19.4.2018
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Schwarze Liste 2017 im Arbeitsrecht

Fall 1 Während des Urlaubs per Rsb-Brief gekündigt

Ein Angestellter, der seit 2004 in einem Handelsunternehmen arbeitete, wurde am 31. März 2017 per Rsb-Brief gekündigt. Die Kündigung erreichte den Kärntner erst drei Tage später, da sich der Arbeitnehmer nachweislich im Urlaub befand. Der Angestellte wandte sich an die Arbeitsrechtsabteilung der Arbeiterkammer. Nach Überprüfung des Kündigungsschreibens durch die AK-Experten stellte sich heraus, dass das Dienstverhältnis nicht wie vom Dienstgeber angegeben am 30.06.2017 enden darf, sondern erst am 30.09.2017. Nach Intervention der AK wurde die Abrechnung des Dienstnehmers korrigiert und eine Kündigungsentschädigung von rund 5.600 Euro bezahlt.  

Fall 2 Bezahlung von Überstunden verweigert

Ein Kärntner Arbeitnehmer war bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses eineinhalb Jahre als Koch in einem Restaurant in St. Veit beschäftigt. Aufgrund offener Lohnansprüche und nicht abgegoltener Überstunden wandte sich der Kärntner an die Arbeiterkammer. Nach Intervention der AK beim Arbeitgeber wurde ein Betrag bezahlt – ohne der noch ausstehenden Überstunden. Der Arbeitgeber hatte seinem ehemaligen Mitarbeiter gleichzeitig über einen Rechtsanwalt mitgeteilt, dass durch das unentgeltliche Bereitstellen eines Zimmers ein Mietzins von 15 Monaten zu bezahlen sei. Kostenpunkt: 5.250 Euro exklusive der Anwaltskosten. Daraufhin wurde mit dem Rechtsanwalt verhandelt mit dem Ergebnis: Der Arbeitgeber hat auf die Mietzinsforderung verzichtet und einen Großteil der Überstunden bezahlt. Mit Hilfe der AK wurde ein Betrag von 5.693 Euro erstritten.  

Fall 3 Fiktive Lohnabrechnung

Ein Paketzusteller wandte sich im Vorjahr an die AK-Beratungsstelle, als seine geleisteten Überstunden sowie kollektivvertraglich vorgeschriebenen Taggelder nicht ausbezahlt wurden. Die AK-Rechtsexperten überprüften die Lohnabrechnungen des Arbeitgebers und erkannten, dass Brutto- und Nettobetrag nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprachen und fiktiv zusammengestellt wurden. Nach einer erfolglosen (Arbeitgeber reagierte nicht) außergerichtlichen Intervention seitens der AK, wurde der Klagsweg gewählt.

Forderungen wie Überstunden, Diäten, aliquote Sonderzahlungen und Urlaubsersatzleistungen für 17 Tage in Höhe von 8.473 Euro wurden eingebracht. Daraufhin wurde über das Vermögen des Arbeitgebers ein Konkursverfahren eröffnet und die offenen Forderungen zur Gänze vom IEF ausbezahlt.  

Fall 4 Arbeitszeit- und Urlaubsaufzeichnungen machen sich bezahlt

Das Dienstverhältnis einer Kellnerin in einer Oberkärntner Bäckerei wurde durch eine Dienstgeberkündigung aufgelöst. Nach Erhalt der Endabrechnung wandte sich die Arbeitnehmerin an die AK, mit dem Ersuchen, die Gehaltsabrechnung zu überprüfen, da die Höhe des Auszahlungsbetrages für sie nicht nachvollziehbar sei. Die Arbeitnehmerin hatte eine lückenlose Aufzeichnung über ihren konsumierten Urlaub. Eine Überprüfung durch die AK ergab eine Differenz von 70 offenen Urlaubstagen, wohingegen die ursprüngliche Endabrechnung nur elf ausbezahlte Urlaubstage beinhaltete. Die AK klagte beim Arbeits- und Sozialgericht. Daraufhin leistete der Betrieb die geforderte Nachzahlung in der Höhe von rund 5.300 Euro.

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