Ältere Frauen sind stärker benachteiligt
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Kinder führen zu Nachteilen bei der Karriere
Die Benachteiligung von Frauen bei der Bezahlung steigt mit dem Alter: Mit ein Grund dafür ist laut AK Expertin Sybille Pirklbauer, dass ältere Männer oft immer noch besser ausgebildet sind als Frauen. Außerdem wirken sich Kinder negativ auf die Karriere aus: „In dem Alter, wo die meisten Frauen Kinder bekommen, beginnt die Einkommensschere aufzugehen.“ Gleichzeitig handelt es sich dabei „um das Alter, mit dem man üblicherweise Karriere macht“, so Pirklbauer.
Während die Einkommensschere bei 15- bis 19-Jährigen noch bei rund 17,6 Prozent liegt, verdienen Frauen über 60 Jahre rund 34,7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, geht aus Daten der Statistik Austria hervor.
Frauen über 60 verdienen rund 34,7 Prozent weniger
Mit rund 15,6 Prozent ist die Differenz zwischen den (arbeitszeit-bereinigten) Bruttostundenlöhnen bei den 20- bis 29-Jährigen am geringsten. Danach wird die Einkommensschere stetig größer: Frauen im Alter von 30 bis 39 verdienen durchschnittlich um rund 21,3 Prozent weniger als Männer, bei den 40- bis 49-Jährigen sind es bereits rund 25,8 Prozent. In der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen bekommen Frauen um rund 27,2 Prozent weniger bezahlt. Am größten ist die Benachteiligung mit rund 34,7 Prozent bei Frauen über 60.
Forderung
Um die finanziellen Nachteile zu vermeiden, gibt es eine Reihe von Ansatzpunkten. So sollten etwa Karenzzeiten wie Arbeitszeiten bei den innerbetrieblichen Vorrückungen - etwa Biennalsprüngen - angerechnet werden.
Außerdem gilt es, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu stärken - und zwar nicht durch mehr finanzielle Leistungen: In Österreich wird sehr viel über Geldtransfers geregelt, wir sind aber schlecht bei den Sachtransfers, etwa bei Kinderbetreuungs-plätzen.
Diese müssten ganztägig, auch in den Ferien und für alle Altersgruppen ausreichend vorhanden sein, um Frauen eine Karriere zu ermöglichen. Derzeit gibt es beispielsweise immer noch eklatante Mängel bei der Kleinkindbetreuung - die wenigen Krippenplätze, die es gibt, kosten oft bis zu 400 Euro im Monat. Die Arbeiterkammer fordert deshalb auch eine leistbare Kinderbetreuung.
Der zweite große Brocken im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist die partnerschaftliche Teilung. Das einkommensabhängige Kindergeld, das auch eine flexiblere Zuverdienstgrenze bringt, ist „sicher wieder ein Fortschritt“. Um die Väterbeteiligung zu erhöhen, ist aber auch die Umsetzung des im Regierungsprogramm angekündigten „Papa-Monats“ als eine Art „Einstiegsdroge“ wünschenswert.
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