27.2.2019

AK-Präsident Günther Goach sieht zunehmende Schieflage gegenüber Arbeitnehmern 

AK-Präsident Günther Goach formulierte im Rahmen der Rechtsschutzbilanz aktuelle Forderungen der Arbeitnehmerseite: „Die AK steht für sozialen Zusammenhalt und kämpft für die Interessen der Arbeitnehmer.“

Die Arbeiterkammer stellt sich schützend bei Problemen im Betrieb, beim Verlust des Arbeitsplatzes oder bei drohenden Verschlechterungen, die von der Politik ausgehen, vor die Arbeitnehmer. Arbeitnehmerfeindliche Maßnahmen der vergangenen Jahre dürfen dabei aber nicht außer Acht gelassen werden: 12- Stunden-Tag, Verschlechterung zum Zugang zur Altersteilzeit, die Kürzung der Mindestsicherung und die Abschaffung der Aktion 20.000. „Durch die Kassenreform ist noch dazu das Gesundheitssystem in Gefahr. Arbeitnehmer werden in ihrer eigenen Krankenversicherung entmachtet. Industrie und Wirtschaft nehmen dabei wenig Rücksicht auf die Interessen der hart arbeitenden Menschen“, erklärte AK-Präsident Günther Goach und bekräftigte: „Als starke Stimme gegenüber Politik und Wirtschaft kämpfen wir für Gerechtigkeit und fordern diese für alle Arbeitnehmer.“ 

Die Arbeiterkammer Kärnten fordert daher:

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Karfreitag frei für alle - EuGH gibt uns einen Feiertag, die Regierung nimmt ihn uns

Die am Dienstagnachmittag vorgelegte Lösung der Regierung zum Karfreitag ist für Goach die denkbar schlechteste: „Zuerst kommt eine Husch-Pfusch-Aktion mit der ‚14-Uhr-Regelung‘ und dann greift man in das persönliche Urlaubsrecht ein. Der ‚Ka-freier-Tag‘ wurde geschaffen, indem man Arbeitnehmer zwingt, das persönliche Urlaubskontingent für einen freien Tag zu verwenden.“ Die Arbeiterkammer Kärnten fordert nach wie vor einen freien Tag für alle und schlägt der Regierung vor, die Sozialpartner mit der Ausarbeitung einer gerechten Regelung zu betrauen.

Papamonat: AK fordert mehr Geld für Väter

Im Gegensatz zur Väterkarenz fehlt der Rechtsanspruch und der Kündigungsschutz beim Papamonat. Väter sind auf die Zustimmung ihres Arbeitgebers angewiesen, um den Papamonat in Anspruch nehmen zu können. Weiters ist die Väterkarenz finanziell lukrativer, da Väter bei Inanspruchnahme des Papamonats nur zwischen 632,8 Euro und 700,6 Euro verdienen (Dauer: 28 – 31 Tage). „Wir als Arbeiterkammer fordern daher, dass diese finanziellen, arbeitsrechtlich abgesicherten und vom Arbeitgeber abhängig gemachten Nachteile des Papamonats gesetzlich beseitigt werden müssen“, forderte Goach und fügte hinzu: "Es gibt keine Erklärung dafür, dass jene Väter, die nach dem Papamonat später auch noch in Karenz gehen, die finanzielle Unterstützung für den Papamonat – ohnehin nur rund 700 Euro – dann auch noch vom Kinderbetreuungsgeldanspruch abgezogen bekommen – hier braucht es eine Neuregelung!"

Kündigungsschutz im Krankheitsfall

Ein Kündigungsschutz für Arbeitnehmer im Krankenstand ist gefordert, unabhängig davon, ob dieser durch eine Krankheit oder aufgrund eines Arbeitsunfalls verursacht wurde. „Man muss dafür sorgen, dass die Arbeitnehmer gesund bleiben. Dazu gehört auch, dass man sich im Krankheitsfall in Ruhe auskurieren kann, ohne Angst um seinen Job zu haben. Der Kündigungsschutz im Krankheitsfall, vor allem nach einem Arbeitsunfall, ist längst überfällig.“, forderte der AK-Präsident. Arbeitnehmer gehen nach wie vor aus Angst vor einem Arbeitsplatzverlust krank zur Arbeit.

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