2.10.2017
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

So half die AK: Interventionsfälle aus der Praxis

Falsch verrechnete Heiz- und oder Warmwasserkosten, überwälzte Kosten an Mieter, falsche Nutzflächenschlüssel: Viele Mieter und Wohnungseigentümer haben Schwierigkeiten, sich im Betriebskostendschungel zurechtzufinden. Die Experten der AK konnten beim Betriebskostencheck helfen.

Falsche Verrechnung der Heizkosten

In einer Wohnanlage in Klagenfurt, mit einer beheizbaren Fläche von rund 3.200 Quadratmetern und zirka 40 Wohnungen, wurden den Mietern und Eigentümern in einer ersten Abrechnung 54.447,15 Euro brutto für Heizkosten von einem heimischen Energieanbieter in Rechnung gestellt. Ein Wohnungseigentümer wandte sich daraufhin an die AK und ließ prüfen, ob seine Vorschreibung in der Höhe von 1.870,81 Euro brutto stimmt. Die Überprüfungen der AK ergaben, dass die Gesamtkosten jedoch nur 43.264,74 Euro brutto betragen und für den Wohnungseigentümer somit nur 1.458,92 Euro brutto an Heizkosten für ein Jahr anfallen. Der Konsument ersparte sich – nach AK-Intervention – 411,89 Euro brutto. Die Wohnungseigentümergemeinschaft erspart sich sogar insgesamt 11.182,41 Euro.

Fehlerhafter Nutzflächenschlüssel

Ein Wohnhaus in Klagenfurt wurde über Jahre hinweg mit dem Nachbarshaus zusammen abgerechnet. Mitte 2016 kam es zum Wechsel der Hausverwaltung. Von der neuen Immobilienverwaltungsgesellschaft wurden neben den zwei genannten Häusern zwei weitere mit abgerechnet. Diese Vorgehensweise war aufgrund der Eintragungen im Grundbuch so auch zulässig – die Gesamtkosten waren jedoch dementsprechend höher. Von der Hausverwaltung wurde es verabsäumt, die Gesamtfläche bei der Aufteilung über den Nutzflächenschlüssel anzupassen. Es wurden die gleichen Quadratmeter herangezogen, wie in der Abrechnung für bloß zwei Wohnanlagen. Die Abrechnung enthielt daher sehr hohe, nicht nachvollziehbare Kosten, die von der AK im Namen der Klientin beeinsprucht wurden.

Mieter seit 2017 – Aber Nachzahlung für 2016

Viele Anfragen an die AK bezogen sich auf Nachzahlungen der Betriebskosten für 2016. Die Mieter konnten nicht glauben, dass sie für Betriebskosten einer Wohnung aufkommen müssen, obwohl sie zu dem Zeitpunkt in dem sie angefallen sind, noch nicht Mieter waren. 

Tipp der Experten

Vor Anmietung einer Wohnung ist zu klären, ob die Gefahr einer allfälligen Nachforderungszahlung besteht oder nicht. Die gesetzlich vorgesehene Belastung lässt sich durch eine ausdrücklich vertragliche Vereinbarung, dass der Vermieter diese Kosten trägt, vermeiden. Anders ist die gesetzliche Lage im Heizkostenabrechnungsgesetz und im ABGB (Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch). Hier tragen die Mieter lediglich jene Kosten, die sie selbst verursacht haben.

 

AK verhalf zu gerechter Gutschrift von Betriebskosten

Die Betriebskostenabrechnung 2015 ergab für eine Mieterin eine Gutschrift in Höhe von 378 Euro. Die Gutschrift wurde der Mieterin zur Auszahlung gebracht – gleichzeitig wurden auch die neuen Akonto-Vorschreibungen für das Betriebskostenjahr um 30 Euro gesenkt. Die Mieterin hatte einen Dauerauftrag eingerichtet und hat im Jahr 2016 weiterhin die „alte“ Akontozahlung geleistet. Bei der Abrechnung 2016 wurden aber nur jene Vorauszahlungen angerechnet, welche die Verwaltung zur Vorschreibung gebracht hatte. Erst aufgrund der Intervention durch die AK wurden der Mieterin die tatsächlich geleisteten Zahlungen zur Anrechnung gebracht. Statt eine Nachzahlung leisten zu müssen erhielt die Mieterin eine Gutschrift aus der Betriebskostenabrechnung 2016 von 240 Euro.

Kaution ungerechterweise einbehalten

Eine Mieterin kündigte 2016 ihre Wohnung. Der Vermieter behielt sich die gesamte Kaution ein. Begründung: Kosten für das Ausmalen, den Zylinderschlosstausch und eine zu erwartende Nachzahlung für die Betriebskostenabrechnung 2016. Eine Rechnungslegung der Betriebskosten für das Jahr 2016 erfolgte dann im Juli 2017. Mit Hilfe der AK wurden der Mieterin die Kosten fürs Ausmalen, sowie der Differenzbetrag zwischen der Betriebskostenabrechnung 2016 und der Einbehalt von der Kaution zur Auszahlung gebracht. Die Vermieterin ersparte sich in Summe rund 840 Euro.

 

Betriebskosten

Welche Ausgaben als Betriebskosten verrechnet werden dürfen.

AK will weitere Verbesserungen für Mieter

AK-Präsident Goach fordert mehr genossenschaftliche Kleinwohnungen, eine Mietpreisobergrenze und ein einheitliches Mietrechtsgesetz!

Betriebskosten – Die 10 häufigsten Irrtümer

Betriebskosten machen einen gar nicht so kleinen Anteil der Mietvorschreibung aus. Es lohnt sich daher, mehr darüber zu wissen.

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen
Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK