AK Umfrage: Jede dritte Familie leidet unter Lehr- oder Schulplatzmangel

Keine Lehrstelle für das Kind – oder kein Schulplatz für den Wunschberuf: Damit ist in Österreich bereits jede dritte Familie konfrontiert, ergibt eine AK-Umfrage.

Zu wenige Ausbildungsplätze

In absoluten Zahlen haben schätzungsweise fast 51.000 von 141.000 Familien mit Kindern zwischen 14 und 17 Jahren ein Problem, weil es in den Betrieben zu wenige Lehrstellen und in den berufsbildenden Schulen (Handelsschule, Fachschulen, HAK, HTL...) zu wenige Ausbildungsplätze für ihre Kinder gibt.

„Unsere Umfrage zeigt, wie dringend wir in Österreich jetzt Zukunftsinvestitionen in die Bildung und Ausbildung unserer Kinder brauchen“, sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Er drängt darauf, dass die neue Bundesregierung das mit den Sozialpartnern vereinbarte Jugendbeschäftigungspaket auf Punkt und Beistrich umsetzt und dass sie rasch umfassende Schulreformen in Angriff nimmt. Die AK selbst leistet ihren Beitrag – aktuell mit den L14-Bildungs- und Berufsinformationstagen.

Ist jemand aus Ihrer Familie betroffen?

„Sind Sie persönlich oder jemand aus Ihrer Familie vom Lehrstellenmangel betroffen?“, und: „Sind Sie persönlich oder jemand aus Ihrer Familie vom Mangel an Plätzen in einer berufsbildenden mittleren oder höheren Schule betroffen?“, fragte das Meinungsforschungsinstitut Sora heuer im Frühsommer knapp 800 Eltern mit Kindern unter 18 Jahren. Das Ergebnis ist alarmierend.

Alarmierendes Ergebnis der AK Umfrage
  • Ein Viertel (25 Prozent) der Eltern von Kindern mit mindestens Hauptschulabschluss hat Probleme mit dem Lehrstellenmangel. In ganz Österreich haben damit schätzungsweise 35.200 Familien in den letzten drei Jahren entweder überhaupt keine Lehrstelle für ihren Sohn oder ihre Tochter gefunden, oder es gab für sie keine Lehrstelle im Wunschberuf.
  • Zusätzlich konnte eine von zehn Familien (11 Prozent) ihren Sohn oder ihre Tochter nach der Hauptschule oder der AHS-Unterstufe entweder gar nicht in einer berufsbildendenden Schule unterbringen oder nicht in der, wo er oder sie den Wunschberuf hätte lernen können. In absoluten Zahlen sind schätzungsweise 15.500 Familien davon betroffen, dass es für das Kind keinen Platz in der Handelsschule, Fachschule, HAK oder HTL ihrer Wahl gab.
  • In Summe hat damit bereits eine von drei Familien in Österreich (36 Prozent) ein Problem mit dem Lehrstellen- oder dem Schulplatzmangel. Schätzungsweise 50.700 von insgesamt gut 141.000 Familien mit Kindern zwischen 14 und 17 Jahren sind davon betroffen.

Sorgen der Eltern ernst nehmen!

„Die Sorgen der Eltern müssen ernst genommen werden“, kommentiert AK Präsident Herbert Tumpel das Ergebnis der Umfrage: „Wir brauchen Investitionen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Investitionen in die Bildung rechnen sich dabei doppelt.“

Konkret verlangt der AK Präsident, dass jetzt sofort alle 15.000 überbetrieblichen Ausbildungsplätze für Jugendliche zur Verfügung gestellt werden, die mit Abschluss des Jugendbeschäftigungs-Pakets von der Bundesregierung Ende Juni versprochen wurden. Und für die berufsbildenden Schulen will Tumpel bis zu 3.000 zusätzliche Plätze in den ersten Klassen: „Das sind wir der Zukunft unserer Kinder und des Landes schuldig.“

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