwa wenn Sie die Wohnung wechseln.

Was sind die Bedenken gegen den Smart Meter?

  • Es gibt nach wie vor datenschutzrechtliche Bedenken hinsichtlich der „intelligenten“ Funktionen, da die Verbrauchsdaten beim jeweiligen Netzbetreiber gespeichert werden.
  • Der jeweilige Netzbetreiber kann „aus der Ferne“ die Stromleistung begrenzen oder auch ganz abschalten (derzeit muss der Netzbetreiber dies noch vor Ort durchführen).

Welche Entscheidungsmöglichkeiten habe ich als KonsumentIn?

Entscheidungsmöglichkeiten beim Smart Meter © Tea Mina Jaramaz, AK Wien

Möglichkeit 1: Stromzähler ("Opt-Out")

Wenn Sie die "intelligenten" Funktionen Ihres neuen Stromzählers nicht aktivieren wollen, müssen Sie aktiv widersprechen ("Opt-Out"). Mehr dazu finden Sie unter den beiden folgenden Fragen: "Kann ich den Smart Meter ablehnen?" und "Wie kann ich den Smart Meter ablehnen?". 

Möglichkeit 2: Smart Meter (Standard)

Diese Version wird standardmäßig bei Ihnen eingebaut, wenn Sie den Smart Meter nicht ablehnen: Das Gerät misst im 15-Minuten-Takt Ihren Stromverbrauch, zählt diese Werte zu einem Tagesverbrauch zusammen und übermittelt diesen Tagesverbrauchswert an Ihren Netzbetreiber.

Möglichkeit 3: Smart Meter (mit "Opt-In")

Wenn Sie das möchten, kann der Smart Meter auch mehr, nämlich die 15-Minuten-Stromverbrauchswerte automatisch an den Netzbetreiber übermitteln. Für diese Zusatzfunktion müssen Sie beim Netzbetreiber Ihre ausdrückliche Zustimmung beim Zähleraustausch bekannt geben („Opt-In“). 

Kann ich den Smart Meter ablehnen?

Prinzipiell ja: Sie können die „intelligenten“ Funktionen des neuen Stromzählers ablehnen („Opt-Out“).

Dabei sind aber leider noch einige Rechtsfragen offen. Es ist noch nicht klar, wie die rechtlichen Rahmenbedingungen ausgelegt werden, wenn jemand die „intelligenten“ Funktionen deaktivieren will.
Die derzeitigen Bestimmungen besagen: In Österreich dürfen nur 5% der StromkundInnen die „intelligenten“ Funktionen ablehnen. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Ablehnung. Es ist deshalb unklar, was bei einem Widerspruch passiert, wenn die 5%-Marke bereits erfüllt ist.
Außerdem legen manche Netzbetreiber fest, dass selbst bei einer Ablehnung der „intelligenten“ Funktionen monatlich Daten gespeichert und fernübertragen werden. Gerade diese „intelligenten“ Funktionen lösen aber datenschutzrechtliche Bedenken aus.

AK FORDERUNG

Für die AK ist klar: Die Wünsche und Bedürfnisse der KonsumentInnen müssen in den Mittelpunkt gerückt werden! Wir fordern, dass niemand gegen seinen/ihren Wunsch einen Stromzähler mit unerwünschten Zusatzfunktionen bekommt. Der Widerspruch dagegen muss immer berücksichtigt werden, auch über die 5%-Marke hinaus! Die AK wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass klare Regeln zum „Opt-Out“ festgelegt werden.

Wie kann ich einen Smart Meter ablehnen?

Was Sie schon jetzt tun können:

Wenn Sie keinen Smart Meter möchten, können Sie bereits jetzt ein entsprechendes Schreiben an den Netzbetreiber richten. Einen Musterbrief zur Ablehnung finden Sie hier.

ACHTUNG

Ihr Netzbetreiber ist nicht Ihr Stromlieferant! Sie finden Ihren Netzbetreiber auf Ihrer Jahresabrechnung.

Was Sie tun können, wenn Sie die Info zum Zählertausch bekommen:

Wenn Sie keinen Smart Meter möchten, müssen Sie, sobald Sie Ihr Netzbetreiber über den Zählertausch informiert, bekannt geben, dass Sie die "intelligenten" Zusatzfunktionen ausdrücklich ablehnen.

ACHTUNG

Das gilt auch, wenn Sie Ihren Netzbetreiber bereits davor (z.B. mit unserem Musterbrief) über Ihre Ablehnung informiert haben!

Bekomme ich ein neues Gerät, auch wenn ich den Smart Meter ablehne?

Ja. Wenn Sie sich gegen einen Smart Meter entscheiden, entscheiden Sie sich streng genommen  gegen die Aktivierung der „intelligenten“ Funktionen. Es wird trotzdem ein neuer, elektronischer Stromzähler eingebaut.

Es handelt sich dabei zwar um das gleiche Gerät, jedoch sind bei diesem die „intelligenten" Funktionen – Speicherung und tägliche Übermittlung der Verbrauchsdaten an den Netzbetreiber, Fernabschaltung und Leistungsbegrenzung – nachweislich deaktiviert. Wie der Nachweis für die Deaktivierung in der Praxis aussieht, hängt vom jeweiligen Strom-Netzbetreiber ab.

AK FORDERUNG

Die AK verlangt von den Netzbetreibern, dass die Deaktivierung der "intelligenten" Funktionen für die KonsumentInnen klar ersichtlich ist.

Welche Daten werden ermittelt, wenn ich den Smart Meter ablehne?

Wenn Sie sich für ein "Opt-Out" entscheiden, wird Ihnen ein Smart Meter eingebaut, bei dem die "intelligenten" Funktionen deaktiviert sind. Ob und wie dann der Zählerstand gespeichert und übertragen wird, ist je nach Netzbetreiber unterschiedlich:

  1. Manche Netzbetreiber legen beim "Opt-Out"-Smart Meter fest, dass der Zählerstand ein Mal im Monat gespeichert und automatisch an den Strom-Netzbetreiber übermittelt wird. Dieser monatliche Zählerstand wird dann auch an den Stromlieferanten übermittelt, damit der eine Verbrauchsinformation und Stromkostenrechnung erstellen kann.

    AK FORDERUNG

    Die AK lehnt diese Form des "Opt-Out"-Smart Meters ab. Wir fordern, dass bei einem "Opt-Out" alle "intelligenten" Funktionen (v.a. die Speicherung der Verbrauchsdaten) nachweislich deaktiviert sind.


  2. Andere Netzbetreiber legen beim "Opt-Out"-Smart Meter fest, dass nur in bestimmten Fällen der aktuelle Zählerstand vom Netzbetreiber aus der Ferne ausgelesen wird, z.B. für die Jahresabrechnung, bei Preisänderungen oder bei Wohnungswechsel. Der jeweilige Zählerstand wird dann an den Stromlieferanten übermittelt, damit der eine Verbrauchsinformation und Stromkostenrechnung erstellen kann. Bei diesem "Opt-Out"- Smart Meter werden keine Daten gespeichert.
    AK EINSCHÄTZUNG

    Die AK sieht diese Variante als Vorteil für KundInnen. Damit wird exakt abgerechnet und die KundInnen müssen nicht extra für den Ablesetermin zu Hause sein.


Welcher "Opt-Out"-Zähler bei Ihnen zur Anwendung kommt, erfahren Sie bei Ihrem Strom-Netzbetreiber! 

Mein Vormieter hatte einen Smart Meter. Muss ich diesen übernehmen?

Nein, Sie müssen den Smart Meter eines Vormieters nicht übernehmen. Die "Opt-Out"-Möglichkeit, also die Möglichkeit den Smart Meter abzulehnen, gilt auch für Nachmieterinnen.

"Opt-Out" für Nachmieterinnen

Wenn Sie sich gegen einen Smart Meter entscheiden, also gegen die „intelligenten“ Funktionen des eingebauten Smart Meter, dann teilen Sie das Ihrem Strom-Netzbetreiber mit. Hier finden Sie einen entsprechenden Musterbrief zur Ablehnung!

ACHTUNG

Ihr Netzbetreiber ist nicht Ihr Stromlieferant! Sie finden Ihren Netzbetreiber auf Ihrer Jahresabrechnung.

Rechtsanspruch auf Ablehnung? 

Nach den derzeitigen Bestimmungen dürfen in Österreich nur 5% der Strom-KundInnen die „intelligenten“ Funktionen ablehnen. Auf diese Ablehnung gibt keinen Rechtsanspruch. Es ist deshalb unklar, was mit einem Widerspruch passiert, wenn die 5%-Marke bereits erfüllt ist.

AK FORDERUNG

Für die AK ist klar: Die Wünsche und Bedürfnisse der KonsumentInnen müssen in den Mittelpunkt gerückt werden! Wir fordern, dass niemand gegen seinen/ihren Wunsch einen Stromzähler mit unerwünschten Zusatzfunktionen bekommt. Ein Widerspruch muss immer berücksichtigt werden, auch über die 5%-Marke hinaus!
Die AK wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass klare Regeln zum "Opt-Out" festgelegt werden.

„Smart Meter“ – die neue Stromzählergeneration

95 Prozent aller privaten Haushalte müssen von den Strom-Netzbetreibern bis 2019 mit „intelligenten“ Stromzählern ausgestattet werden.

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Wenn Ihnen Ihr Versorger zu teuer ist, können Sie den Lieferanten wechseln. Mit dem Strompreis-Rechner können Sie den günstigsten Anbieter ermitteln.

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Der Schutz von per­sön­li­chen Daten ist keine lästige Ne­ben­sa­che, sondern ein Men­schen­recht. Was gilt und wie Sie Verstöße herausfinden.

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