6.4.2022

Reisestornos, Phishing-Attacken, falsche Betriebskosten: Turbulentes Jahr für Kärntner Konsumenten

46.341 Kärntner wandten sich 2021 an den AK-Konsumentenschutz. Dieser sicherte ihnen rund 320.000 Euro. Vor allem pandemiebedingte Themen beschäftigten Konsumenten im vergangenen Jahr. AK-Präsident Günther Goach: „Besonders in Zeiten wie diesen, ist der kostenlose Konsumentenschutz wichtiger denn je!“

Corona-Pandemie und Teuerungswelle. Auch im vergangenen Jahr ging es für Konsumenten turbulent weiter und noch nie war der Bedarf an kompetenten, schnellen und seriösen Lösungen für Probleme so hoch. Die AK steht hierbei allen Kärntnern zur Seite – nicht nur Mitgliedern: „Das kostenlose Service des Konsumentenschutzes, mit Unterstützung vom Land, kann jeder Kärntner und jede Kärntnerin in Anspruch nehmen. Unabhängig davon, ob man AK-Mitglied ist oder nicht“, so AK-Präsident Günther Goach und betont: „Besonders in Zeiten wie diesen, ist der kostenlose Konsumentenschutz wichtiger denn je!“

46.341 Kärntner haben sich vergangenes Jahr mit Fragen und Problemen an die Experten des AK-Konsumentenschutzes gewandt. Sie unterstützen Betroffene kostenlos beim Durchsetzen berechtigter Ansprüche – wenn nötig auch vor Gericht. 60 Neuklagen gab es im vergangenen Jahr, von denen schon 35 positiv abgeschlossen wurden. 17.728 Beratungen erfolgten telefonisch, 25.825 schriftlich und 2.788 in persönlichen Gesprächen. Damit wurden den Konsumenten von der AK 319.911 Euro zurückgebracht.

AK hilft schnell und flexibel

„Um die Beratungsleistung immer aktuell zu halten, sind Flexibilität und schnelles Handeln gefragt“, weiß Stephan Achernig, Leiter des AK-Konsumentenschutzes in Kärnten und erklärt: „Viele Themen, zum Beispiel die Insolvenz einer Fluggesellschaft oder Absagen von Veranstaltungen, ergeben sich manchmal über Nacht. Wenn etwas abends zum Thema wird, glühen morgens bei uns schon die Leitungen. Durch eine gute Abstimmung im Team sind wir in der Lage, mit diesem Tempo mitzuhalten und können sehr flexibel und schnell reagieren!“

Neben der Beratungstätigkeit bietet die AK aber auch Hilfe zur Selbsthilfe. FAQ’s zu aktuellen Themen, zahlreiche Rechner, Lehrvideos, Ratgeber, Musterbriefe sowie Tarifrechner für Internet, Festnetz und Handy findet man auf der AK-Website.

AK-Beratungsstatistik 2021

3.158-mal wurde zum Thema Telekommunikation nachgefragt. Das Thema Versicherungen wurde 2.125-mal, sonstige Anfragen 2.406-mal behandelt.

Beratungen zum klassischen Konsumentenschutzthema Kauf von Produkten erfolgten 7.180-mal. „Die meisten Probleme gab es hier punkto negativer Erfahrungen beim Online-Shopping und Fake-Shops sowie Garantie und Rücktrittsrecht“, präzisiert Achernig.

8.644 Konsumenten stellten Anfragen zum Thema Dienstleistungen. „Mitgliedsbeiträge in Fitnessstudios oder Saisonkarten für die, aufgrund der Pandemie, keine Leistung erfolgen konnte, sowie Absagen von Konzerten, Kultur- oder sonstigen Veranstaltungen, waren hier die häufigsten Problemfelder“, so Achernig. Infolge der Zunahme von Online-Shopping kam es auch bei der Paketzustellung zu immer mehr Problemen. Nicht erfolgte Zustellversuche, fehlende Benachrichtigungen im Briefkasten, FAKE-SMS bezüglich des Lieferstatus oder verschwundene Pakete waren die Hauptthemen.

Mit 6.723 Anfragen war das Thema Reise 2021 zwar nicht so gefragt wie 2020, liegt aber immer noch deutlich über dem Niveau wie vor Pandemiebeginn. „Dauerbrenner sind nach wie vor Probleme mit Online-Buchungsplattformen, Reisestornos, Reiserücktrittsversicherungen und Flugannullierungen“, erklärt Achernig. Viele Konsumenten mussten Monate auf die Rückerstattung von abgesagten Reisen warten.

Zur Kategorie Geld wurden 2.596 Anfragen – insbesondere zu Phishing-Attacken und Krypto-Investments – gestellt.  Vor allem betrügerische Mails und SMS hatten im vergangenen Jahr Hochsaison. Viele Konsumenten erhielten Phishing-Mails oder FAKE-SMS, um an Daten und an Geld zu kommen. Es gab auch viele Anfragen zu Kreditstundungen von Beschäftigten, die von coronabedingten Einkommenseinbußen betroffen waren.

Top Thema Wohnen

Klarer Spitzenreiter bei den Anfragen ist, wie schon in den vergangenen Jahren, das Thema Wohnen. 13.509-mal haben sich Konsumenten zu den Abrechnungen der Betriebs- und Heizkosten, dem Wohnungszustand bei Rückgabe, Maklerprovisionen, Kautionen aber auch zu Berechnungen der Miete und der Finanzierungsbeiträge der gemeinnützigen Genossenschaften beim Konsumentenschutz Hilfe geholt.

Zusätzlich haben 1.532 Kärntner beim „Betriebskostencheck“, den die AK jedes Jahr mit finanzieller Unterstützung des Landes Kärnten anbietet, ihre Betriebs- und Heizkostenabrechnung zur Überprüfung übergeben. Aufgrund der bestehenden Einschränkungen durch COVID-19, wurde die Beratung wieder hauptsächlich telefonisch und digital durchgeführt, was sehr gut angenommen wurde. Besonders auffällig war, dass Mietern sehr häufig Kosten verrechnet werden, die nicht im Betriebskostenkatalog aufgelistet sind. Auch die Umstellung der Verbrauchermessung für Heizkosten von Verdunstungszählern auf Heizkostenverteiler mit Funkablesung sorgte für Unmut. „Die Konsumenten beklagten, dass ihnen die technischen Geräte nicht ausreichend erklärt wurden und so eine eigenhändige Überprüfung unterm Jahr quasi unmöglich ist“, so Achernig. Positiv aufgefallen ist, dass durch viele Anfragen von Vermietern die Abrechnungen bereits richtig gestaltet wurden. Weiteres Thema: Die Hausverwaltung. Hier fehlten oft Ansprechpersonen und der Zugang zu benötigten Belegen.

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