AK-Nachhilfestudie: Österreichweite Kosten für Nachhilfe auf 101 Mio. Euro gestiegen

Die Ergebnisse einer von der AK in Auftrag gegebenen IFES-Studie zeigen: Zwar sind die Kosten für bezahlte Nachhilfe im Durchschnitt mit rund 570 Euro pro Schulkind gesunken, dennoch ist die Zahl an Schülern mit Nachhilfebedarf gestiegen. 50 Prozent der Eltern gaben an, dass sie durch bezahlte Nachhilfe finanziell stark belastet sind. „Finanziell schwächer gestellte Haushalte dürfen nicht benachteiligt werden, denn es geht um die Zukunft unserer Kinder“, sagte AK-Präsident Günther Goach. 

Wenn Nachhilfe zum Schulalltag gehört, müssen mehr kostenlose Nachhilfeangebote an Schulen geschaffen oder ausgebaut werden, so die Meinung von mehr als der Hälfte der befragten Eltern in der aktuellen IFES-Studie zur Nachhilfe in Österreich.

29 Prozent aller Schüler haben, im laufenden Schuljahr oder in den letzten Sommerferien entweder eine externe bezahlte, externe unbezahlte oder schulische Nachhilfe bekommen.

17 Prozent davon, also 168.000 Schüler mussten eine externe bezahlte Nachhilfe in Anspruch nehmen. Zwar sind die Kosten pro Schüler im Durchschnitt damit auf rund 570 Euro gesunken, dennoch haben in diesem Schuljahr oder im Sommer davor rund 21.000 Schüler mehr an bezahlter Nachhilfe bekommen. Die Ausgaben für bezahlte Nachhilfe stiegen um rund sieben Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr – insgesamt auf 101 Millionen Euro. „Die Schule produziert nach wie vor einen Nachhilfemarkt, in den jene Eltern investieren können, die dafür die notwendigen finanziellen Mittel haben. Das Ziel muss es sein, kostenlose Nachhilfe in Schulen durch hochwertigen Förderunterricht auszubauen und damit Chancengerechtigkeit herzustellen, und gleichzeitig private Nachhilfe einzudämmen“, sagte AK-Präsident Günther Goach und fügte hinzu: „Denn die Chance zur Bildung darf nicht von finanziellen Ressourcen der Eltern abhängig gemacht werden.“

Neun Prozent der Schüler haben eine unbezahlte Nachhilfe bekommen, bei der vor allem Bekannte oder Verwandte sie unterstützten. Nur rund vier Prozent (40.000 Schüler) der nachhilfebedürftigen Schüler wurden von der schulischen Gratisnachhilfe abgedeckt. Die Schüler benötigten in Mathematik und Fremdsprachen die größte Unterstützung. Mathematik liegt unangefochten an erster Stelle mit 63 Prozent, gefolgt von Fremdsprachen und Deutsch mit jeweils 30 Prozent.

Finanzielle Belastung und zeitlich begrenzte Ressourcen

Die Hälfte der Eltern, deren Kinder bezahlte Nachhilfe in Anspruch nahmen, gaben an, dass sie finanziell sehr stark oder spürbar belastet sind (obwohl die mittleren Ausgaben etwas gesunken sind). Für weitere 30 Prozent bedeuteten diese Kosten zumindest eine gewisse finanzielle Belastung. Auch der Faktor Zeit spielt bei der Belastung der Eltern eine große Rolle: Vier von zehn Eltern, die ihren Kindern helfen, gaben an, dass sie zeitlich sehr oder ziemlich stark gefordert sind.

Daten zur Untersuchung: Ifes-Befragung unter österreichweit 3.064 Haushalten mit 4.651 Schulkindern, Befragungszeitraum Anfang März bis Ende April 2019 


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