AK warnt vor un­seriös­en Prak­tik­en von „Donau­land“!

In der AK Konsumentenberatung häufen sich die Be­schwer­den über „Donauland“. KonsumentInnen bekommen von einem in Wien ansässigen Unternehmen nicht bestellte Bücher oder CDs zugesendet. Wird die mitgeschickte Rechnung nicht bezahlt, werden sie mit Mahn- und Inkassoschreiben bedrängt.

Bei „Donauland“ handelt es sich nicht um die Rechtsnachfolgerin der bekannten, ehe­malig­en „Buchgemeinschaft DONAULAND Kremayr & Scheriau GmbH & Co. KG “, von der Bücher zu günstigen Konditionen erworben werden konnten und pro Quartal ein Buch gekauft werden musste. Vielmehr steht die in Wien ansässige Firma S24D Shop 24 Direct GmbH dahinter, die auch die Internetseite www.donauland.at betreibt und die nach Angaben von Vertretern der ehemaligen „Buchgemeinschaft Donauland“ die Be­treu­ung der (ehemaligen) Mitglieder übernommen hat.

Wie Sie auf nicht bestellte Lieferungen reagieren sollten

Die AK rät, sich vor der unzulässigen, aggressiven Geschäftspraktik nicht einschüchtern zu lassen.  Rechnungen für nicht bestellte Waren muss man nicht zahlen. Konsumenten sind auch nicht verpflichtet, unbestellte Waren zurückzuschicken oder aufzubewahren (§ 864 Abs 2 ABGB).

Grundsätzlich besteht keine Pflicht, unberechtigten Forderungen zu widersprechen. Sind Sie sich aber nicht sicher, ob Sie nicht doch eine Ware bestellt haben (etwa weil in der Vergangenheit wiederholt Bestellungen getätigt wurden), sollte dem Unternehmen sicher­heits­halb­er schriftlich mitgeteilt werden, dass die zugesendete Ware nicht bestellt wurde und die Kaufpreisforderung nicht berechtigt ist.

Musterbrief

Sie können dafür unseren Muster­brief „unbestellte Warenlieferung“ verwenden.

Die Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass Reklamationsschreiben von KonsumentInnen meist unbeantwortet bleiben bzw. seitens des Unternehmens lediglich mit weiteren Mahnschreiben darauf reagiert wird.

„Donauland“ ignoriert Kündigungen

In den Zusendungen von „Donauland“ werden die KonsumentInnen darauf hingewiesen, dass noch keine quartalsweise Bestellung erfolgt ist und daher würden sie einen Em­pfehl­ungs­band bekommen. Viele Konsumenten waren früher tatsächlich Mitglied in der „Buchgemeinschaft Donauland“ und meinen daher, dass sie zu einer quartalsweisen Be­stellung verpflichtet wären. Das ist aber oft nicht der Fall: Die Mitgliedschaft wurde teils schon vor Jahren gekündigt. Viele KonsumentInnen sind auch davon ausgegangen, dass es die Buchgemeinschaft gar nicht mehr gibt bzw. der Vertrag beendet wurde, weil die Zusendungen in der Vergangenheit teilweise eingestellt wurden. Versuchen Kon­sum­ent­Inn­en die oft gar nicht mehr bestehende Mitgliedschaft erneut zu kündigen, reagiert das Unternehmen überhaupt nicht oder meint, dass die Kündigung erst zu einem viel später­en Zeitpunkt wirksam wird. Bis dahin werden munter weiter Empfehlungsbände zu­ge­sandt. Die vom Unternehmen bekannt gegebenen, überlangen Kündigungsfristen sind ebenso rechtswidrig.

Was tun bei einem aufrechten Mitgliedsvertrag?

Betroffene, die sich nicht sicher sind, ob noch ein aufrechter Mitgliedsvertrag mit der „Buchgemeinschaft Donauland“ besteht, und die keine Zusendungen mehr erhalten wollen, sollten sicherheitshalber den Vertrag gegenüber dem Unternehmen umgehend schriftlich kündigen. Nach Ansicht der AK steht den Betroffenen ein außerordentliches Kündigungsrecht mit sofortiger Wirkung zu, weil Recherchen ergeben haben, dass die von der „Buchgemeinschaft Donauland“ versendeten Bücher und CDs im Vergleich zu früher nicht mehr zu stark reduzierten Preisen angeboten werden und daher der Zweck der Buchgemeinschaft (Erwerb von Büchern zu stark reduzierten Preisen) nicht mehr gegeben ist. Die Beträge, die für die Bücher, CDs und den Versand verrechnet werden, sind zum Teil sogar höher als bei anderen (Online-)Buchhändlern.

Musterbrief

Für die Kündigung mit sofortiger Wirkung können Sie unseren Musterbrief „außerordentliche Kündigung“ ver­wenden.  

Die AK hat das in Wien ansässige Unternehmen wegen unzulässiger und ag­gres­siv­er Geschäftspraktiken bereits geklagt. Das Verfahren ist noch anhängig.

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