Kostspielige Nachhilfe: Kärntner Eltern investieren allein im Sommer 1,6 Millionen Euro
Ferienbeginn, aber nicht alle Schüler können die Sommermonate sorglos genießen. Viele müssen für Nachprüfungen im Herbst oder aufgrund schlechter Noten lernen. Für ihre Eltern gestaltet sich der Sommer ebenfalls zeit- aber vor allem kostenintensiv. Allein für private Nachhilfe und Sommerkurse werden in 4.000 Haushalten heuer rund 1,6 Millionen Euro ausgegeben.
Eine von der AK in Auftrag gegebene Ifes-Studie unter 300 Kärntner Haushalten belegt, dass Nachhilfe zu einem privaten, schulbegleitenden und teuren Ergänzungsunterricht geworden ist. „Nur“ für Nachhilfe und Kurse im Sommer werden heuer rund 4.000 Familien im Schnitt 392 Euro ausgeben. Also insgesamt rund 1,6 Millionen Euro!
Für Lernhilfe zu bezahlen, trifft vor allem sozial und finanziell schwächere Familien hart, kritisiert die AK. Und dass Nachhilfe leider nicht für alle leistbar ist, belegen weitere Studienergebnisse. Denn rund 1.600 Kärntner Schüler hätten in diesem Schuljahr oder im Sommer zuvor gerne Nachhilfe in Anspruch genommen, ihre Eltern besitzen jedoch schlichtweg nicht die finanziellen Mittel dafür.
Nachhilfe nach Schultyp
Insgesamt beanspruchten im diesem Schuljahr rund 11.000 Schüler bezahlten und 5.000 Kinder unbezahlten Nachhilfeunterricht – kurzum: jedes fünfte Kind benötigte Lernhilfe. Am meisten nachgefragt wird Nachhilfe für die AHS Unter- und Oberstufe. Wobei in der AHS-Oberstufe am meisten investiert wird – im Schnitt 1.000 Euro.
„Viele Eltern wünschen sich laut der AK-Umfrage endlich eine Schulreform, die eine Nachmittagsbetreuung bzw. Ganztagsschulen mit individueller Förderung sowie generell verstärkten Förderunterricht beinhaltet“, präzisiert Mag. Marlene Diethart von der AK-Bildungsabteilung die Anliegen der Eltern.
„Soziale Ungerechtigkeit“
„Bildung darf nicht länger eine Frage des Geldes sein, denn das ist soziale Ungerechtigkeit!“, stößt auch AK-Präsident Günther Goach ins gleiche Horn und erneuert seine Forderung nach einer Beschleunigung der Bildungsreform. „Durch flächendeckende, qualitativ hochwertige Nachmittagsbetreuung sollen Eltern endlich nicht mehr für teure Nachhilfe zahlen oder selbst als Hilfslehrer tätig werden müssen!“ Die AK fordert zudem die Einführung einer gemeinsamen Mittelstufe und ein längst fälliges Kurssystem für die Oberstufe, um das unökonomische und pädagogisch fragwürdige „Sitzenbleiben“ zu verhindern.




